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Cryptic Lane: The Light Deep Inside

Schön, dass im Pott eine weitere hoffnungsvolle Kapelle heranwächst
Wertung: 9/10
Genre: Heavy Rock
Spielzeit: 13:08
Release: 19.01.2011
Label: Eigenproduktion

Wie häufig ist man bei der Suche nach neuen Underground-Perlen ständig mit dem Blick nach Übersee beschäftigt? Nicht selten richten sich die verkrusteten Metallerohren in die entferntesten Regionen, um dann doch wieder enttäuscht zu werden. Dabei reicht ein Schwenk in die gute alte Heimat mit dem Fokus auf Castrop-Rauxel, einer Mittelstadt in dem Moloch Ruhrpott zwischen Gelsenkirchen und Dortmund.

Genau dort sind Cryptic Lane zuhause, die in den letzen Monaten schon mit einigen Live-Shows auf sich aufmerksam machen konnten, und genau bei einer dieser Shows fiel dann der Redaktion auch die hier vorliegende Demo-EP „The Light Deep Inside“ in die Hände. Und wie es bei so zahlreichen Bands in der ersten Findungsphase so ist, ging auch an Cryptic Lane nicht der Kelch der Personalwechsel vorbei. Knapp zwei Jahre hielt das erste Line-Up, bevor dann die erste Bandkrise im Sommer 2010 die Mannschaft mit René (voc, git), Tobias (git), Malte (bass) und Oli (drums) neu formte.

Drei Tracks sind auf dieser Demo zu finden, und da hakt dann auch gleich die erste und zugleich letzte Kritik nach dem ersten Durchgang ein: Wieso nur drei? Eines wird nämlich mehr als schnell deutlich: Diese Formation hat Potenzial, wenn es darum geht, rockige Gitarren mit eingängigen Melodien zusammenzubrutzeln. Wo aber das besondere Talent der Truppe liegt, machen sie gleich mit dem ersten Track „Kill The Oppression“ deutlich – der Refrain fräst sich direkt durch jeden noch so fest gewalzten Gehörschmalz und nistet sich im Kopfradio ein. Was live manchmal noch etwas schwachbrüstig und zögerlich erscheint, lebt auf CD von Renés emotionaler und zugleich zerbrechlich wirkender Stimme.

Auch bei „The Light Deep Inside“ brutzeln zuerst die Gitarren, die dann zur ersten Strophe zurückgefahren werden und lediglich das zerbrechliche Textgerüst akustisch stützen. Wichtig ist hier, dass der Wechsel im Song absolut harmonisch verläuft und nicht auf Biegen und Brechen von den Vieren auf „progressiv“ komponiert wurde. Das liegt den Jungs auch nicht besonders, denn ihre ständig catchy Melodien trotz der starken, unaufdringlichen Gitarrenarbeit sind nicht nur das Salz, sondern auch Kurkuma und Kreuzkümmel zugleich im Cryptic Lane-Gemenge.

Mit „Awake“ drehen die Jungs sachte am Gashebel und nehmen nur gelegentlich das Tempo heraus, ohne an Power zu verlieren. Zerbrechlicher Gesang und vor allem die Soli, die nicht an Griffbrettwichserei erinnern und sich so harmonisch ins Gesamtkonzept einbetten, sorgen so für einen hohen Widererkennungswert.

Das Quartett aus Castrop-Rauxel liefert eine überraschend starke Demo-CD ab, die mit reichlich emotionalem Flair einen ersten Fingerzeig darstellt. Cryptic Lane haben zwar „nur“ drei Tracks auf dem kleinen Silberling geb(r)annt, doch aus jeder Note, jedem Riff und jedem Beckenschlag tropft dermaßen viel Potenzial, dass sie auf einem Longplayer nachweisen müssen, ob sie nun wirklich Eier in der Hose haben und nach vorne stürmen oder nur eine kleine Randnotiz im Rockhaifischbecken bleiben wollen. Eine kleine Hörprobe gibt es mit „Kill The Oppression“ auf ihrer Facebook-Seite; oder einfach gleich die Demo-CD für kleines Geld (5 Euro inkl. Porto sollten reichen) unter crypticlane09@web.de verhaften. Schön, dass im Pott eine weitere hoffnungsvolle Kapelle heranwächst.

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