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Cryptex: Good Morning, How Did You Live?

Overkill!
Wertung: 10/10
Genre: Progressive Rock / Alternative
Spielzeit: 56:43
Release: 25.03.2011
Label: SAOL / H’Art

Okay, denken wir uns mal weg von allen musikalischen Vorstellungen, die man so als Metal- oder Hard-Rock-Fan hat. Alles weg. Und jetzt muss man sich das verrückteste vorstellen, was man sich musikalisch überhaupt vorstellen kann. Nicht so wirr wie Devin Townsend. Eher wie eine Mischung aus Beatles, Rolling Stones und Blackmores Night. Zumindest ganz grob. Cryptex verbinden Folk (Rock) mit Alternative-Elementen und Progressive Rock. Dazu hüllen sie ihre Musik noch in ein sehr nach Retro anmaßendes Gewand. Das Ergebnis sind Songs, die so fesselnd wie anders sind.

Lässt man sich über das Intro in die Platte tragen, dann kommt man nicht umher ziemlich schnell festzustellen, mit welcher Akribie hier jeder Schnipsel platziert wurde. Der Zufall hatte zum Tonstudio sicherlich keinen Zutritt. Diese Aussage trifft auf die Lieder selber genauso zu wie auf die ganzen kleinen Toneffekte, die von einem zum anderen Lied weiterleiten oder auch mal die Aufgabe einer Brücke übernehmen. Zusätzlich klingt alles sehr warm, nach Röhrenverstärkern. Man möchte fast meinen, dass man das rote Glimmen hören kann.

Konzentriert man sich auf die Musik, dann bestätigen sich sehr schnell die oben gemachten Aussagen. Cryptex legen nicht nur keinen Wert auf Genregrenzen, sie scheinen sie geradezu zu jagen, um sie ins Grenzennirvana zu schicken. Im Klartext bedeutet dies, dass man immer mit dem Unerwarteten rechnen muss. Mit Titeln wie „Dance Of The Strange Folk“ kann man diese Aussagen gut untermauern. Hier wird ein eigentlich ganz simples Rockriff immer weiter variiert. Irgendwann verliert es sich fast völlig aus dem Kontext, doch dann reißen Cryptex an der Leine und ziehen das Paket wieder zusammen.

Variationen und Verfremdungen sind überhaupt die Spezialität der Band. Niemals hat man das Gefühl, dass man irgendeinen Part schon einmal gehört hat. Auch nach wirklich vielen Stunden mit der Musik im Ohr wird hier nichts langatmig. Im Gegenteil. Es dauert nämlich eine ganze Zeit, bis man sich auf die Musiker einschwingt. Wenn es dann aber flutscht, dann richtig. Satthören kann man sich an der Scheibe nämlich eigentlich gar nicht. Oder zumindest nicht einfach so. Viel zu variantenreich und detailliert wurde der Musik Leben eingehaucht. Eindrucksvoll zeigt das auch der Titel „Camden Town“. Hier treffen sich so viele verschiedene einzelne Bausteine, die eigentlich überhaupt nicht zusammen passen und ergeben ein beeindruckendes Ganzes. Einfach nur mal losrocken ist da nicht drin? Denkste! „Leviathan“ ist eine Rockkeule, die sich gewaschen hat.

Wenn man auch nur irgendwie etwas mit unkonventioneller Musik anfangen kann und über einen Funken an Fantasie verfügt, dann muss einem diese Scheibe gefallen. Anders geht das gar nicht.  

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