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Cruzada: Revenants

Interessante Ansätze, aber insgesamt zu austauschbar
Wertung: 6/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 36:36
Release:
Label: Eigenproduktion

Aus Österreich erreichen uns in letzter Zeit immer mehr CDs von neuen, aufstrebenden Bands, die ihr musikalisches Gut in die weite Welt hinaustragen wollen. Eine dieser hypermotivierten Combos ist der Metalcore-Fünfer Cruzada, die mittlerweile schon mit ihrem zweiten Silberling „Revenants“ aufwarten. Klassischer Metalcore ist hier gespickt mit Melodien und ein bisschen Death-Metal-Feeling, wobei Vergleiche mit Callejon als erstes ins Hirn springen – nicht nur wegen der musikalischen Ausrichtung, sondern auch wegen des Wechsels zwischen deutschen und englischen Texten. Ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist dieses bilinguale Geknüppel natürlich schon, aber immer noch leichter verdaulich als die Kollegen von Artas, die in ihrem Songs immerhin neben den bereits erwähnten Sprachen auch noch Spanisch und Französisch verwursten.

Dass Cruzada eine "Do It Yourself"-Band sind, beweisen die Albumcredits – für das düstere und übrigens sehr coole Artwork zeichnet sich Sänger O.C. Pum verantwortlich, gemixt und gemastered wurde „Revenants“ vom Gitarristen Fabio Schurtschuster. Es bleibt also alles in der Familie und dabei kam sogar noch ein richtig fetter Klang heraus, von dem sich viele andere DIY-Bands gerne die ein oder andere akustische Scheibe abschneiden könnten. Einziges Manko ist vielleicht, dass die Vocals teilweise etwas zu sehr in den Hintergrund geraten – gerade bei einem Genre wie Metalcore, wo die Songs von aggressiven Vocals leben, ist das schade.

Los geht es mit dem immer wieder gut funktionierenden Übergang zwischen einem sehr ruhigen Intro und einem brachialen Einstieg beim zweiten Song: „Obsession“ "dampfwalzt" direkt drauflos und O.C. lässt keinen Zweifel daran, wer hier der Herr am Mikro ist. Der im Promozettel verwendete Begriff „Melodic Metalcore“ wird hier ohnehin Lügen gestraft, stattdessen bollert ein saftiger Deathcore-Stampfer durch die Boxen – ein feiner Einstieg, der Lust auf mehr macht.

Leider sinkt das Niveau nach diesem Knaller ein ganzes Stück. „Seeing Clarity“ kann zwar einen guten Rhythmus aufweisen und auch der Refrain weiß zu überzeugen, aber dieser Klargesang zwischendurch - so richtig mag das Gejammer nicht zu dem sonst sehr kräftigen Organ passen, das hier gerne bis an die Grenzen ausgereizt wird. Im Gegensatz dazu kann „In Der Stille Ein Klang“ trotz reichlich Parallelen zu den eingans erwähnten Callejon ordentlich punkten – kräftiges Shouten in den Strophen, klarer, aber nicht nerviger Gesang im Refrain und ein Keyboard, das lustig nach einer Mundharmonika klingt (übrigens gespielt von Studiokumpel Stefan Lepperdinger, der auch für die beiden Instrumentalteile „Reinkarnation“ und „Grabesstille“ verantwortlich ist) heben den Song von der Masse ab.

„Zeitgeist“ hat zwar eine gute Dynamik, aber irgendwie bringt der Rhythmus einen völlig aus dem Konzept, bevor der Refrain einem um die Ohren gehauen wird, der verdächtig nach Deathcore klingt. Alles in allem ist der Track aber absolut hörenswert – und geradezu prädestiniert dazu, einen Weltrekord im rasanten Headbangen aufzustellen. Wirft man jetzt einen Blick auf die Tracklist, kann man sich aber eigentlich nur wundern: Mit „Grabesstille“ steht ein fast 14 Minuten langer Epos auf dem Plan – kaum vorstellbar, wie die Jungs diese volle Spielzeit adäquat füllen wollen. Gestartet wird erstmal mit leicht dramatischen Keyboardklängen und Regengeplätscher, bevor ganze acht Minuten Schweigen folgen. Kurz vor der Zehn-Minuten-Marke steigen die Jungs dann wieder ein und hauen mit fast Grindcore-mäßigen Growls noch einen Track raus, der für diese Platte eigentlich relativ untypisch ist. Mit innovativen und vor allem interessanten Ansätzen wie diesen (man achte nur auf das fiepsige Keyboardsolo!) heimsen Cruzada einige Sympathiepunkte ein, können aber nicht auf der ganzen Linie überzeugen. Zu austauschbar geraten Stücke wie der Titeltrack oder „Seeing Clarity“, die recht schnell in der Masse untergehen. Trotzdem kann man das Album allen Metalcore-Fans ans Herz legen, die etwas für zweisprachige Texte übrig haben und nicht unbedingt nach Innovationen suchen.

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