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Cruachan: The Morrigan's Call

Ein wirklich sehr gelungenes Album
Wertung: 9/10
Genre: Pagan Folk Metal
Spielzeit: 47:52
Release: 17.11.2006
Label: AFM Records

Cruachan - eine Band, die in ihrer über 10-jährigen Laufband schon das ein oder andere durchmachen musste. Als die Gründungsmitglieder Keith Fay, John Fay und John Clohessy die Band ins Leben riefen, hätten sie wohl sicherlich nicht damit gerechnet, dass sie ständig die Plattenfirmen wechseln müssten.

Plattenfirmen gingen Pleite, andere heuchelten Interesse und ließen die Band letztlich doch fallen. Doch, jetzt nach 10 Jahren, unterschrieb die Gruppe bei dem deutschen Label AFM Records. Hoffentlich wird diese Zusammenarbeit mehr Früchte tragen als die Vorherigen.

Cruachan gelten als die Mitbegründer des Pagan Folk Metal. Keith Fay, sein Bruder John Fay (mittlerweile nur noch als Gastspieler in der Band) und ihr Langzeitfreund John Clohessy teilten alle die gemeinsame Leidenschaft zur Keltischen Musik, Geschichte und Mythologie. Man entschied, all das in ihrer, damals noch völlig neuartigen, Musik einzubringen. Mit ihrer Mischung aus wunderschönen folkigen Melodien und harten Metalklängen stießen sie auf eine riesige Nachfrage. Viele Metalfans sowie Folklore-Fans verliebten sich in die Musik der Iren.

Die Band ist sich bei ihrem neuen Album „The Morrigans Call“ im Vergleich zu den Vorgängeralben treu geblieben. Die raue, an Black Metal angelehnte Produktion, die Mischung aus traditionellen Instrumenten und krachenden E-Gitarren und auch der weibliche Gesang ist geblieben.

Und was für ein Instrumentarium aufgeboten wird! Allein Sänger Keith Fay spielt neben den typischen Bandinstrumenten wie E-Gitarre, Keyboard und Akustikgitarre noch Bouzouki, eine Mandoline, Banjo, Bodhrán und ein paar Schlaginstrumente. Es sind noch viele weitere traditionell, folkige Instrumente auf der Scheibe vertreten, sie alle aufzuzählen, würde wahrscheinlich ein wenig den Platz sprengen.

Mein erster Höreindruck war durchaus positiv. Die Band spielt genau meine bevorzugte Mischung aus harten Klängen und folkigen Melodien. Außerdem haben sie ein paar weltbekannte, irische Volkslieder neu aufgelegt und dem Ganzen ein wenig Pfeffer gegeben. Was mir an der Scheibe ein wenig missfällt, ist der teilweise etwas nervige Gesang von Sängerin Karen Gilligan, was aber vor allem auf meine allgemeine Abneigung zu weiblichen Stimmen zurückzuführen ist. Die Produktion ist mir ebenfalls zu kratzig, doch das ist angeblich so gewollt.

Gleich das erste Lied der Platte „The Brown Bull Of Cooley“ beginnt mit einem zackig gespielten Banger-Riff, was zum Abgehen einlädt. Schon bald treten die folkore Elemente dazu, die dieses Kracherriff noch mal melodisch untermalen. Der Wechsel aus cleanen weiblichen Gesang und gekrächzten männlichen ist perfekt abgestimmt. Mittig des Liedes tritt die folkige Melodie in den Vordergrund und die harten Metallklänge müssen ein wenig einstecken. Doch das ändert sich auch schon bald.

Das nächste Hammerriff wird angestimmt, hierbei sind die folkigen Melodien völlig verstummt. Der raue gekrächzte Gesang von Sänger Keith Fay groovt unheimlich und gibt dem Ganzen ein unheimlich rockigen Klang. Die Ahnlehnung des Liedes an ein altes irisches Volkslied ist wunderbar umgesetzt, trotz der deutlichen härteren Richtung der Musik. Insgesamt ist das Lied einfach zum Feiern und Abgehen geschrieben und überzeugt vor allem auch durch den groovenden Rockcharakter.

Der siebte Titel „The Old Woman In The Woods“ ist ein eher punkiges Lied. Schnell gespielte Riffs, ebenfalls schneller Gesang und auch die Flöten und anderen traditionellen Instrumente geben ganz schön Gas. Mit kurzen gesungenen ´a capella Intro, beginnt die Party auch gleich. Die gesamte Instrumentalisierung setzt mit einem Mal ein und lässt einen vor Freude tanzen. Da die Lieder auf der Promo leider alle deutlich gekürzt sind, kann ich die gesamte Entwicklung des wirklich genialen Songs nicht beschreiben, aber der Anfang macht schon deutlich Lust auf mehr.

Das Coverartwork der Scheibe ist für Cruachan typisch mal wieder vom ehemaligen, vollwertigen Mitglied John Fay entworfen und von der gälischer Mythologie inspiriert. Meines Erachtens, das wohl hässlichste Artwork, was es weit und breit gibt, aber über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten.

Unterm Strich ist „The Morrigans´ Call” ein wirklich sehr gelungenes Album. Für mich, das Beste, was Cruachan bisher veröffentlicht hat. Die Mischung aus folkigen Elementen und schroffen Metal ist perfekt abgestimmt. Mehr gibt es da eigentlich nicht zu sagen. Für Genreliebhaber ein wahrer Leckerbissen.

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