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Crowpath: Son of Sulphur

Das tut schon beinahe weh.
Wertung: 1/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 33:51
Release: 06.03.2006
Label: Earache

Eigentlich ist es ja toll, ein Redakteur eines Onlinemagazins zu sein. Man bekommt Musik vor der Veröffentlichung, entdeckt dabei manchmal eine tolle neue Band und hat sogar die Möglichkeit, mit den Musikern direkt zu sprechen. Allerdings kann es auch vorkommen, dass man Promo-CDs bekommt, die einem überhaupt nicht zusagen und durch die man sich regelrecht durchquälen muss... ...was mich zu Crowpath bringt! Die schwedische Band, die im nächsten Jahr ihr 10jähriges Bestehen feiern kann, veröffentlicht mit "Son Of Sulphur" ihr zweites Full Length-Album. Und gemessen an dem, was uns da geboten wird, dürfte es eine kleine Party werden, denn ein Durchbruch ist diese Platte auf keinen Fall.

Crowpath werden laut diverser Pages im Netz gerne mit Crytopsy verglichen. Dieser Name ist mir natürlich ein Begriff, aber ich muss zugeben, nur wenige Songs dieser Band zu kennen und mir deshalb keine Vergleiche erlauben zu können. Wenn Crytopsy allerdings solche Alben wie dieser hier veröffentlicht haben, wundert es mich, dass sie so bekannt sind. Aber irgendwie bezweifele ich das...

Wie kann man die Musik von Crowpath also beschreiben? Die Grundlage ist auf jeden Fall wirres Geprügel und dann.... na ja, dann kommt erstmal nichts mehr. Zwischendurch gibt es ein paar nette Breaks oder Leads, die aber schnell im wüsten Pulk aus, ja genau, Geprügel und heiserem Gesang untergehen. Wäre diese Mischung nicht so furchtbar eintönig, wäre sie nicht so einschläfernd, sondern zumindest anstrengend. Aber vielleicht bin ich ja auch nur ein Banause, denn ich habe ja auch schon die (von vielen vergötterten) alten Kataklysm Scheiben wie "Temple Of Knowledge" nicht sonderlich gemocht, die sich auch nicht gerade durch Eingängigkeit auszeichnen.

Der Vergleich zu den alten Kataklysm kam mir gleich schon bei "Candles And Kerosenes" in den Sinn, welches sich scheinbar größte Mühe gibt, keine Struktur entstehen zu lassen. "The Will To Burn" funktioniert da schon etwas besser und lenkt die Agressivität in Bahnen, in denen sie funktioniert. Der Schlusspart lässt den Song dann aber schnell wieder ins Mittelmaß abstürzen, denn eine knappe Minute lang simples Seitenanschlagen und ausklingen lassen zu hören, ist nicht sonderlich spannend. Danach passiert für lange Zeit nichts Erwähnenswertes mehr und wenn ich nicht ständig auf die Anzeige der Anlage gucken würde, könnte ich wohl auch nicht sagen, wann ein Song aufhört und wann der nächste beginnt.

"Cildren Of Boredom" hat zwar einen lustigen Namen (auch wenn der Gag schon etwas älter ist), ist aber keine Parodie, wie man eventuell vermuten könnte. Zumindest textlich, denn musikalisch könnte man mit viel Fantasie die nervigen Quietscher, die wohl Gitarrenleads darstellen, als Anspielung auf Alexi Laihos Gitarrenspiel sehen. Aber vielleicht will sich die Band mit dem Songnamen auch nur selbst beschreiben, ist ja immerhin möglich. Danach geht es "endlich" wieder mit Geprügel weiter, bevor "The Lycanthrope" das wilde Treiben unterbricht. Der Song besteht nur aus schweren Riffs und dem - wie kann man es beschreiben`? - ..... leidenden Röcheln des Mannes am Mikro. Das Ganze soll wohl bedrohlich und vielleicht sogar psychedelisch wirken. Ich finde es fast schon eine Frechheit, so einen unausgereiften "Song" auf über 5 Minuten auszudehnen. Und was einen danach bis zum Ende der Platte wieder erwartet, brauche ich wohl nicht mehr zu erwähnen ?!

"Son Of Sulphur" hat gar nichts, was den Plattenvertrag der Band rechtfertigt. Zumindest nicht, wenn es noch so viele wesentlich bessere Band ohne Deal dort draußen gibt. Während ich den erwähnten alten Kataklysm-Alben zumindest eine gewisse Genialität in ihrem Wahnsinn zugestehen kann, hat derselbe hier keine Methode. Eigentlich ist das noch nicht einmal Wahnsinn, sondern eine gute halbe Stunde gepflegte Langeweile, die dabei aber immerhin ganz okay produziert ist. Lärmfetischisten können mal reinhören, mir entgangene völlig geniale Passagen entdecken und mich danach verfluchen, alle anderen tun es wie ich und wünschen die Band zurück in den Proberaum.

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