Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Crowbar: Obedience Thru Suffering

Unverbesserliches Referenzwerk
Wertung: 10/10
Genre: Sludge
Spielzeit: 43:16
Release: 23.11.2012
Label: Goomba/ SPV

Fanbrille auf: Harte Musik hat nichts mit Geschwindigkeit zu tun, das müsste sich mittlerweile ja herumgesprochen haben, auch der allerletzte Fast-Mucke-Nerd dürfte das endlich kapiert haben. Und als gerade Anfang der Neunziger die einmalige Diskussion startete, dass der Metal doch stürbe, wenn nicht sogar tot sei, als viele Bands ihr Heil im geschwinden Riffrausch suchten, da kamen diese komischen Typen von Crowbar daher und setzen mit dem Debüt „Obedience Thru Suffering“ einen doom-sludgigen Gegentrend.

Das konnte dann aber damals noch wirklich keiner in allen Dimensionen erfassen, nur die wenigsten hatten auf dem Schirm, dass sich hier ein Referenzwerk anbahnt – ist ja leicht, heutzutage herauszuhauen, dass man schon damals das volle Potential erkannt habe. Tatsache ist, dass dieses Album nicht nur schon elendig lange vergriffen ist, sondern einfach in jede Sammlung gehört, die von sich in Anspruch nimmt, die wichtigsten Alben der Härtnergeschichte zu vereinnahmen.

Warum das so ist? Es sprechen einige Gründe dafür, dabei muss man nicht auf die ganzen späteren Querverweise wie Down, Eyehategod & Co. anspielen. Zum einen ist da die furztrockene, raue, aber einfach immer aus den tiefsten Magensäften entspringende Kirk-Windstein-Stimme, die es so gar nicht zulässt, dass irgendwo nur ein Hauch von ekligem Pathos, nervtötendem Gesülze oder irgendeinem anderen vokalistischen Unfug die Grenzen von New Orleans verlässt. Natürlich, Kritiker werden sich einmal mehr darauf versteifen, dass die Stimme nicht genug Abwechslung biete – but who cares, erdiger geht kaum noch.

Argument Numero Zwei, allerdings ein wenig auf Umwegen: Erst kürzlich haben die Down-Gesellen Patrick Bruders und Jimmy Bower (immerhin von 1989 – 1990 und 1996 – 1998 für die crowbarsche Kesselwemserei zuständig) lange darüber schwadroniert, wie einzigartig denn der Sound aus den New-Orleans-Sümpfen sei – wer hier noch einen Nachweis benötigt, braucht sich nur „Obedience Thru Suffering“ genehmigen. „Vacuum“ ist zum Beispiel einer dieser Songs, der sich wie zäh klebrige Sumpfpampe in den Ohrmuscheln einnistet und dort für schwermütig entseeltes Gesichtsgrinsen sorgt, „A Breed Apart“ mit der leichten Tempoverschärfung, diese optimistisch bedrückende Inkarnation instrumentaler Dominanz – hier braucht man keine Drogen, um in einen wahnhaften Rausch zu verfallen.

Wie ein roher Diamant, der durch Schleiferei nur seinen Glanz verlieren würde, kommt auch „Subversion“ daher, Kirk hebt seine Stimme seine Stimme um einige wenige Nuancen nach oben an, die Gitarren mit den destruktiv polternden Drums doom-sludgen in fast unendlicher Perfektion. Was aber mit das Hauptargument ist: So unbelastet und unverbraucht waren sie auf keinem der folgenden Releases mehr – die rohe, etwas bassbetonte Produktion unterstreicht einfach die Sumpffieber-Kopfkino-Verstörtheit.

Und hieß es zu Crowbar nicht einst im Rock-Hard-Magazin: Härter als jeder Schwanz? Nun, der Vergleich hinkt ein wenig, aber zumindest wurde der Grungewelle damit der Schlong in den Schlund gewuchtet – insofern stimmt das mit dem erigierten Geschlechtsorgan dann irgendwie doch. Kaufen, wenn wer noch nicht versorgt ist, ein definitives und klares „Must have“ mit beiden Daumen nach oben. Und nein: Hier fehlen auch keine Bonustracks, denn „Obedience Thru Suffering“ kann man nicht mehr optimieren. Fanbrille ab.

comments powered by Disqus

Große Vorbands und ein nicht ganz überzeugender Headliner

Das Chaos sickert allmählich nach Deutschland

Auf Tour geht es nun auch für die Ungarn

Versus You und Flash Forward sind mit am Start

Irgendwo zwischen begeistertem Zuhören, Interviewen und Abhängen