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Crossplane: Fastlane

Bockstarke Platte ohne Klischees
Wertung: 8,5/10
Genre: Rock'n'Roll
Spielzeit: 38:48
Release: 22.04.2022
Label: El Puerto Records

Keine Ahnung, wie oft sich Crossplane-Fronter „Celli“ den Vergleich mit dem allmächtigen Lemmy schon hat anhören müssen, aber es stimmt: Der alte Haudegen scheint wiedergeboren in dem Rocker aus dem Ruhrpott. Natürlich nicht eins zu eins, aber ich bezweifle doch sehr, dass irgendein Musiker auf dieser schönen weiten Weltkugel stimmlich näher an das Original herankommt als der Crossplane-Sänger.

Mit diesem heimeligen Gefühl kann man getrost in die neue Scheibe „Fastlane“ starten, die den 2017er Vorgänger „Backyard Frenzy“ beerben soll. Seit 2009 ist die Truppe denn auch schon am Start, müde klingt aber definitiv anders. Songs wie das doch recht klischeehaft betitelte „Rock‘n‘Roll Will Never Die“ werden glaubwürdig und breitbeinig dargeboten, wie es sich für selbsternannte „Rock‘n‘Roll Hellhounds“ gehört – knackig, schnell und erfreulich rotzig.

Aufsehen erregte die Truppe erst kürzlich mit der Single „Make Beer Not War“, die natürlich kaum passender zu dieser traurigen Zeit hätte veröffentlicht werden können. Entsprechend angepisst wummert der Track durch die Boxen und kann vor allem mit dem Mitgröl-Refrain punkten, der sicherlich auch mit der entsprechenden Menge Bier im Kopp gut abgespeichert werden kann. Dass aber nicht alles nur Party und Saufen ist bei den Crossplane-Herrschaften, beweisen schon Titel wie „Fields Of Bone“ oder „Life Is A Monster“, die brutal an der Partystimmung kratzen und die durchaus melancholische Grundstimmung der Scheibe betonen.

Gar nicht so melancholisch startet die Platte mit dem rasanten „Can‘t Get You Out Of My Head“, einem Rocker vor dem Herrn, der kaum Zeit zum Luftholen lässt; auch hier omnipräsent: der Ohrwurm-Refrain. Recht ähnlich zündet auch „All Hell Is Breaking Loose“, kann aber nicht ganz so viel Staub aufwirbeln und reiht sich eher gemütlich in die Tracklist ein.

Im Titeltrack hauen die Pottsäue dann nochmal alle bisher angesparten Reserven raus, Rock‘n‘Roll wird hier wortwörtlich zelebriert, die Füße stillhalten zu wollen hat man schon einige Songs früher aufgegeben. Dass Crossplane auch ein bisschen anders können, zeigt dann das mit aufgeregt flirrenden Gitarren startende „Search And Destroy“, das mit düsterer Breitseite daherkommt und „Celli“ deutlich mehr abverlangt als die bisherigen Songs. Der Mann kämpft im Refrain dann schon ein bisschen, das passt aber zum Track wie Arsch auf Eimer. Geile Nummer!

Hintenraus scheinen Crossplane die Düsternis für sich entdeckt zu haben: „Field Of Bone“ wie auch das rotzige „Life Is A Monster“ klingen deutlich finsterer als beispielsweise der Opener, widmen sich auch textlich ernsthafteren Themen und verbreiten eine Resignation, die man so ähnlich ja auch von Motörhead gewöhnt war. Das Grande Finale wird durch „Black Is My Blue Sky“ bestritten, in dem nach einem dramatischen, fast Sludge-lastigen Gitarrenintro sogar Klargesang verarbeitet wird – bärenstark, was die Truppe da abliefert, um mal ganz nebenbei zu beweisen, dass da stimmlich und auch atmosphärisch einiges mehr drin ist als schnöder Rock‘n‘Roll.

Unterm Strich muss man Crossplane mal gehört haben, wenn man auf Rock oder Metal steht. Punktum. Die Band macht einen super Job ohne sich dabei in Rock‘n‘Roll-Klischees oder Plattitüden zu suhlen, auch wenn manch ein Songtitel dies vermuten lässt. „Fastlane“ ist eine starke Platte geworden, bei der das Hören Mordsspaß macht!

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