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Crossplane: Class Of Hellhound High

Animiermucke zum Bewegen
Wertung: 8/10
Genre: Rock’n’Roll
Spielzeit: 41:18
Release: 29.11.2013
Label: 7Hard

Wer auf rotzigen Rock steht und gerne auch auf Konzerte wandert, der konnte in der Vergangenheit immer weniger an Crossplane vorbeischauen, da sie trotz Demo-Status mehr Shows landesweit aufweisen wie so manch andere Band. Und wie viele Bands stehen dann auf der Bühne, die mit einem „Wir sind…und spielen Rock’n’Roll“ auf selbstverliebte Coolness bauen, wo aber der Konzertbesucher schnell mit einem „jaja“ abwinkt, weil so etwas wie Authentizität fehlt? Bei Crossplane aus dem Pott liegt man da dann ganz falsch, denn hier wird wirklich gerockt, tatsächlich gerollt, da werden keine heeren Versprechungen gemacht, um sie dann nicht einzuhalten.

Schon die Debüt –EP „High Speed Operation“ rockte wie ein Blitzeinschlag, konnte den rauen Lemmy-Charme nicht von der Hand weisen, und auch auf dem ersten Longplayer „Class Of Hellhound High“ sorgt Frontmann Cellis raues Organ einmal mehr für den gleichen querdenkenden Verweis. Am Erfolgsrezept von vor zwei Jahren halten sie dann auch fest: Knackige Rock’n’Roll-Beats, eingängige Hooklines, Texte irgendwo zwischen Frauen und dem Schnuppern am Rock’n’Roll-Spirit – mehr braucht es dann nicht, um mit einer Hand voll Idealismus und guter Ideen ein auch über die komplette Spiellänge gutes Album herauszuhauen.

Dieses Mal haben sich die Ruhrpott-Rock'n'Roller auch ein wenig Unterstützung gegönnt. Da wäre das schon letztes Jahr als Single veröffentlichte, mächtig ins Mett butternde, stark voranpreschende „Rollin“, wo Sodoms Herr Angelripper ebenfalls ein paar Zeilen ins Mikro brüllt (Ist auf der Albumversion eigentlich auch das Gastsolo von Sinner/ The New Black-Axtschwinger Christof Leim vertreten? Die beigelegte Information schweigt da beharrlich). Internationales Flair bekommt die ebenfalls treibende Up-Tempo-Nummer „I Will Be King“ durch Shagrath von Dimmu Borgir/ Chrome Divison – stimmlich sind die beiden Frontmänner gar nicht wo weit auseinander, ergänzen sich aber prima.

Beim stampfenden „Bring The Fire“ lassen sie die Katze aus dem Sack. Marc Grewe von Morgoth übernimmt sogar einen vergleichsweise langen Part und duelliert sich quasi mit Celli, baut aber keine zu erwartenden Growls ein, sondern reibeisent sich famos – gleich ein erstes Highlight. Schlussendlich hat sich Sebi von Massendefekt bei „Dirty Woman“ eingeklinkt – jaja, verdorben und heiß müssen die Frauen sein, wenn es um Rock’n’Roll geht – Ziel erreicht, setzen, erst einmal durchblasen oder welche Nummer auch immer schieben.

Die fette rollige Motörhead-Schlagseite bieten sie mit „Killing Machine“. Als schwitziger Mitgrölsong entpuppt sich „Can’t Bring Me Down“, wohingegen sich „Hellride“ wie ein fieser Bastard aus President Evil und Motörhead inklusiver Gun Barrel-Rhythmik präsentiert. Deutlich getragener kommt „The King Of All Rock’n’Roll Demons“ daher. Einen ganz anderen Weg aber schlagen Crossplane mit „Medusa“ ein. Wie schon auf der Debüt-EP schließen die Rocker mit einem eher ruhigeren Stück. Celli verordnet seinem Organ eine Anti-Krächz-Kur und beweist, dass er sich auch dort heimisch fühlt. Musikalisch kann man sich hier teilweise eine Mischung aus Masters Of Reality meets Soundgarden im Hard’n’Roll-Gewand vorstellen.

Rock’n’Roll soll Spaß machen, zum Bewegen animieren, nicht nur zum Gang zum nächsten Zapfhahn. Crossplane haben den Bogen raus, wahlweise für Mattenkreisen, Stepptänze oder einfaches Hüftschwingen zu sorgen, denn dem fies einfangenden Rhythmus entkommt man nicht – keine Chance. „Wir sind Crossplane und spielen Rock’n’Roll“ sagen die Jungs selbstbewusst. Wir kontern und meinen: „Wir sind The-Pit.de und geben acht Punkte!“

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