Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

CrossHead: Evil In Return

Thrash-Scheibe mit starker 80er-Würze
Wertung: 8.5/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 39:50
Release: 01.01.2011
Label: Eigenproduktion

Beim Evil Horde Festival 2011 packte Gitarrist Jochen Pelser der The-Pit.de-Redaktion den zweiten CrossHead-Longplayer „Evil In Return“ zwecks Besprechung in die Einkaufstüte. Ein glücklicher Zufall, denn die junge Krefelder Kapelle, die sich Old School Thrash Metal auf die Fahne gepinselt hat, liefert ein echt amtliches Scheibchen ab.

Schon ein Blick ins Booklet macht die enge Verzahnung mit der heimischen Szene deutlich: Da gehen Grüße an Redrum Inc. und Synasthasia raus, da steuert Blood Red Angel-Tausendsassa Klaus Spangenberg einige Vocals bei, Jan Pelser von Grind Inc. übernimmt ein Gastsolo beim Track „Manage My Anger“ und die Krefelder Szene-Kneipe "Jules Papp" wird genauso gegrüßt, wie die Jungs von Suidakra.

Seit 2005 sind CrossHead am Start und ihren ersten „Ausverkauft“-Erfolg erzielten sie mit einem auf 100 Einheiten limitierten Live-Mitschnitt. 2008 war dann das Jahr des großen Fortschritts: Das Debut „…When The Gotchaman Comes“ wurde veröffentlicht und CD-Überreicher Jochen stieg nach einer Live-Show der Jungs, für die er damals an den Soundreglern saß, in die Band ein, was Anfang 2011 zum nun vorliegenden Album „Evil In Return“ führte.

Und was auch immer die Jungs in ihrem Feierabend-Proberaumbier hatten – ein fette Portion Old School muss dabei gewesen sein, ohne dass die Scheibe auch nur einen Hauch von angestaubt klingt. Dabei machen CrossHead keinen Hehl aus ihren Vorlieben, aber sie bauen auch genügend eigene Ideen ein und lassen so Ideenklau und Coverpiraterie außen vor. Zum Achtziger-Trip passt sogar das Akustikklampfen-Intro, bevor die beiden Saitenhexer Jochen und Ralph mit „Mindcrash“ für eine erste Gitarrenwand sorgen. Geschickt wird das Tempo variert, die Double Bass blitzt kurz auf, um dann eher vertrackt den Ton anzugeben, und schon brettern wieder die dominanten Gitarren stark nach vorn.

Ralphs Stimme ist zunächst ein wenig gewöhnungsbedürftig: kein Schreihals, wie man ihn auf so vielen Thrash-Scheiben, die auch mit dem Death-Genre liebäugeln, findet, sondern eher furztrocken. Zumindest sorgt er mit seinem Gesangsstil für Eigenständigkeit und hört sich wie eine Mischung aus Metaletys Benny und Wargasms Bob gepaart mit ruhigem James von Metallica an.

Den Wargasm-Groove haben die Jungs dann auch gleich für sich gepachtet, ein wenig Annihilator dazugemischt, und wenn sie schon selbst Pantera ins Spiel bringen: Ja, auch diese Cowboys blitzen ab und zu durch. Zum Beispiel bei „…Be Around“, einem fett vorantreibenden Thrasher, der voll auf die Mütze schreddert doch in den groovigen Phasen für kurze Headbangeinheiten Luft schafft, bevor Tobias wieder das Tempo anzieht.

Auch „My Brothers Blood“ gehört zu jenen Old-School-Hämmern, die geschickt zwischen Vollgas-Parts und groovigen Abschnitten hin- und herwechseln, wobei die Tempoübergänge sehr flüssig und songdienlich wirken. „Evil In Return“ hat auch zahlreiche perfekte Gitarrensoli zu bieten und mit „My Brothers Blood“ liefert die Band die Blaupause für markant integrierte Soloeskapaden. Trotzdem steht das Ego auch hier nicht im Vordergrund; vielmehr passen sich die Soli der Dynamik der Songs an. Von letzterer strotzt das Album ohnehin an allen Ecken und Enden und das preschende „Fire In My Head“ oder das schleppende „Someone“ erinnern unweigerlich an die Achtziger, jedoch ohne den Fan zurück in die Vergangenheit zu schießen.

Von CrossHead noch nicht gehört? Das sollte sich ändern, denn was die Krefelder auf ihrem Silberling „Evil In Return“ an riffender Stärke aufgefahren haben, ist beachtlich. Fans von alten Metallica, Pantera (zu Phils Zeiten), aber auch Annihilator und Wargasm, die sich auch heute noch liebend gerne eine mit starken 80er-Zutaten gewürzte Thrash-Scheibe reinpfeifen, sind hier richtig gut bedient. CrossHead beherrschen die ruhigeren Passagen genauso wie die harten schnellen und machen definitiv Lust auf mehr. Natürlich findet man solche Eigenproduktionsperlen nicht im CD-Supermarkt um die Ecke; hier ist also entweder der Postweg oder ein Konzertbesuch angesagt.

comments powered by Disqus

Waldbühne lädt bei freiem Eintritt ein

Von Erinnerungen, Rückblicken und Genuss

Wolken mit Gesichtern oder Jesus auf einem Pfannkuchen

Hinzu kommen Borknagar, Wolfheart und Hinayana

Neues Album und Tour im nächsten Jahr

Sieben Alpha-Hein-Mücks

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin