Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Cro-Mags: Near Death Experience (Re-Issue)

Wertung: 6/10
Genre: Hardcore, Thrash Metal
Spielzeit: 34:55
Release: 18.05.2015
Label: Punishment 18 Records

Ihr steht auf Thrashcore? Hier hört ihr die Band, die als eine der ersten Thrash und Hardcore zusammengebracht hat. Cro-Mags kennt so ziemlich jeder, der sich ein bisschen im guten alten Hardcore heimisch fühlt, und um der Jugend ein paar alte Schinken näherzubringen, bietet es sich natürlich an, Meilensteine neu zu veröffentlichen (und nebenbei noch ein bisschen Kohle zu machen).

„Near Death Experience“ hatte seinen Einstand anno 1993 und war das letzte Album, auf dem John Joseph „Bloodclot!“ neben Bassist Harley Flanagan als Sänger fungierte. Sieben Jahre ließ das Nachfolgealbum auf sich warten, weil die Band sich erstmal verkrachte und jeden seine eigenen steinigen Wege ging. Seitdem hatte die Band eine ständige On/Off-Beziehung mit sich selbst, 2000 erschien mit „Revenge“ noch mal eine Platte, die mehr auf die Wurzeln der Band zurückgriff, seitdem hat sich aber im Hause Mags nicht mehr allzu viel getan. Schaut man sich die schier unendliche Liste an früheren Bandmitgliedern an, wundert das aber auch nicht wirklich.

„Near Death Experience“ ist nun doch eher gewöhnungsbedürftig, wenn man beispielsweise den absoluten Bandklassiker „Age Of Quarrel“ zum direkten Vergleich gegenüberstellt. Diese Scheibe klingt roh, wütend, hilflos – alles Eigenschaften, die sich New Yorker Kids damals, nämlich 1986, wahrscheinlich selbst zugeschrieben hätten. Der Sänger kotzt sich aus, ist merklich unter Strom, trotz mittelprächtiger Soundqualität kann man das spüren. „New Death Experience“ hingegen hat zwar eine ähnliche haarsträubende Produktion erfahren dürfen, wirkt aber im ersten Durchlauf müde und resigniert.

Der Opener „Say Goodbye To Mother Earth“ verfügt zwar über eine wahnsinnig starke Gitarre, aber auf der anderen Seite gibt es da Songs wie „Time I Am“, bei dem solche Hall-Effekte benutzt werden, das es klingt, als würde der Geist Layne Staleys in einen Blechtopf singen. Klar, technisch könnte man da heute mit einem „richtigen“, überarbeiteten Re-Issue (das die vorliegende Promo kaum sein kann) einiges rausholen, andererseits würde dann der Neunziger-Spirit verloren gehen. Auch nach damaligen Maßstäben hätte die Band aber durchaus den einen oder anderen Dollar mehr in die Produktion stecken können...

Gerade bei Songs wie „Kali-Yuga“ bleibt der Hardcore erstaunlich weit auf der Strecke, Zweiminüter wie „Death In The Womb“ oder das dynamische „Reflections“ hauen das zum Glück wieder raus. Es bleibt aber ein etwas fader Beigeschmack, wenn Sänger John Joseph sich einen abkämpft (siehe und höre Titeltrack), um in Judas-Priest-ähnliche, aber doch nicht erreichte Höhen zu gelangen, die zur Musik gar nicht unbedingt passen. Gegen Ende kommt dann ein bisschen Achtziger-Jahre-Pathos auf, den man so wirklich nicht von einer Hardcore-Band erwarten würde.

Schade eigentlich, dass sich auf „Near Death Experience“ verhältnismäßig viele Lückenfüller befinden. Die Platte war sicherlich in der Szene seinerzeit ein Meilenstein, trotzdem stoße ich mich (als Hardcore- und Metal-Fan!) ein bisschen an dem streckenweise doch sehr Metal-lastigen Sound.

comments powered by Disqus

Wolken mit Gesichtern oder Jesus auf einem Pfannkuchen

Hinzu kommen Borknagar, Wolfheart und Hinayana

Neues Album und Tour im nächsten Jahr

Sieben Alpha-Hein-Mücks

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna