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Crisis Never Ends: Kill Or Cure

die Maßstäbe bei weitem übertroffen
Wertung: 9/10
Genre: Metalcore; Melodic Death Metal
Spielzeit: 47:16
Release: 28.11.2008
Label: Prevision Music

Die Schwaben Crisis Never Ends treiben schon seit dem Jahr 1999 ihr Unwesen (im positiven Sinne gemeint). Anfänglich fischten sie noch in New School Hardcore-Gewässern, nur um sich dann später jedoch etwas anders zu orientieren, denn das, was die Jungs heutzutage in ihrem Repertoire haben, passt ganz gut in die Schublade des Metalcore. Und nun, gegen Ende des Jahres 2008, ganze neun Jahre nach der Bandgründung, machen sich die fünf Musiker auf, um mit „Kill Or Cure“ zu versuchen, neue Maßstäbe im Genre des modernen Metalcores zu setzen.

“Last Kiss Goodby” verfügt zunächst über ein kurzes Intro, nach dem sich das Stück allerdings entfaltet und in seiner ganzen Pracht zeigt. Das Eingangsriffing legt die Bewegung des Kopfes eindeutig fest: Bangen und nichts anderes will man bei diesem Rhythmus. Auch erste Anzeichen von sehr gut in die Hörmuscheln gehenden Elchtodmelodien sind hörbar.

Als nächstes schallt uns „Five Years“ um die Lauscher. Vielen Fans dürfte dieser Song von der MySpace-Präsenz der Band bekannt sein, denn diesen Song hatten die Jungs vor der VÖ der Scheibe online gesetzt. Von den Melodien her einfach nur mitreißend und sehr gut arrangiert, die Thematik lässt wirklich solche Gedankengänge zu, bei denen man sich fragt, wo wir wohl in fünf Jahren stehen werden. Ein außerordentlich gutes, wenn nicht das beste Stück der Scheibe.

Einen Rhythmus, bei dem ich vor meinem geistigen Auge unzählige Mähnen fliegen sehe, offenbart “Against Them All”. Für dieses geniale Gitarrensolo verneige ich mich in Hochachtung vor der Band, denn dies ist genau so eins von der Sorte, bei der Melodieliebhaber vollstens auf ihre Kosten kommen.

Sehr gelungen wird im folgenden „From Now On Forever“ eingeleitet, welches ein fast schon tradotionelles Gitarrensolo beinhaltet. Die Jungs zeigen somit also, wie gut sie es verstehen, ihre modernen Core-Elemente mit den traditionellen Trademarks zu kombinieren.

Ein etwas gemäßigteres Tempo fahren die Jungs dann mit „Kill Or Cure“, dessen besonderer Reiz in den „Kill, Kill“ - Rufen liegt.

Das Wahnsinnsteil „Dedication“, darauf wette ich, wird live eine DER am meisten angesagten Hymnen sein, bei denen der Moshpit toben wird.

Unglaublich zu hören, aber CNE haben es sogar auf dem Kasten, wenn sie in Richtung Thrash Metal gehen. Den besten Beweis dafür haben wir mit „More Than Words“, in welchem die Band auch wieder diese genialen Melodielines mit eingewoben hat, wodurch dieses Teil auch wieder sehr zu gefallen weiß.

Auch ein nahezu erstklassiges Melodic Death Metal-Stück ist übrigens “Overcome”, das ich bedingungslos jedem Fan ebendieser Musikrichtung empfehle. Ein ganz starker Song inmitten eines ebenfalls ganz starken Album, soviel muss zwischendurch auch mal gesagt werden.

Sowohl “Bullets“ als auch „All Sorrows End“ bieten einer Rezensentin keinerlei Angriffsfläche für Kritik und hinterlassen nichts als Begeisterung, warten die Songs doch mit unglaublich gut ausarrangiertem Songwriting auf und sind zudem außerordentlich abwechslungsreich.

Einen winzigen, kleinen Kritikpunkt wende ich auf den letzten und außerdem richtig mächtigen Song des Albums, „Stop And Think“ an. Dieses Stück, bei dem übrigens niemand Geringerer als Maroon-Fronter André am Mikro steht, wird am Ende nämlich lediglich herausgefaded. Das mag ja am Ende eines Albums angebracht sein, aber einem großartigen Song solch ein Ende zu bereiten, das finde ich ein trotzdem bisschen schade. Man hätte beispielsweise nach diesem Song noch ein kurzes instrumentales Outro anhängen können. Aber was solls, das ist eh nur Meckern auf hohem Niveau.

„Kill Or Cure“ ist insofern ein besonders bemerkenswertes Album, da es die verschiedenen Elemente des Hardcore mit denen des Schwedentod und teilweise auch noch mit Elementen aus dem Thrash Metal so faszinierend und fesselnd zu verbinden vermag.

Fazit: Welch ein Brett! Ein Feuerwerk guter Musik, das sich zusammensetzt aus den musikalischen Attributen der Vergangenheit und der Moderne. Kaum auszudenken, was CNE mit dieser Scheibe für eine Lawine an Begeisterung lostreten werden.

Ich hätte vermutet, das Jahr 2008 würde so kurz vor Toresschluss keine großartigen musikalischen Offenbarungen mehr bereit halten, doch „Kill Or Cure“ übertrifft meine Erwartungen – und das bei weitem.

Und ja, die Jungs haben es nicht nur versucht, mit dieser Scheibe neue Maßstäbe zu setzen; nein, sie haben diese Maßstäbe übertroffen.

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