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Cripper: Hyëna

Unschlagbare Crème de la Crème
Wertung: 10/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 51:09
Release: 21.11.2014
Label: Metal Blade

Drei Interviews, zahlreiche Liveberichte – kaum eine Band haben wir von The-Pit.de seit den Debützeiten von Cripper intensiver begleitet als eben jene ThrasherInnen aus Hannover. Gerade das 2012er Album „Antagonist“ hatte hier einen dermaßen großen Stein im Brett, dass wir alle nur hoffen konnten, dass die Last für ein weiteres Album dann nicht zu schwer wird, zumal sie dann auch noch so ganz nebenbei zum „Branchenriesen“ Metal Blade wechselten, wo sie nun mit „Hyëna“ ihr Labeldebüt abliefern.

Natürlich muss man schon eine gewisse Affinität verspüren, sich von Frauen anschreien zu lassen, dann das, was Brüllwürfel Britta da einmal mehr aus ihren Lungen presst, scheint wiederholt nicht aus dieser Galaxis zu sein. Und so wie die doch eher zarte gebaute Britta es an absoluter Kompromissfähigkeit mangeln lässt, so ballern auch die weiteren Mitstreiter munter ins Thrashdickicht, wobei man durchaus den Anschein gewinnen kann, dass die HannoveranerInnen noch ein Stückchen mehr etwaige Schwächen ausgemerzt haben und noch ein wenig knallharter auf den Punkt kommen.

Das mag natürlich bei einem Track wie „Bloodshot Monkey Eye“ mit etwas über fünf Minuten Spielzeit ein wenig höhnisch daherkommen, aber Cripper fahren hier ein derartiges Groovemonster auf und beschwören insgesamt eine Intensität, die sich gewaschen hat – seien es die verdammt sirrenden Gitarrenleads, die pervers geilen Schreiarrangements oder einfach nur der drückende Sound. Schon eine Nummer zuvor haben sie mit „Tourniquet” einen zunächst als perfekten Headbanger startenden Song herausgehauen, der dann aber durch die zackige Tempoverschärfung und das schnittig einfach gehalten Riffing zur Mohpit-Belastungsprobe mutiert.

Hatte man der Truppe in der Vergangenheit auch gerne mal fehlende Abwechslung vorgeworfen – was so ja nicht wirklich verständlich ist, wenn man allein „Totmann“ vom Vorgänger „Antagonist“ heranzieht –, so feilt das Quintett dann mit weiteren Details am großen Thrashruhm, der sich nicht an den Festivalauftritten festmachen lässt. Da wären z.B. die Spoken-Word-Parts in „7““, wo sich die Gitarrenriffs die Klinke in die Hand geben und sich entscheiden müssen, ob sie nun schwer groovend oder aggressiv treibend den Anspruch auf dicke Hose unterstreichen. Dazu keift Britta einfach noch ein bisschen böser und abwechslungsreicher, ein Surfritt auf ihren Stimmbändern müsste da das glatte Vergnügen sein.

So richtig verblüfft darf man dann auch in „The Jackhammer“ sein, denn wenn man vom fetten Gitarrensound bisher noch nicht erschlagen wurde, so hat man als Unwürdiger noch ein paar Atemzüge übrig, um Britta schon fast mit Klargesang agieren zu hören. Ganz gleich aber auch, ob schnellere Nummern wie „Patronized“ oder dem Kniefall vor dem Bay-Area-Testament in „A Dime For The Establishment“, Cripper packen durchgehend an den Eiern, und selbst das fast acht Minuten lange „Pure“ zum Schluss ist ein Manifest von schneidigen Grooveriffs, extrem variationsreichem Gesang bis hin zu fiesen Britta-Growls, Akustikgitarrenausritten sowie dem alles glatt bügelnden Thrash-Punch - somit die Crème de la Crème im modernen Thrash.

Und wo Moneywar schon immer gestrunzt hatten, dass man den Regler auf elf aufreißen soll, so sprengt „Hyëna“ hier auch glatt den Punkterahmen und geht mit einer glatten zehn plus eins und beiden Daumen hoch nach Hause. Und wer jetzt noch immer versucht, über den großen Teich nach falschen Vorbildern zu schielen, der hat definitiv vom Thrash Metal keine Ahnung – soweit legen wir uns hier dann mal fest. Unsere Szene ohne Cripper wäre um ein wahres Schlachtschiff ärmer und deutlich weniger konkurrenzfähig.

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