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Cripper: Freak Inside

Als ob die Bay Area nun in Niedersachsen läge
Wertung: 9.5/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 52:29
Release: 06.04.2007
Label: Eigenproduktion

Nun liegt es endlich vor, das erste komplette Album von Cripper. Seltsamerweise handelt es sich hierbei wiederum um eine Eigenproduktion. Damit hätte man eigentlich nach der „Killer Escort Service“ Demo nicht unbedingt rechnen können. Aber egal, wenn ich daran denke, welche Demoperlen mir allein dieses Jahr schon durch die Gehörgänge gedonnert sind.

Ohne lange zu fackeln bricht diese Thrash Combo über mich herein. „Shortcut“ bahnt sich erbarmungslos seinen Weg durch das Nervensystem und richtet einen kollateralen Schaden an. Unglaublich, dass hier eine Frau singt. Aber wenn ich Britta Görtz nicht schon auf der Triple Thrash Treat Tour livehaftig gesehen hätte, würde ich hier an üblen Betrug glauben. Unglaublich aber war, dagegen klingt Sabina Classens Stimme schon sehr kommerziell. Und dass das nicht wirklich der Fall ist, dürfte jedem klar sein.

„Sun ; Colour : Black” geht den gleichen kompromisslosen Stil. Sauber und fett klingende Stromgitarren von Christian Bröhenhorst und Jonathan Stenger. Das Ganze immer wieder gepaart mit melodischen Elementen. Hammer, ich glaub, ich sitze gerade in den 80er Jahren in der Bay Area genau vor einem Lautsprecherturm. Die Nackenmuskulatur jubelt und lässt den Schädel rotieren. Das Ganze wird dann auch noch mit dem treibenden Groove von Overkill garniert und fertig ist ein geniales Spektakel. Trotz aller Thrash Liebe nimmt die Band aber auch mal das Tempo raus und verschafft der Nackenmuskulatur eine Verschnaufpause.

„Fire Walk With Me“ treibt genauso nach vorne. Toll, der Groove, den Dennis Weber da am Schlagzeug in Zusammenarbeit mit Bassist Sören Becker entwickelt. Dazu dann noch dieser oberamtliche Mitgröhlpart und mein Nachbar beginnt mich auf`s neue zu hassen. Britta`s Organ dürfte so manchem männlichen Shouter das Fürchten lehren.

„60 bpm“ ist wie der Titel eigentlich schon ankündigt, nicht der schnellste Song. Er beginnt richtig erfrischend mit Gitarrengedudel, welches von den Drums massiv attackiert wird, um dann schließlich in den eigentlichen Song über zu gehen. Eingängig und trotzdem brutal in die Welt raus geschrien, das kommt schon richtig heftig rüber.

„Vicious Condition“ verfolgt dann wieder deutlich mehr die typischen Bay Area Tugenden. Exodus, Testament etc. lassen grüssen. Das Ganze aber absolut nicht als Rip Off gemacht, sondern eigenständig vor den Latz geknallt. Überraschend und genial zugleich auch der „Oh Darling“ Break bei 1:20 Minuten. Hölle, was hat man der Combo denn in den Kaffee getan, erbarmungslos gibt`s hier eine Vollbedienung für die Ohren.

„Strike The Force“ bewiest einmal mehr, wie viel Energie in der Band steckt. Das merkt man besonders, wenn mal ins langsame Tempo gewechselt wird und man aus den Headbanging Eskapaden gerissen wird. „Masquerade“ beginnt mit einer alarmierenden Gitarre, welche auch nur die Warnung vor dem Sturm darstellen dürfte. Thrash at it`s best und das Ganze made in Hannover. Genial, diese Leadgitarren.

“Attention Deficit” beginnt schon richtig marschierend, bevor der Spurt losgeht. Das Ganze mit dermaßen viel Antrieb ausgestattet, dass die Nackenmuskulatur automatisch zu zucken beginnt und eine zwischenzeitliche Getränkeaufnahme verhindert wird. Die groovenden Gitarren sind genial. Derart viel Groove in harten Melodien kenne ich hauptsächlich nur von Overkill. Und gekrönt wird das Ganze dann noch mit Dennis Weber`s Blast Abschluss.

Bei „Slowly Beaten Hate Machine“ wird, dem Namen gerecht werdend, alles niedergeknüppelt, was sich in den Weg stellt. Das alles aber absolut professionell und in eher gemäßigtem Tempo. Der Schlusspart des Songs könnte ruhig noch minutenlang weitergehen. Aber bei der Klasse, die die Band hier an den Tag legt, reicht es halt nur für den Abschluss des Songs.

„Break Out“ besticht hauptsächlich durch seinen sehr abgehackt wirkenden Refrain. Die eingestreuten Bassdrumparts, welche in eine andere Richtung marschieren als die restlichen Musiker, sorgen für weiteren Flair. Leider kommen wir dann schon zum vorletzten Track: „Trapped“. Christian Bröhenhorst`s Backingvocals brillieren mit Britta`s Organ. Toller Song, der nochmal Gas gibt.

Zum Abschluss wird dann noch das fast 7-minütige “Kill My Thirst” kredenzt. Dieser Song beinhaltet eigentlich so ziemlich alles, was Cripper ausmacht. Thrash in allen Tempi und Britta Görtz`s Organ gepaart mit exzellenten Drums und Stromgitarren.

Fazit: Es ist mir ja bekannt, dass die Kontinente sich aufeinander zu bewegen, aber dass heute schon die Landkarte neu geschrieben werden muss? Die Bay Area liegt nun in Niedersachsen. Wieder eine Demo, welche konstant hohes Qualitätsniveau hält. Die CD ist absolut professionell aufgemacht. Man beachte, dass die Band trotz Frontfrau im eigentlichen Booklet keine Bilder eingefügt hat. Es sind nur die Texte auf dem leicht depressiv wirkenden Hintergrund, welches auch die Stärke der Band verdeutlicht: Man konzentriert sich 100 %ig auf die Mucke. Nur unter der CD selbst verbirgt sich ganz zaghaft ein lächelndes Foto der Combo. Da das Ganze dann noch bei einer Spielzeit von 52:29 für läppische 8.- Euronen angeboten wird, kann man die Demo nur als Pflichtkauf betiteln.

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