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Crionics: Neuthrone

wird seine Hörer suchen
Wertung: 6/10
Genre: Death Metal, Black Metal
Spielzeit: 43:40
Release: 16.07.2007
Label: Candlelight Records

Crionics feiern ihr 10-jähriges Bandjubiläum zwar nicht mit den sprichwörtlichen Pauken und Trompeten, jedoch mit ihrem dritten Longplayer namens „Neuthrone“. Die Polen müssen sich dabei jedoch mit ihren absolut starken Landsmännern Behemoth messen (deren neues Album ist auch noch nicht lange auf dem Markt), doch was soll der Geiz. Konkurrenz belebt nun mal das Geschäft ungemein.

Quasi als Geschenk von der Band gibt es einen Bastard aus Death Metal und Black Metal zu vernehmen. Einzelne Thrashparts lassen sich auch ausmachen, bestimmen die Erscheinung von „Neuthrone“ jedoch nicht. Als Referenzen will das Label gleich mit zwei großen Namen mächtig Wind um die Ecke schieben (Morbid Angel, Dimmu Borgir). Da staunt doch der Laie nicht schlecht und wird verdammt neugierig. In gewisser Weise haben die Herrschaften des Labels auch recht. Also lasse ich die beiden Übernamen stehen und schreibe Vader und Zyklon noch mit dazu. So denke ich mal passt der Schuh.

Was Crionics aus der Masse der Bands abhebt, ist die Tatsache, dass hier mit dem Keyboard nicht nur Soundteppiche gewoben werden. Aber auch pfeilschnelle Tonleiterfolgen a la Children Of Bodom bleiben im Gepäck. Ausgepackt werden dagegen reichlich gewöhnungsbedürftige Geräuscherzeugungen. Abgespacte Läufe treffen auf scheinbar unsinnige Loops oder Einzeltöne. Da habe ich mich nicht selten beim Kopfschütteln ertappt. Chaotisch und gefährlich nennt das Label diesen Mix. Stimmt, jedoch zu oft nicht im positiven Sinne.

Was man Crionics definitiv nicht absprechen kann, ist ihre permanent präsente Härte. Hier gibt es keine versöhnlichen Herschmerzsalven, die mit einem Auge Richtung Charts schielen. Blastbeats regieren über weite Strecken die musikalische Landschaft. Was dabei auf der Strecke bleibt, dass sind die großen Momente, die wirklich genialen Hooklines.

Dass Crionics trotz allem das Zeug für gute Songs haben, beweisen solche Kracher wie „NeuThronAeon“. Ein gekonnter Mix aus harschem Midtempo und Blasbeat. Wirklich gekonnt, wie noch ein fetter Kopfnickerpart eingestreut wird und sich das ganze wieder in vortrefflichen Blast steigert. Insgesamt muss man der Band bescheinigen, dass sie auf einem technisch sehr hohen Level agiert. Egal in welchem Song.

„Frozen Hope“ ist noch so ein Überflieger, der es mir angetan hat. Eine bedrohliche, düstere Atmosphäre windet sich aus den Boxen und schließt dich komplett ein. Hier passen auch die ganzen Soundeffekte wie angegossen und die sich eher behände nach vorne schiebenden Riffs tun ihr Übriges, um den inneren Horror perfekt zu inszenieren.

Tja, ich bin ja auch kein Zuhörer, den Keys abschrecken. Ganz im Gegenteil. Effektiv eingesetzt machen die Teile viel her. Bei Crionics hingegen gehen sie mir auf den Zünder und wirken deplaziert. Die Basis ist zwar absolut fett produziert, kann sich jedoch nie aus dem Schatten der oben genannten Bands lösen und beinhaltet einfach zuviel tausendmal Gehörtes.

Was bleibt ist ein Album, welches sicherlich mehr als intensiv nach seinen Fans suchen muss. Death Metal Lunatics sind wohl an die spacigen Keys nicht heranzubekommen und für Black Metal Freaks ist zu wenig Schwarzwurzel im Gebräu schätze ich. Wenn ihr also nicht wisst, wohin mit eurer Kohle, dann schnappt euch „Neuthrone“ und werdet glücklich. Allen anderen empfehle ich, das Album von vorne bis hinten durchzuhören, bevor ihr euer sauer verdientes Geld über die Theke schiebt. Zwei Highlights sind einfach verdammt wenig.

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