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Crikey: Future Of The Loss

Recht originell, aber ausbaufähig
Wertung: 6.5/10
Genre: Power, Death, Thrash Metal
Spielzeit: 48:8
Release: 30.05.2008
Label: twilight

Gleich sieben Leute haben hier den Versuch unternommen, etwas äußerst Eigenständiges auf die Beine zu stellen. Sicher, zwei sich duellierende, vollkommen unterschiedliche Stimmen sind nicht unbedingt eine Seltenheit, allerdings ist ja meistens eher die Konstellation opernartige Stimme meets Grunzer anzutreffen; hier aber haben wir zwei Herren, von denen mit Christopher Mieves, der u. a. auch bei der Death-Metal-Band Grind Inc. am Start ist, einer permanent Grindcore-mäßig growlt und mit Klaus Spangenberg von den Thrashern von Blood Red Angel der andere hoch schreit, bzw. das ein oder andere Mal auch clean singt.

Als weiteres Element, um sich vom Gros der Szene abzuheben, hat man mit Andrea Justen eine klassisch ausgebildete Violinistin ins Boot geholt, die zuvor in einem Orchester spielte, um nun mal etwas anderes auszuprobieren. Einige werden jetzt sicherlich an alte My Dying Bride denken, aber Geige hin, Geige her – mit den Düsterheimern aus England hat diese Band aus Krefeld musikalisch nicht wirklich was gemein. Leicht einzuordnen ist die Mucke jedenfalls nicht; es ertönen Elemente aus Death, Thrash und Power Metal, mit „Shades Of You“ gibt es allerdings sogar eine waschechte, durchaus akzeptable Ballade (auch wenn hier der cleane Gesang nicht so ganz überzeugen will), sodass man der Combo Eigenständigkeit, Abwechslung und Freude am Experimentieren nicht abstreiten kann.

Nichtsdestotrotz muss man sich schon einigermaßen reinhören, denn so ganz einfach zu verdauen ist das Ganze nicht immer. Durch das permanente Vocal-Duell und die zahlreich vorhandenen Breaks gleichen die Songs teilweise Achterbahnfahrten und können schon anstrengen. Anfangs wirkt das Ganze noch wie ein Einheitsbrei und reichlich chaotisch und auch wenn sich die Strukturen nach und nach offenbaren, muss man doch konstatieren, dass hier noch längst nicht alles rund läuft. Trotz der erwähnten Progressivität könnten ein paar Hooklines, die sich auf Dauer festsetzen, schon nicht schaden, davon gibt es noch etwas zu wenig. Will heißen, das Songwriting ist sicherlich ausbaufähig.

Dennoch gibt es selbstverständlich schon gelungene Momente: der Opener „Chaos Of Feelings“ bietet einen wahrhaft gelungenen und eingängigen Refrain; „Leave“ ist ein vielseitiges Stück mit komplexen, sehr geilen Drums zu Beginn und einem überraschenden, aber nachvollziehbar eingebautem ruhigen Teil, bei dem auch die im Hintergrund erklingenden, dezenten weiblichen Vocals sehr gut passen und für einen zusätzlichen Farbtupfer sorgen; „Embrace The Demise“ peitscht mit einigen gelungenen Riffs nach vorne und die erwähnte Ballade „Shades Of You“ fügt sich recht gut ein und bildet zwischen dem permanenten Brüllkreisch-Gesang eine willkommene Durchschnaufpause.

Doch wenn wir schon bei dem Gesang sind: die beiden völlig unterschiedlichen Stimmen könnten deutlich mehr Facetten vertragen, da sowohl das Geschreie, als auch das Gegrunze auf Dauer zu eintönig klingen (was allerdings ein allgemeines Problem in der Szene ist; es gibt im extremen Gesangsbereich einfach zu wenig originelle, abwechslungsreiche Sänger) und daher leider irgendwann anfangen zu nerven.

Des weiteren hätte man die Geige vielleicht noch ein wenig mehr in den Vordergrund mischen können. Andrea Justen hat durchaus einiges zu tun und spielt tadellos; doch gerade aus diesem Grund und der Tatsache, dass Violinen ja nicht gerade Standard-mäßig im Metal verwendet werden (jedenfalls nicht in dieser Art von Metal) hätte man hier mehr draus machen können. Ansonsten ist die Produktion für ein Debütalbum mehr als akzeptabel. Insgesamt also auf jeden Fall eine originelle Gruppe, die sich aufgrund ihrer Experimente erfreulich von der Masse gesichtsloser Bands abhebt. Crikey werden ihren Weg gehen, auch wenn das Ganze wie gesagt noch ausbaufähig ist.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann