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Crest Of Darkness: Welcome The Dead

Lob oder Tadel? Das ist hier die Frage
Wertung: 5,5/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 50:25
Release: 02.12.2016
Label: My Kingdom Music

„Welcome The Dead“ ist bereits das neunte Album der Norweger Crest Of Darkness. Seit über zwanzig Jahren werkeln diese also schon im Musikzirkus herum und nach den Labelinformationen flossen dabei alle möglichen Spielarten des extremen Metals in das kreative Schaffen mit ein. Da seit dem Release-Datum der Scheibe inzwischen schon die ein oder andere Woche verstrichen ist, wurde über „Welcome The Dead“ schon vieles geschrieben und der vorherrschenden Meinung wird sich auch hier im Großen und Ganzen angeschlossen, denn leicht machen es einem die Herren nicht. Aber eines nach dem anderen…

Was man zunächst loben kann, ist das Artwork des Albums: Das Cover wirkt düster, trägt nicht zu sehr auf, sondern ist eher zurückhaltend. Da hat jemand einen guten Geschmack bewiesen. Der Stil setzt sich im Booklet fort und gibt dem Album einen vielversprechenden optischen Rahmen.

Worüber man gleich im Anschluss meckern kann, ist - das Artwork des Albums: Die auf böse getrimmten Fotos der Künstler wirken eher belustigend und passen dadurch nicht zur ansonsten wirklich gelungenen visuellen Erscheinung. Vielleicht ist das aber auch ausschließlich persönliches Empfinden.

Selbstverständlich ist die Aufmachung eines neuen Albums für ein Musikreview bestenfalls von sekundärer Bedeutung, aber irgendwie ist diese eben beschriebene optische Gestaltung von „Welcome The Dead“ auch symptomatisch für die Musik. Crest Of Darkness machen nämlich vieles richtig und doch bleibt immer auch ein Wermutstropfen übrig. Geboten wird dem Hörer eine Mischung aus Black und Death Metal, wobei das Pendel etwas mehr Richtung Black Metal ausschlägt, dieses Empfinden liegt höchstwahrscheinlich am Gekeife von Fronter Ingar. Ergänzt wird der Mix durch mehr oder weniger dezente Keyboardeinlagen und klassische Heavy-Metal- Ausflüge. Es wird geknüppelt, gestampft und allerhand Variationen (gesprochene Passagen, melodische Zwischenspiele) mit eingebracht. Harte Musik liegt hier zweifelsohne vor, aber richtig heftige Ausbrüche darf man auf „Welcome The Dead“ auch nicht erwarten. Auf der anderen Seite sind die Norweger auch melodisch unterwegs, aber hier nicht so sehr, dass sie ein breiteres Publikum ansprechen würden. Nicht Fisch und nicht Fleisch also.

Textlich bewegt man sich auf bewährtem Terrain: Dämonen, Schmerz, Tod und Teufel. Wie es eben seit Jahrzehnten im schwarz orientierten Extrem Metal sein muss. Kennt man alles schon.

Das ist insgesamt alles keinesfalls schlecht und man merkt, dass hier Erfahrung und Können am Werk ist. Auch wenn Crest Of Darkness nicht alles gelungen ist (Keyboards in „Borrowed Life“), legen sie hier ein solides Album vor. Leider hat „Welcome The Dead“ jedoch wenig Argumente dafür, dass man es wiederholt auflegt. Zu erwarten ist wohl vielmehr, dass es in der Masse des extremen Metals untergehen wird.

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