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Crematory: Infinity

Wieder stärker als zuletzt
Wertung: 8/10
Genre: Gothic Metal
Spielzeit: 46:24
Release: 29.01.2010
Label: Massacre Records

Nachdem das letzte Album „Pray“ der deutschen Gothic Metaller Crematory überaschenderweise – trotz des ursprünglichen Arbeitstitels „Gothic Metal“ – weniger in die düstere Kerbe des Metals einschlug, sondern viel mehr poppig ausfiel und unter einem wenig abwechslungsreichen Songwriting litt, wird mit dem neuen Album „Infinity“ natürlich versprochen, alte Fehler auszumerzen und die so typischen, mitreißenden Crematory-Hymnen zu präsentieren.

Der Titelsong „Infinity“ eröffnet das Album mit einem dieser so typischen Songs, angenehm verzerrte Growls treffen auf tiefe Gitarren, eine Prise Keyboard dazu, ein solides Fundament aus Bass und Schlagzeug, und im langsameren, klar gesungenen Refrain eine schöne Melodie – auf alle Fälle nicht schlecht, aber auch nicht neu. War's das schon? Nein, das Songwriting zeigt sich glücklicherweise deutlich abwechslungsreicher, so beginnt der mit treibenden Electro-Loops eingeleitete zweite Song „Sense Of Time“ recht aggressiv, fährt das Tempo sowie die Gitarrenverzerrung dann jedoch deutlich zurück und kommt mit gesprochenen Vocals aus, lediglich im Refrain wird wieder richtig gesungen und ein wenig gegrowlt. Nicht überzeugen kann hingegen der Song „Out Of Mind“, der absolut vorhersehbar und langweilig geworden ist. Der Refrain kann nicht mitreißen, die Keyboards dudeln vor sich hin und die alten Riffs verlieren sich irgendwo zwischen Gesang und Drumming.

Bei dem sehr Electro-lastigen Stück „Black Celebration“ haben die Männer an den Mikrophonen mal ihre Rollen getauscht – ein Großteil der Verse wird von Mathias gesungen, während im Refrain Felix seine Growls zum Besten gibt. Wer sich die Tracklist angesehen hat und davon ausgeht, dass auf der Platte mit „Auf der Flucht“ nur ein deutschsprachiger Song vertreten ist, der täuscht sich, denn der Track „Never Look Back“ weist sowohl deutschsprachige als auch auf Englisch verfasste Lyrics auf. Einen wirklich neuen Song bieten Crematory dann mit dem akustischen Stück „Broken Halo“: Das Schlagzeug und die Streicher klingen stellenweise beinah episch und auch Akustikgitarre und Bass sind recht stimmungsvoll gehalten. Der Titel „A Story About…“ kommt komplett ohne klaren Gesang aus und setzt dafür gerade im Refrain auf melodische Gitarren – von solchen Raffinessen hätte man sich mehr gewünscht, denn trotz aller Mühe beim Songwriting klingen die Riffs dieser CD oftmals doch typisch und erinnern manchmal sogar mehr an Industrial Rock als an Gothic Metal – dieses typische Gothic Metal-Feeling kommt noch am besten bei „No One Knows“ heraus, da die klaren Vocals hier ziemlich tief gesungen sind.

Zu guter letzt folgt noch ein deutscher Song namens „Auf der Flucht“, der gitarrentechnisch sowie auf gesanglicher Ebene einiges zu bieten hat und doch klar den Wunsch aufkeimen lässt, dass Crematory wieder mehr deutsche Songs schreiben sollten – „Infinity“ ist zwar ein gutes Album geworden, das nicht so überproduziert ist wie „Pray“, aber dennoch druckvoll aus den Boxen dröhnt, dabei jedoch noch lange nicht so energetisch ist wie noch die Songs der Platte „Klagebilder“.

Crematory-Anhänger kommen hier zweifelsohne auf ihre Kosten und wer ältere Scheiben à la „Klagebilder“ mochte und mit „Pray“ nicht so viel anfangen konnte erst recht – wer durch „Pray“ zu Crematory gekommen ist, wird mit diesem Album ebenfalls einverstanden sein, wenn es auch nicht ganz so poppig geworden ist; groovende Synths und fesselnde Hooklines sind immer noch zu finden.

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