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Creature: Dying Nation

Der letzte Feinschliff fehlt noch
Wertung: 7/10
Genre: Melodic Black Metal
Spielzeit: 57:10
Release: 01.02.2007
Label: Metal Distro

Hier liegt mir nun das erste Full Length-Album von Creature vor. Vorsicht, nicht, dass ihr diese Band mit der gleichnamigen deutschen Band verwechselt! Aber die spielen ja auch deutschsprachigen Pagan- / Black Metal, daher wäre eine Verwechslung sowieso eher unwahrscheinlich. Okay, genug der Vorrede, kommen wir zum Wesentlichen …

Die Creature, deren CD ich hier bespreche, stammen aus Belgien und wurden 2001 von Sänger Muzdreg und Gitarrist Golgob gegründet. Das Hauptelement, um die Musik von Creature zu umschreiben, besteht aus Melodic Black Metal, aber man findet auch weitere Elemente aus anderen Genres des Metals, so sei beispielsweise das dem Viking Metal-Genre zuzuordnende „Valhalla Reborn“ zu erwähnen.

Nach dem Intro „Revelations“ schaffen es „Manifest For A Dying Nation“ und das folgende „Ancient Curse“, die in der Presse-Info genannte post-apokalyptische Stimmung weiter auszubauen. Weiterhin finden wir auf dem zweitgenannten Song ein gutes Solo, was in dieser ganzen Apokalypse wie ein Hoffnungsstreif am Horizont wirkt. Dann wird dieses zarte Pflänzchen der Hoffnung im Keim erstickt durch die kreischende Stimme Muzdregs. Guter Song!

Bei „Hellride“ scheint der Name Programm zu sein, denn es scheint im gestreckten Galopp in dieselbige zu führen, geht aber auch bis auf das Gitarrensolo im gestreckten Galopp an mir vorbei … Wie oben bereits erwähnt, folgt der Viking Metal-Song „Valhalla Reborn“. Die Ausflüge in den Viking Metal scheinen den Belgiern hörbar Spaß zu machen. Da dies ein richtig guter Song ist, dürfen sie von mir aus auf ihrem nächsten Album gern mehr davon bringen!

„Sin Eater“ dagegen bewegt sich gefährlich nahe an der musikalischen Belanglosigkeit, weil leider viel zu sehr 08/15 – Black Metal …Eingangs von „Fall Of Mankind“ wird es einem Angst und Bange aufgrund der Stimmung, die hier durch die Gitarren erzeugt wird. Dann kreischt Muzdreg auch noch markerschütternd ins Mikro. Im weiteren Verlauf kann dieser Song allerdings keine Überraschungen mehr aus dem Hut zaubern. Der Eröffnungsgrowl zu “Angra Mainya” sucht seinesgleichen. Dieser Song entpuppt sich dann im weiteren Verlauf als vielseitig, da hier wieder Death mit Black Metal gemixt wird.

Mit „Dead Man“ folgt dann ein richtig guter Black Metal-Song im moderaten Rhythmus fernab der sinnfreien Raserei mit gut durchdachten Gitarrenläufen sowie einer Rhythmussektion, bei der es echt Spaß macht, zuzuhören. Ein richtig guter Song, wenn nicht sogar der beste des Albums … In “Moments Of Doom” liefern Golgob und Gorgash schöne Gitarrenläufe, aber insgesamt gesehen erregt dieser Song eher weniger Aufmerksamkeit. Bei „Disciple Of The Apocalypse” erleben wir zwischendurch kleine Einschübe aus dem Power Metal. „End Of Mayhem“ ist ein Song, der im Black Metal-Gewand rockt wie Sau. Dies würde ich als einen Song im Stile der Norweger Vreid bezeichnen. Gut gemacht, Leute!

Und dann folgt der letzte Song „Dodennacht“, der als der bekannteste der Band gilt. Wie man vom Songtitel her unschwer erkennen kann, ist dieser in der Heimatsprache der Band gehalten. Schöner Stimmungsaufbau während des Songs, der ein kleines bisschen in die Viking Metal-Ecke geht und auch noch mit einem kurzen, aber hübschen Solo aufwartet.

Was mir trotz all der guten Eindrücke extrem auf die Nerven geht, ist Muzdregs Stimme. Ich bin jemand, der gute Growls sehr schätzt. Was die Herren sich bei der Produktion dieser Scheibe allerdings gedacht haben, wird mir wohl ein Rätsel bleiben. Es wurde mächtig Hall auf Muzdregs Stimme gelegt, was so ca. ab „The Sin Eater“ mir und vielleicht auch dem ein oder anderen Hörer auf´s Gemüt schlagen könnte. Okay, eine gewisse kalte Stimmung kann man damit schon erschaffen, aber die Gefahr der Monotonie schwebt im gleichen Moment über der Idee der Stimmungserzeugung … Das mit dem Hall sollte man sich in der Band noch mal reiflich durch den Kopf gehen lassen. Auch wäre es schön gewesen, wenn die Produktion insgesamt etwas druckvoller ausgefallen wäre.

Den Hut ziehe ich vor der Spielzeit, denn es gibt gut eine Stunde lang was zu hören, und das auf einem Debütalbum, was ganz beachtlich ist. Fazit: Gute Ansätze, denn Ideenreichtum ist den Belgiern kein Fremdwort. Hier und da muss noch gefeilt und geschnitzt werden, aber dies ist ja auch erst das Debütalbum. Creature sollte man auf jeden Fall im Auge behalten. Alle Black Metal-Fans, die ohne Scheuklappen durch die Wälder streifen, sollten sich „Dying Nation“ auf jeden Fall anhören.

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