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Create.Use.Shatter: Maladies

Der Spaß steckt in der Hektik
Wertung: 7,5/10
Genre: Post-Hardcore, Alternative Rock
Spielzeit: 48:22
Release: 24.10.2014
Label: Midsummer Records

Der erste Eindruck, den man bei Create.Use.Shatter bekommt, ist durch folgende Punkte geprägt: A) Die Band ist bei Midsummer Records unter Vertrag, ergo wahrscheinlich nicht ganz einfach – sieht man schon an der Schreibweise. B) Die Band steht unter dem Stern des Alternative Rock und Post-Hardcore, ergo wahrscheinlich ziemlich laut und speziell. C) Das Cover der Debüt-Vinyl-Langrille „Maladies“ ist eines der coolsten, die mir im vergangenen Jahr unter die Augen bekommen sind. Gezeigt wird auf der hell gehaltenen Front ein einsames Häuschen einer Eiswüste, über dem ein auf den Kopf gestellter Eisberg thront, der umso monumentaler wirkt, da man nur einen Teil von ihm zu sehen bekommt.

Nachdem man sich von diesem epischen Bild erholt hat, kann man sich kurz um die Fakten kümmern: Gegründet hat sich die Giessener Truppe bereits vor sieben Jahren, veröffentlicht wurden mit „Nightmares Of A Pilot“ 2009 und dem Nachfolger „Tide Bent“ drei Jahre später bereits zwei EPs. So weit, so gut. Musikalisch kann man sich die Band in etwa so vorstellen, als würde ein leicht desorientierter, aber nichtsdestoweniger wütender Bienenschwarm in ein Musikfachgeschäft einfallen.

Bei knapp 50 Minuten Spielzeit kann man sich nach zwei Durchläufen zumindest schon mal einen groben Überblick verschaffen: Hier stehen keine unerfahrenen Musiker im Studio, jedes Riff sitzt, und erst im Verlauf kommt man auf all die kleinen Details, die gerade beim Post-Hardcore oft darüber entscheiden, ob eine Platte im Regal verschwindet oder nicht. Gesanglich herrscht hier natürlich Geschrei vor, die Stimmlage ist etwas gewöhnungsbedürftig und könnte stellenweise einen Hauch mehr Zorn vertragen. Das fällt schon beim Opener „Mono“ auf, dessen erste Hälfte sehr schön instrumental bestritten wird. Drohend basslastig schiebt sich der Song voran, Kopf und Beine werden gleich in Bewegung versetzt und genau in so einer Umgebung wünscht man sich einen Sänger mit ein wenig mehr Druck – aber abwarten, vielleicht passiert diesbezüglich ja noch was. Geil ist der Song allemal.

Recht schnell kristallisiert sich heraus, dass Create.Use.Shatter besser wirken, wenn sie ein bisschen unter Zeitdruck zu stehen scheinen: „Faces“ beispielsweise klingt, als hätten sämtliche Bandmitglieder dringende Termine, die sie dazu nötigen, den Track so schnell wie möglich herunterzuzocken – hektisch, dynamisch, aber keineswegs fahrig oder nachlässig. Ähnlich chaotisch zeigt sich „Petrify, hier wird dann auch der nötige Druck aufgebaut, alles wummert wunderbar vor sich hin, da hört man bei entsprechender Lautstärke auch das hysterische Gemecker der Nachbarn nicht mehr.

Wir halten also fest: Je aggressiver Create.Use.Shatter ans Werk gehen, desto schöner. Natürlich ist das wieder Geschmackssache, aber gerade bei solchen Tracks wie den oben genannten geht einem als Hardcore-Fan doch das Herz auf. Ein schönes Gegenbeispiel bietet dann aber doch noch das finale „Summer“, das zwar nur zu Beginn trügerische Ruhe verbreitet, das macht es aber durchaus ansprechend.

Fazit: Eine Kaufempfehlung für alle Hardcore-Freunde und Fans härteren Alternative Rocks kann man hier sicherlich aussprechen, Menschen ohne Scheuklappen sind wie immer willkommen. Auf „Maladies“ finden sich einige wunderbar rotzige Stücke, die trotzdem klar und transparent produziert daherkommen.

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