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Craving: Craving

Schneller Melodic Death Metal mit Folk-Elementen
Wertung: 7/10
Genre: Melodic Death Metal, Melodic Black Metal, Folk Metal
Spielzeit: 45:47
Release: 20.01.2012
Label: Apostasy Records

Craving nennt sich das melodische Death-Metal-Quartett, das nach zwei veröffentlichten Eigenproduktionen, nämlich einer Demo 2006 und der "Revenge"-EP 2008, nun ihren längst überfälligen selbstbetitelten Erstling fertiggestellt hat. Für die Veröffentlichung hat die Band zuvor bei Apostasy Records unterschrieben und wird auf dem Debütwerk sogar von zwei Gastmusikern unterstützt. Das Genre wird als "Melodic Black/Death/Folk Metal" bezeichnet, was allerdings letztendlich weniger das wiedergibt, was einen auf "Craving" erwartet, als vielmehr zur Einordnung dient.

Das vielschichtige Klangspektrum bildet auf dem Album heroische und keltisch-melodischen Gitarrenläufe, pfeilschnelle Blastbeats, hymnische Song-Elemente und eine vorranig kratzige Black-Metal-Stimme von Frontmann Ivan Chertov, die hin und wieder den kräftigen Growls weicht. Solche Songs stellen beispielsweise der flotte Opener "Lord Of The Flames" oder das stimmige "В лес! (Into The Forest)" dar. Die Riffs sind dabei meist relativ langsam und episch gehalten, was in direktem Gegensatz zu den extremen Drums steht, aber erstaunlich gut zusammenzupassen scheint und eine ganz eigene Atmosphäre erzeugt. In manchen Passagen geht es auch etwas ruhiger zu, mit Akustikgitarren und Klargesang, so etwa in dem melancholischen Abschluss namens "Lug und Litanei".

Der Stil bewegt sich auf "Craving" gemeinhin näher am Black als am Death Metal und sieht sich geradewegs auf den Spuren von Bands wie Wintersun oder Ensiferum mit unterschiedlichen Einflüssen, die von Suidakra bis zu den frühen In Flames reichen. Außergewöhnlich ist, dass die Texte in drei verschiedenen Sprachen verfasst wurden. Es befinden sich sowohl englische und russische als auch deutsche Lyrics auf der Platte. Bei den bereits erwähnten Gastmusikern handelt es sich um niemand geringeren als Helge Stang (ex-Equilibrium, Arafel Sänger), der der Truppe auf zwei Songs sein mächtiges Organ leiht, und Gitarristin Sole Genua, eine chilenische Solokünstlerin, die ebenfalls auf zwei Tracks die Saiten schwingen darf.

Die Produktion hält sich jedoch in Grenzen. Der Sound ist im Gesamten viel zu dünn, es fehlt der Druck, die schwachen Bässe sind viel zu unterschwellig und die Drums klingen teils sehr unecht, eher plastisch (bei der Geschwindigkeit würde es aber auch nicht wundern, wenn da eine Drum Machine hintersteckt). Das ist schade, denn die Band hat in Sachen Songwriting ein paar gute Ideen, die mit einer dicken Produktion natürlich noch aussagekräftiger und stimmiger rüberkommen würden. Aufgenommen wurde das Ganze mit Lars Schlüte in den Alpha Sound Studios in Dortmund und gemastert von Sebastian Levermann (Orden Ogan).

Abgesehen davon, dass die Gitarren neben der bescheidenen Produktion auch noch an seltenen Stellen ein wenig schief klingen, ist alles in allem aber ein gutes Debütalbum enstanden, das Fans von Wintersun oder den frühen Ensiferum sicher willkommen heißen, Genre-Kritiker hingegen als uninnovativ und ausgelutscht abtun werden. Klar, das Thema Folk Metal ist durch diverse Trink- und Feierkapellen sicherlich für einige ausgelutscht, aber die Platte deswegen als 08/15-Folk-Party-Mucke-Album abzutun scheint mir dem Werk nicht gerecht zu werden, denn zu der paganischen Spielweise gesellt sich bei Craving ein kleiner aber erfrischender Teil an Melodic-Death-Metal und vielen anderen Elementen, die das ganze versüßen. Außerdem gibt es ein nettes Artwork!

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