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Crashcaptains: In Too Deep

Es fehlen die Ecken und Kanten
Wertung: 6/10
Genre: Indie Rock
Spielzeit: 42:14
Release: 09.11.2018
Label: Lametta Records

Auf manche Platten stürzt man sich als Schreiberling wie ein Aasgeier und manche liegen, nun ja, etwas länger, bevor sie zu ihren verschriftlichten Recht kommen. „In Too Deep“, die zweite Langrille von den Berlinern Crashcaptains ist so ein Album, wurde es doch bereits Anfang November letzten Jahres via Lametta Records veröffentlicht, staubte aber bislang auf dem pickepackevollen Schreibtisch ein.

Wer sich die Scheibe zu Gemüte führt und vorher noch nichts von dem Quartett gehört hatte, tut gut daran, den nächsten Zahnarzttermin schon bereitliegen zu haben, denn die neun Songs präsentieren sich teils schon recht zuckrig, klebrigsüß und klopfen auch schon mal bei eher poppigeren Genres an. Dabei hat Sänger Nick eine durchaus schöne, sanfte Stimme, gerade in Songs wie „Done“ kann man dann schon mal schön in den Strophen schwelgen, im Refrain geht es dann aber für meinen Geschmack bereits wieder zu süßlich zu.

Der Opener „Automatic Doors“ hatte es ja irgendwie auch schon nicht sehr dezent anklingen lassen: Hier bewegt man sich zwar durchaus im Indie- und Alternative-Bereich, von harten Gitarren oder rauem Gesang ist aber erst mal (leider) nichts zu hören, dafür schmiegt sich der Openertrack fast ein bisschen amerikanisch klingend an die Lautsprechermembran, der Titeltrack, ohrwurmig wie er ist, könnte dann sogar gut im Radio laufen.

Mit der Zeit schlüpft man aber ein bisschen in die samtigweiche Stimmung des Albums und kann sich auch an tatsächlich starken, nicht ganz so poppig gehaltenen Tracks wie „Bridges“ erfreuen; der überraschend noisige Einstieg beim folgenden „Lakeland“ verspricht dann so einiges, verläuft aber leider recht flott im Sand, findet sich aber zumindest im Refrain noch mal wieder und kann auch dort wieder elektrisieren.

Final haben Crashcaptains mit „Tightrope/Ice River“ ein fast achtminütiges Doppelpack ins Rennen geschickt, das sich in der ersten Hälfte erstaunlich psychedelisch ausnimmt, im „Ice River“-Part dann eher sphärisch geladen daherkommt, und tatsächlich noch mal ein bisschen Boden gut machen kann.

Ein Urteil über „In Too Deep“ zu fällen, gestaltet sich gar nicht so leicht, denn technisch sind Crashcaptains über jeden Verdacht erhaben. Eine transparente und glasklare Produktion und ein schöner, erdiger, gleichzeitig ein bisschen post-rockiger Sound machen „In Too Deep“ eigentlich zu einer coolen Scheibe. Geschmacklich kann man dann aber streiten – zwar wurden allzu poppige Anfälle durch kleinere Experimente etwas abgemildert, sicherlich ist „In Too Deep“ aber für die Schreiberin dieser Zeilen kein Album, das sich öfter in die heimische Playlist verirren wird - dafür fehlen einfach einige Ecken und Kanten. Damit bewegen sich die Berliner im Mittelfeld.

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