Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Cradle Of Filth: Evermore Darkly

Wertiger Release
keine Wertung
Genre: Black, Gothic Metal
Spielzeit: CD: 43:13 / DVD: 113:00
Release: 28.10.2011
Label: Peaceville

In ihrer 20-jährigen Karriere haben Englands Extrem-Düster-Metaller Nummer eins Cradle Of Filth neben zahlreichen Alben auch einige EPs veröffentlicht, die man als mal mehr und mal weniger essentiell bezeichnen kann. In der Vergangenheit warf man Dani und Co. anhand von Releases mit Gemüter spaltenden Remixen und Bonustracks gerne mal Geldmacherei vor, die hier vorliegende Mini-Platte „Evermore Darkly“, von der Band als eine Art Fortsetzung des vor einem Jahr erschienenen Longplayers „Darkly, Darkly, Venus Aversa“ bezeichnet, gehört zum Glück zur brauchbaren Kategorie.

Auch hier ist wieder ein Remix vertreten, der bei so manchem Anhänger ein dickes Fragezeichen hinterlassen wird – die Single „Forgive Me Father“ wurde zu einer Dance-Nummer mit Technosounds umfunktioniert; ob Cradle dadurch künftig auch in Discos vermehrt zu hören sein werden, darf dennoch bezweifelt werden –, aber dieser Gimmick sei den Düsterheimern zugestanden und wer es nicht mag, kann ja skippen. Der neue Track „Thank Your Lucky Scars“ ist dafür ein absolut solider COF-Song geworden, sehr typisch und ohne große Überraschungen, aber definitiv mehr als nur B-Seiten-kompatibel und ein weiterer Beweis für die bärenstarken Songwriting-Fähigkeiten der Briten.

Ansonsten gibt es auf der CD noch ein paar Demos, eine – eher verzichtbare – längere Version von „Lilith Immaculate“, sowie eine hörenswerte Orchestervariante des Klassikers „Summer Dying Fast“ vor den Latz. Dies alles wäre natürlich trotzdem immer noch viel zu wenig für eine Kaufempfehlung, doch es gibt glücklicherweise noch eine beiliegende DVD und diese ist der eigentliche Grund, weswegen wahre Cradle-Fans nicht drum herumkommen, sich „Evermore Darkly“ zuzulegen. Der Videoclip zu „Lilith Immaculate“ ist ein netter Bonus, doch interessant sind in erster Linie logischerweise die 45-minütige Dokumentation „You Can’t Polish A Turd, But You Can Roll It In Glitter“ (was für ein grandioser Titel – wie die darauf wohl gekommen sind?), die ein paar nette und witzige Einblicke ins Tourleben bietet und durch die Frontschreihals Dani höchst persönlich führt, und die Aufzeichnung des einstündigen Gigs vom diesjährigen Graspop Metal Meeting. Hierbei gibt die Band eine passable Figur ab (ich habe Cradle Of Filth bislang nicht gerade als starke Liveband erlebt), in jedem Fall besser als das unendlich lahme Publikum (der Auftritt fand am zweiten Festivaltag von zehn bis elf Uhr abends statt, Müdigkeit ist also keine Entschuldigung), das Dani immer wieder wachrütteln muss („Are you fucking drunk, or what?!“). 

Besonders die Leistung der neuen Keyboarderin Caroline Campbell sollte hervorgehoben werden, denn neben der Tastendrückerei hat sie auch sämtliche weibliche Gesangsparts übernommen und ist somit viel beschäftigt. Im Gegensatz zu so mancher ihrer Vorgängerinnen liegt sie selten daneben und ihr Akzent ist lustigerweise sogar noch britischer als der der langjährigen Stammchanteuse Sarah Jezebel Deva („…blood on stone“). Die Mischung zwischen altem und neuem Material ist okay, es handelt sich eben mehr oder weniger um eine typische Festival-Setlist, aber es ist nicht zu übersehen, dass die alten Klamotten à la „The Principle Of Evil Made Flesh“, „Her Ghost In The Fog“ und das unbeschreiblich großartige „Cruelty Brought Thee Orchids“ am besten ankommen.

Insgesamt bringen es CD und DVD auf gute zweieinhalb Stunden, bei denen man kurzweilig unterhalten wird. Das wie immer stilvolle Artwork gibt der Angelegenheit den letzten Schliff, so dass hier die Devise „Kaufen“ ausgesprochen werden muss. 

comments powered by Disqus

Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann