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Cradle Of Filth: Cruelty And The Beast – Re-Mistressed

Diese Neuauflage muss jeder Fan haben
keine Wertung
Genre: Black/Gothic Metal
Spielzeit: 66:00
Release: 01.11.2019
Label: Zomba (Sony Music)

Davon haben Cradle Of Filth-Fans lange geträumt: Eine Neuauflage des Klassikeralbums „Cruelty And The Beast“ mit vernünftigem Mix und Mastering. Dass die 1998er Scheibe als musikalisch hochklassig gilt und bei den meisten Cradle-Supportern mit Sicherheit unter ihren Top 3-Faves zu finden ist (allein der Übersong „Cruelty Brought Thee Orchids“ verleiht jedes Mal wieder Gänsehaut und ist live unverzichtbar), macht es nur umso bedauerlicher, dass man die Produktion damals völlig in den Sand setzte. Backing-Sängerin Sarah Jezebel Deva beklagte sich seinerzeit bereits nach dem ersten Hördurchlauf des Gesamtresultats, sie klänge „als hätte ich meinen Kopf in einer Toilette“ (wenn man sie überhaupt mal hören konnte), und auch Drummer Nicholas Barker war völlig unzufrieden mit dem matschigen, künstlichen Schlagzeugsound.

Ursprünglich sollte der Remix bereits im letzten Jahr veröffentlicht werden (passend zum 20jährigen Jubiläum des Werks), aufgrund von nicht näher definierten rechtlichen Problemen jedoch kam es nun doch erst im späten 2019 zum Release. Da er bereits die letzten Cradle-Alben tadellos produzierte, lag es nahe, auch für die Remix-Ausgabe von „Cruelty“ Scott Atkins heranzuziehen, der von „einer Menge Restaurierungsarbeiten“ sprach, aber versichert, dass es keinerlei zusätzliche Neuaufnahmen gab, schließlich wollte man das Original nicht verfälschen, sondern lediglich mit einem besseren Sound ausstatten.

Im Nachhinein Overdubs zu verwenden, hätte ohnehin kein Cradle-Fan akzeptiert, zumal es sicherlich ohnehin Puristen geben wird, für die das Original unantastbar ist. Der Underground-Touch, den der Sound durch die dünne Produktion gewinnt, mag für so manchen seinen Charme haben, außerdem hat man sich nach so vielen Jahren und dutzenden Durchläufen der Platte vielleicht irgendwie daran gewöhnt – dennoch muss man letztlich beinahe zwangsläufig zu dem Schluss gelangen, dass das dritte Full-Length-Album der Engländer endlich das Klanggewand bekommt, das dieser kompositorisch hervorragende Langspieler verdient.

Der Sound ist direkter, kraftvoller, reichhaltiger und geschliffener; die Gitarren haben mehr Tiefe und sind druckvoller, doch besonders das Schlagzeug hört sich nicht mehr nach springenden Tischtennisbällen und Besteckkasten an, sondern besitzt endlich Power. Auch bei den Keyboards zeigen sich im neuen Mix deutliche Veränderungen, Details treten klarer zutage bzw. wurden geschmeidiger ans Gesamtbild angepasst (so beispielsweise im Endpart von „The Twisted Nails Of Faith“). Vor allem jedoch Miss Deva dürfte darüber jubeln, dass sie nun nicht mehr nach „Kopf im Klo“ klingt; in den weiblichen Gesangsparts tauchen plötzlich Harmonien auf, die man vorher praktisch überhaupt gar nicht gehört hatte.

Mit diesem Remix und Remaster – Cradle-typisch mit einem amüsanten und zur Band passenden Wortspiel („Re-Mistressed“) versehen – werden Dani Filth und sein Gruselkabinett sicherlich endlich ihren Frieden mit „Cruelty And The Beast“ machen können; gerade angesichts der unstrittigen Qualität der Songs war die miese Produktion natürlich immer ein gehöriger Schönheitsfehler, der nun eindrucksvoll korrigiert wurde. Verfälscht klingt hier tatsächlich nichts, das Album erstrahlt schlichtweg in neuem Glanz – einzig auf das fürchterliche Iron Maiden-Cover von „Hallowed Be Thy Name“ hätte man verzichten können.

Dennoch: Die harte Arbeit, die in diesem Projekt steckt, hat sich ganz klar gelohnt, toll was Atkins aus den alten Bändern herausgeholt hat – jeder Fan muss sich „Cruelty Re-Mistressed“ definitiv auf seinem Einkaufszettel notieren. Selbst für die erwähnten Puristen sollte diese Neuauflage zumindest eine wunderbare Alternative darstellen. Ein schöner optischer Bonus ist auch das neue Artwork. Und dann kann man sich auch schon aufs nächste Jahr freuen, wenn ein neues reguläres Album erscheinen soll.

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