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Covenant: Modern Ruin

Gesellschaftskritik im Electro-Gewand
Wertung: 9/10
Genre: Electro
Spielzeit: 52:30
Release: 14.01.2011
Label: Synthetic Symphony (SPV)

Das Jahr 2011 beginnt mit einer lang erwarteten Veröffentlichung des bereits siebten Albums der Elektroniker Covenant. Besser kann doch ein Jahr gar nicht beginnen, wenn es denn dann auch den Erwartungen entspricht, die das Publikum an die schwedische Band Covenant hat. Viel muss über die bereits 1986 gegründete Electro-Industrial-Band eigentlich nicht gesagt werden. Sie haben mit ihren sechs bereits erschienenen Alben bewiesen, dass sie ihren festen Platz nicht nur in ihrer schwedischen Heimat haben, auch hier sind die heiß begehrt.

Der Titel allein lädt zu Interpretationen ein. Was wollen Covenant damit sagen? Stellen sie die modernen Zeiten in Frage? Die Politik? Den Fortschritt? Die Technik? Sehen sie im Fortschreiten der Zeit den Verfall? Keine direkte Antwort ist von den Schweden zu vernehmen, aber ein zwölf Tracks schweres Album ist bereit, auseinander genommen zu werden.

Das Album beginnt mit dem gleichnamigen Titelsong „Modern Ruin“ und wer glaubt, dass nun alle Fragen beantwortet werden, der wird eines Besseren belehrt. Der Song beginnt mit einer Klangfolge, die einen Countdown darstellt. Es wird herunter gezählt, doch vor dem Höhepunkt ist das Intro vorbei und die Stimme Eskil Simonssons erklingt und leitet so „Lightbringer“, welches schon vorab in einer auf 3000 Stück limitieren EP erschienen ist, ein. So kennt der Hörer Covenant: Sanfte elektronische Klänge unterstreichen die gefühlvolle Stimme Eskils. Dies wird akzentuiert durch einen Sprechpart, der die Unsterblichkeit anspricht.
 
Das Album ist eine gute Mischung zwischen tanzbarer Clubmusik und wunderschönen Balladen, wie zum Beispiel „The Beauty And The Grace“. Vergleiche zum Märchen „The Beauty And The Beast“ scheinen Absicht und Eskil führt durch eine wunderschöne und märchenhafte Klangwelt. Seine Stimme gibt in diesem Song dem Hörer Halt, ohne dessen er sich sonst in den Tiefen verlieren könnte. Es ist wie ein Fall von Alice in ihr Wunderland.

„Worlds Collide“ hingegen ist wieder ein tanzbarer Song, der die Tanzflächen der Clubs füllen wird. Diesem Song lässt sich der Stempel Future Pop erfolgreich aufdrücken, denn die sehr eingängige Melodie wird durch futuristische Klänge untermalt. Auch diesem Song scheint der Höhepunkt zu fehlen und aus diesem Grund verliert er sich. Absicht? Während der Song läuft, wird genau auf diesen Höhepunkt gewartet. Setzt man diesem Song den elften Song „Beat The Noise“ des Albums entgegen, kann genau dies als Absicht erkannt werden. Vielleicht liegt die Interpretation des Albumtitels genau in der heutigen Erwartungshaltung. Die Erwartung nach immer mehr, nach Größerem, Schnellerem und Einfacherem treibt die Menschen in dieser Welt heutzutage voran und scheinbar wollen Covenant genau an der Stelle den Zeigefinger erheben. Auch „Beat The Noise“ fließt ohne wahren Höhepunkt dahin und bleibt dennoch lange nach dem Schlussakt im Ohr.

Dieses Warten auf den Höhepunkt, diese Erwartungshaltung nach einer Lösung ist das durchklingende Leitmotif des Albums „Morden Ruin“. Es zeigt sich zuerst im Intro und durchläuft dann das gesamte Album.

Covenant beweisen mit dem siebten Album, dass sie nie weg waren, dass sie die vier Jahre seit dem letzten Studioalbum gut genutzt haben, um ein neues und in guter Covenant-Manier zum Nachdenken anregendes Album erschaffen haben. Gerade für Fans des ruhigen Electro-Genres ist „Modern Ruin“ ein Muss.

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