Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Counterparts: The Current Will Carry Us

Erst am Ende wird noch mal rangeklotzt
Wertung: 7/10
Genre: Melodic Hardcore
Spielzeit: 35:43
Release: 25.10.2011
Label: Victory Records

Wer auf Hardcore und Metalcore steht, kommt am amerikanischen Label Victory Records eher schwerlich vorbei. Nach Combos wie A Day To Remember oder Atreyu sind jetzt auch Counterparts beim Siegerlabel unter Vertrag. Kam das erste Album „Prophets“ noch via Verona Records, darf sich die neue Platte „The Current Will Carry Us“ jetzt beim Core-Riesen einnisten. Nun geht es hier natürlich um die Band und nicht um das Label, aber man muss schon sagen: Die Menschen von Victory Records haben ein ziemliches Händchen für gute Bands.

Die Kanadier Counterparts haben nun also den Sprung in die Riege der, sagen wir, bekannteren Hardcore-Bands geschafft und müssen sich nun endgültig beweisen. Ähnlich wie ihre Kollegen Close Your Eyes halten sie sich an bewährte Melodic-Hardcore-Rezepturen, gehen dabei aber ein gutes Stück weniger radiotauglich und dafür aggressiver zu Werke, ohne jedoch gänzlich auf schöne Melodien zu verzichten. „The Disconnect“ beweist gleich zu Beginn, was die Herren auf ihrer Haben-Seite zu verzeichnen haben: geniale Gitarren, ordentlich Druck auf den Kesseln und mit Brendan Murphy einen talentierten Sänger beziehungsweise Shouter, der sich auch in Kombination mit melodiöseren Arrangements gut macht. Wenn das so weitergeht, können Counterparts durchaus als empfehlenswert durchgehen.

Stürmisch poltert „MMVII“ durch die Walachei, man kann den Mosh förmlich an sich vorbeistrudeln sehen, untermalt wird das Ganze durch die typischen stakkatohaften Hardcore-Drums. Ihre Hausaufgaben haben Counterparts zumindest gemacht, außerdem legen die Jungs eine erstaunliche Spielfreude an den Tag, der der Platte direkt noch das ein oder andere Pünktchen einbringt. Dass hier nicht immer von der ersten Sekunde an drauflos geholzt werden muss, beweist „Pedestal“, das im Intro mit einer Ladung Snares aufwartet, die ordentlich Spannung erzeugen und sicherlich auch live für einige Gänsehäute sorgen wird. Natürlich bremsen Counterparts nicht das komplette Album ab, sondern legen schon nach nicht mal 20 Sekunden wieder los. Brendan keift sich die sprichwörtliche Seele aus dem Leib, unterstützt von flirrenden Gitarren und sich rasch steigernden Drums.

So ganz allmählich kehrt das erste bisschen Monotonie ein. Man ist zwar bei „Thank God“ oder „Uncertainty“ immer noch schwer begeistert von der Dynamik der einzelnen Songs, aber irgendwie fängt langsam alles an, sich ähnlich anzuhören. Erst das vorletzte Stück „Sinking“ sticht wieder etwas aus dem Melodic-Hardcore-Gemisch heraus, was vor allem an dem grandiosen Refrain und den unterschwellig eingesetzten Melodien liegt, die in Kombination mit den Shouts wahre Wunder in Sachen Bewertung vollbringen. Als hätte sich ein Schalter umgelegt, hauen Counterparts auch mit dem finalen „Reflection“ noch einmal einen großartigen Track raus, wahrscheinlich den besten der ganzen Scheibe, der zwar eher in Richtung Post-Hardcore tendiert, vermutlich aber gerade deswegen eine ganz besondere Atmosphäre aufbaut. Da wechseln sich zurückhaltende Samples mit den harten Anschlägen der Bassdrum und deftigen Vocals ab, dass es eine wahre Freude ist.

Fazit: Dass die Kanadier am Ende noch mal die Kurve gekriegt haben, bringt ihnen mindestens einen Punkt mehr ein, als man eigentlich geben könnte, wenn man nur die letzten beiden Songs weglässt. Zwar machen Counterparts soweit alles richtig, der Sound ist wirklich gut und die Musiker können einiges, aber so nach der Hälfte der Platte lässt einen doch die Konzentration im Stich; und das liegt nicht an zu wenig Schlaf, sondern schlichtweg daran, dass das Album keine großen Innovationen oder Überraschungen bietet. Trotzdem: sieben Punkte für den technischen Anspruch, die guten Breakdowns und für eine knappe Handvoll wirklich genialer Songs.

comments powered by Disqus

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen