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Couchanchair: Expd

Stoner Rock direkt aus dem Proberaum
Wertung: 7/10
Genre: Stoner Rock
Spielzeit: 24:29
Release: 15.12.2010
Label: Baxxbeatmusic

Couchanchair sind mit ihren zehn Jahren Bandgeschichte aus der Aschaffenburger Musikszene mittlerweile nicht mehr wegzudenken. In einem größeren Umfeld ist das Quartett aber bisher noch nicht bekannt geworden. Das soll sich nun mit dem Album „Expd“ ändern. Die Bandmitglieder Nicky Herzog (Gesang und Bass), Moritz Alisch (Gitarre und Gesang), Ulrich Kaindl (Gitarre) und Alexander Schnack (Schlagzeug), die seit der Gründung zusammen spielen, haben sich dafür in den Proberaum zurückgezogen und Songs geschrieben, gespielt und aufgenommen.

„Expd“ enthält lediglich sieben Songs und hat mit seiner gerade einmal 24-minütigen Spielzeit eigentlich nur EP-Format - aber Länge bescheinigt ja bekanntlich nicht Klasse. „Capt. Nurensi“ beginnt mit ganz ruhigen Tönen, doch der Schein trügt: Wenig später werden lautstark Zahlen gebrüllt und die Reise des Kapitäns Nurensi besungen. Im Vordergrund stehen harte Gitarrenriffs und gerade als der Kapitän schließlich am Ufer landet, endet der Song auch.

„Shice“ macht genau an der Stelle weiter: Saubere Instrumentenwahl, die Gitarren druckvoll abgemischt, das Schlagzeug klasse integriert. Nur die Stimmen der beiden Sänger kommen leider nur brüllend rüber und es entsteht der Eindruck, als wäre der Gesang nachträglich im Probenraum drübergestülpt worden. „Stoner vom Feinsten“ werden die einen sagen, „wenig Tiefe“ die anderen.

Auch der dritte Song geht ziemlich exakt so weiter, wie die ersten beiden geendet haben. „Patient 0“ jedoch unterscheidet sich in zweierlei Hinsicht: Zum einen wird der Song auf Deutsch gebrüllt und hat mehr Text als noch die ersten beiden Versuche, außerhalb Aschaffenburgs bekannt zu werden. Zum anderen ist der Spaß nach einer Minute und 57 Sekunden auch schon wieder vorbei. Passenderweise wird davon gesungen, dass es „voran geht“; die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

In zehn Jahren Bandgeschichte haben Couchanchair allerdings gelernt, zusammenzuspielen, und so entsteht bei „The Valley“ tatsächlich so etwas wie Harmonie. Die wird zwar akkurat nach zwei Minuten Spielzeit durch die beiden Brüllaffen zerstört, die Zerstörung trifft aber diesmal den Kern des Ganzen.

Dann plötzlich wird es still, ruhige Gitarrenklänge läuten „Frogs And White Mice“ ein und irgendwie scheint der Track nicht so ganz zu den übrigen zu passen. Zur Hälfte des Songs nimmt, noch immer rein instrumental, der Härtegrad zu; ob nun die Mäuse dran sind oder die Frösche Pause haben - man weiß es nicht. Etwa eine Minute vor Schluss haben die beiden Herren Sänger ihren Auftritt und auch hier wird der Unterschied zu den vorangehenden Tracks deutlich: Was hier kommt, kann man nahezu schon als Gesang bezeichnen. Auch die letzten beiden Songs zeigen wieder gute Gitarrenriffs und eine durchweg hervorragende Aufnahmequalität, die dennoch nicht das gewisse Proberaumgefühl vermissen lässt.

Alles in allem liefern Couchanchair auf „Expd“ authentischen Stoner Rock ab und obwohl sie gesanglich bestimmt nicht die stärkste Band in diesem Sektor sind, werden sie sicher auch außerhalb von Aschaffenburg die Tanzflächen füllen, die Biergläser kreisen lassen und die Meute zu Gebrüll animieren können.

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