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Corvus Corax: Venus Vina Musica

Corvus Corax goes Worldmusic
Wertung: 7.5/10
Genre: Mittelalter
Spielzeit: 39:17
Release: 07.07.2006
Label: Pica Music

Das Gründungsjahr dieser mittelalterlichen Musikantentruppe ist gleich dem meines Geburtsjahres, das sagt wohl einiges über die Standfestigkeit von Corvus Corax aus. Ende der 80er Jahre entschloss man sich, Melodien aus mehreren vergangenen Jahrhunderten neu zu arrangieren und mit viel Spielfreude, umfangreichem Instrumentarium und einer gehörigen Portion Mut darzubieten. Nach nunmehr 15 Alben, darunter auch so bombastische Werke wie eigenwillig interpretierte Stücke der Carmina Burana mit Orchester und Chor, sind die Workaholics immer noch nicht müde. Dazu kommt, dass vor Kurzem noch ein Album der, aus den gleichen Musikern bestehenden, Mittelalter-Industrial-Band „Tanzwut“ erschienen ist. Des Weiteren steht jetzt noch eine ausgedehnte Mittelaltermarkt- und Festivaltour an, bevor dann das Projekt „Cantus Buranus II“ Ende des Jahres in Angriff genommen wird.

Wim, der erhabene Instrumentenbauer der Spielmänner, Castus Rabensang, Teufel und Ardor vom Venushügel bearbeiten vornehmlich die Blasinstrumente, während Hatz, Harmann der Drescher und nicht zuletzt Patrick der Kalauer mit seiner Davul den Takt angeben. Meister Selbfried dagegen hat sich nach dem Cantus Buranus-Projekt von der Band getrennt und macht nun eigene Schritte im Bereichen Musik-Management.

Mystischer Einstieg in die Scheibe mit einem Zauberspruch gegen Kopfschmerzen, der einen scheinbar auf die falsche Fährte locken soll. Denn weder im musikalischen Teil der CD ist solch eine düster-rituelle Stimmung zu vernehmen, noch in Albumtitel und Konzept lassen sich solche Ideen erkennen. Nach doomig untermaltem Zauberspruch folgt eine Überleitung. Diese Überleitung besteht aus dem hoch gesungenem Albumtitel, durch mir unbekannte Tröten verstärkt. Und gleich der Titelsong ist ein Tanzflächenkracher. Treibend und erquickendes Trommeln, die charakteristichen Sackpfeifen und Flöten und dazu ein schön rustikaler Männerchor. „Venus Vina Musica“, übersetzt „Lust Weine Musik“, spiegelt das Leben eines musikalischen Weltenbummlers aus vergangenen Zeiten wider.

Im Mittelpunkt des Silbereisens steht die Reise ebenjenes Spielmannes aus dem 13. Jahrhundert, der sich auf die Suche nach der schönsten Frau der damaligen Welt begibt, der indischen Sanyogita. Er beginnt seine Reise im heutigen Deutschland, um sich dann auf dem Weg nach Indien durch den Balkan, Nordafrika und sogar durch Fernost zu machen. In den einzelnen Liedern hört man, mal mehr mal weniger deutlich, die weltmusikalischen Einflüsse heraus, wobei die markanten Dudelsäcke nie aus der Musik verschwinden. In „Sanyogita“ sind zum Beispiel die Zimbeln sehr gut eingearbeitet. „Urmawi“ überzeugt dagegen mit der arabisch/nordafrikanischen Percussion.

Corvus Corax sind die Reinkarnation des damaligen Spielmanns mit Witz, Spielfreude und der Easy-Going-Mentalität. Oder auch: Corvus Corax goes Worldmusic?!

Leider liegt mir nicht das fertige Album vor, sondern nur eine Vorabversion, welche weder den Endmix, noch die komplette Tracklist enthält. Nichtsdestotrotz kann ich den Königen der Spielleute zusichern, mit „Venus Vina Musica“ ein solides Werk abgeliefert zu haben, welches wieder einmal gesunde Abwechslung zum vorherigen Cantus Buranus-Projekt mitsichbringt. Und mit Abwechslung meine ich, dass sich einige Alteingesessene etwas umgewöhnen müssen.

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