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Corvus Corax: Cantus Buranus II

Die Fortsetzung!
Wertung: 7.5/10
Genre: Folk & Medieval Music
Spielzeit: 42:34
Release: 01.08.2008
Label: Soulfood Music Distribution GmbH

Corvus Corax haben es wieder getan! Mit „Cantus Buranus II“ veröffentlichen sie dieser Tage den Nachfolger ihres ambitionierten Projektes, bei dem sie mittelalterliche Texte aus der Liederhandschrift Carmina Burana auf authentische Art und Weise vertonen. Schon der erste Teil, der 2005 erschien, konnte Musikbegeisterte aus allen Stilrichtungen fesseln. Die Band hat sich diese Hochachtung aber auch hart erarbeitet, denn vor denn jeweiligen Veröffentlichungen stand stundenlange Arbeit in Archiven, an Partituren und mit dem Babelsberger Filmorchester und diversen Chören. Ein Beleg für die musikalische Klasse ist der begeistert aufgenommene Auftritt vor dem eigentlich stilfremden Publikum in Wacken vor drei Jahren.

Der erste Teil begann seinerzeit mit dem eingängigen „Fortuna“, wogegen es mit „Veritas Simplex“ direkt einen stampfenden Acht-Minuten-Song zum Einstieg gibt. Es fällt schon hier auf, dass die Chöre eine ganze Ecke bombastischer aus den Boxen dröhnen, was sich mühelos auf die ganze Platte ausweiten lässt. Die „Höher-Schneller-Weiter“ Einstellung der Band lässt sich zu keiner Zeit leugnen. Ob einem das gefällt, ist Geschmackssache, sicher kann man aber behaupten, dass sich in keinem mittelalterlichen Konzertsaal Lieder auf solch eine pompöse Art und Weise angehört haben dürften.

Als Beispiel hierfür sei das sich langsam steigernde „Ordu Languet“ genannt, was speziell am Anfang eine tolle Atmosphäre kreiert. Leider taucht auch hier der allgegenwärtige Beat auf, der nahezu alle Songs unterlegt und den Songs einiges an Identität raubt. Oft ertappt sich der Hörer dabei, dass ihm entgangen ist, ob schon ein neuer Song begonnen hat.

Auf diesem Album stechen nur einzelne Melodien aus der Masse heraus, an Songtitel wird man sich auch nach mehreren Durchläufen kaum erinnern können. Eine Ausnahme könnte das wunderbare „O Varium Fortune“ darstellen, was mit seiner melancholischen Atmosphäre besticht.

Fazit: „Cantus Buranus II“ ist ein in sich geschlossenes Gesamtwerk, was es schwer macht, einzelne Songs hervorzuheben. Der Vorgänger machte es einem da schon einfacher, bot dafür aber auch kein durchgängig hohes Qualitätslevel. Immer mit der Einschränkung, dass man sich für so eine Musik begeistern kann. Denn hier wird nur bedingt das hohe Niveau der Vorlage geboten, man orientiert sich eher (ungewollt ?) an bombastischen Filmsoundtracks der Marke „Conan“ oder auch „Lord Of The Rings“. Dazu gesellen sich das bandtypische Dudelsackspiel, was man in dieser Form eher auf einem Mittelaltermarkt erwartet und nicht in solch einer Produktion. Fairerweise muss man aber zugeben, dass sich diese Instrumente sehr gut in das Gesamtbild einfügen.

So wird es schwierig, ein passendes Gesamturteil zu formulieren. Für kurzes Reinhören fehlen die einprägsamen Songs, Fans des ersten Teils ärgern sich bei einem Blindkauf eventuell über das sperrige Songmaterial. Ich persönlich ziehe den Hut vor dem Einsatz und der Arbeit von Corvus Corax, bevorzuge aber den Vorgänger aus dem Jahr 2005.

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