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Coronatus: Terra Icongnita

Das Rad muss nicht zwingend neu erfunden werden
Wertung: 8.5/10
Genre: Gothic-Metal
Spielzeit: 54:30
Release: 18.11.2011
Label: Massacre Records

“Terra Icognita” ist nun das vierte Album der deutschen Gothic-Metaller Coronatus. Die Schwaben haben von Beginn an sich verschiedener Sprachen bedient, neu ist dann aber doch, dass das Album nun nahezu komplett in deutscher Sprache gehalten ist. Sonst war deutsch eher die Ausnahme. Nun gut, der Blick auf die Titel macht klar, dass es um Reisen, Schlachten und die heilige Kirche geht. Also nichts Neues im Hause der Schwaben Coronatus. Das allerdings muss ja nichts Schlimmes sein, denn Gefallen haben die Vorgänger ja durchaus gefunden.

Sämtlichen Bands aus dem Sektor Gothic-Metal schwebt ja das Schwert des Vergleichs mit den Großen der Szene über dem Schädel, immer und immer wieder ist dieselbe Frage vorhanden, worin diese Band sich denn nun von anderen aus dem Genre unterscheidet. Jetzt mal im Ernst: Muss eine Band, die sich dem einen Genre verschrieben hat, denn unbedingt den Nobelpreis für die Andersartigkeit gewinnen? Ist dieser überhaupt wert ausgerufen zu werden, oder ist es nicht wichtiger, sich darauf zu konzentrieren, was die Band, die nun ihren Silberling im heimischen Player abgelegt hat, unter der Richtung versteht?

Mit „Saint Slayer“ geht es direkt grantig los. Ergreifende Gitarren und düstere Hintergrundklänge füllen den Raum, bis die Damen ihre Stimmen erheben. Richtig, bei der Band Coronatus haben die Damen das Zepter der Macht, äh der Stimme in der Hand und werden mitnichten von tiefen, männlichen Growls unterstützt. Stimmlich und instrumentalisch ist hier nichts auszusetzen, dennoch hätte mehr Pepp im Einstieg nicht geschadet. Nun aber geht es mit „Fernes Land“ auf die Reise und im gesamten Album hat die Band es geschafft, sehr gute Lyrics zu präsentieren, die keinesfalls flach oder stumpfsinnig sind. Hier ist Liebe zum Detail erkennbar. „Fernes Land“ beginnt im Duett und fasst den Hörer da, wo er gefasst werden möchte. Der Song kommt gut an und die von Coronatus schon bekannte männliche Stimme darf in die Lyrics mit einsteigen. So muss es weitergehen. 

Geht es auch. Coronatus bringen mit ihrem vierten Album die Welt wieder ins Wanken, ihre eigene Gothic-Metal-Welt. „Dead Man’s Tale“ kommt dann mit einer richtigen satten Welle an Power um die Ecke, „Sie stehen am Weg“ wiederum hat auch noch ordentlich Saft, geht aber etwas in die Knie. Ist nicht der stärkste Song, was aber direkt im Anschluss von „Vor der Schlacht“ wieder gut gemacht wird. Atmosphärisch einfach nur sauber und genial aufgestellt, fühlt man sich selber vor der Schlacht stehend wieder. Mit all den Gefühlen, die einen dann wohl erfassen: Mut, Furcht, Ehrgeiz und Ungeduld. All das wird via Instrumente übersetzt. Auch die Lyrics stimmen perfekt. Sicherlich einer der stärksten Songs des Albums.

Bereit für die Schlacht kommen wir noch zu einem weiteren Anspieltipp: „In Signo Crucis“. Der Song ist in lateinischer und deutscher Sprache gehalten und dieses Wechselspiel wird auch in der Musik wieder aufgegriffen. Das war es, was oben mit Liebe zum Detail gemeint war. Aber auch „Traumzeit“ ist ein Song der wieder und wieder gehört werden kann, ohne langweilig zu werden. Atmosphärisch gut arrangiert und lyrisch akzentuiert, möchte man anschließend selber ins Traumland reisen.

Ob Coronatus das Rad neu erfinden müssen, um gehört zu werden, ist nicht wichtig zu beantworten. Wichtig hingegen ist, dass hier ein schönes Gothic-Metal-Album entstanden ist, wo es sich lohnt, mehr als ein bis zweimal reinzuhören.

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