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Cor: Tsunami

Ein ordentliches Album, nicht mehr
Wertung: 6.5/10
Genre: Hardcore Punk
Spielzeit: 45:20
Release: 20.10.2006
Label: Rügencore Rec. / Puke Music Berlin

Die Hardcore - Punker von COR wollen, wie es der Titel schon sagt, mit ihrem zweiten Album einen musikalischen “Tsunami” entfesseln. Mit diesem wollen sie gesellschaftliche, politische und soziale Missstände anprangern und den Hörer zum Handeln aufrufen. Dies versuchen COR mit insgesamt 16 anklagenden Songs, welche sich mit den unterschiedlichsten Themen befassen. Mit diesen Themen sollte sich der Hörer am besten selbst auseinandersetzen und ich werde diese auch ganz bewusst nicht komplett analysieren oder hier darstellen.

Die Songtexte stehen also klar im Vordergrund, während die Musik den Gedanken das nötige Leben und die nötige Aggressivität einhaucht. Hier zeigt sich deutlich, wie viel stärker und effektiver Musik im Vergleich zu dem lediglich gesprochenen bzw. geschriebenen Wort doch ist. Sehr erfreulich ist auch, dass COR den Hörer direkt ansprechen und ihre Kritik nicht hinter irgendwelchen Metaphern oder ähnlichen rhetorischen Mitteln verstecken. Hierdurch wird dem Hörer von “Tsunami” sofort klar, was die Band mit dem jeweiligen Song zum Ausdruck bringen möchte, selbst ohne einen anerkannten Hochschulabschluss zu besitzen. Die Sprache ist sehr allgemein gehalten, aber mir persönlich ist die Wortwahl streckenweise etwas zu derbe (z.B. bei “Penner ist tot” oder “S.A.U.”), was aber wie so oft eine Frage des Geschmacks ist. Vielleicht bin ich hierfür auch zu wenig Punk, denn es sollte ja eigentlich klar sein, dass in diesem Genre auf musikalische und lyrische Schönheit nur im Ausnahmefall Wert gelegt wird.

Dieses Merkmal findet man auch in der stets gut nach vorne rockenden Musik, die zwar relativ “simpel” ist, aber dadurch natürlich zu den Texten, wie die Faust aufs Auge passt. Zu den antreibendsten Songs des Album gehören klar die Aufbruchshymnen “Aufstehen”, “Kämpft” und der Titelsong, die neben punkigen Einflüssen, auch einige metallastigere (thrashige) aufweisen. Mitreißend sind auch der Streetpunkfeger “10000 Volt”, welches über einen klassischen Mitgröhl - Refrain verfügt, und das etwas ruhigere “Verlust”, bei dem auch die ein oder andere Erinnerung an die Onkelz aufkommt.

Auf dem Album wird einem zwar unterm Strich wesentlich mehr geboten, als auf einem stereotypischen Punkalbum, doch leider fehlt “Tsunami” ein gewisses Abwechslungsreichtum, was allerdings auch ein Genrephänomen zu sein scheint und die potentielle Zielgruppe aus diesem Grund wohl wenig kümmern wird. Darüber hinaus haben es auch ein paar weniger tolle Songs (“S.A.U.” und “Freunde des Wortes”) auf das Album geschafft und diese haben natürlich Einfluss auf die Bewertung der Platte.

Es befindet sich auf “Tsunami” ebenfalls ein multimedialer Teil, in Form von zwei Videos. Das eine zum älteren Song “Mein Huhn hat Grippe” das andere zum bereits erwähnten “10000 Volt”. Zu diesen kann ich leider rein gar nichts sagen, da mein Laufwerk sich strikt dagegen weigert, die CD abzuspielen. Ich hoffe, ihr habt zu Hause nicht das gleiche Problem.

Fazit: “Tsunami” ist ein ordentliches Album, nicht mehr und nicht weniger. Es gibt zwar einige Kritikpunkte, die zur Bewertung von 6,5 Punkten führen, dennoch glaube ich fest daran, dass COR ihre Hörerschaft erreichen werden und das die absoluten Genrefans sicherlich noch 1 - 2 Punkte hinzuaddieren können.

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