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Cor Scorpii: Ruin

So weit, so bekannt… aber eben doch ein bissl mehr
Wertung: 7/10
Genre: Black/Viking Metal
Spielzeit: 53:50
Release: 15.06.2018
Label: Dark Essence Records

Auch wenn die Aussage obsolet ist, kann man an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen: Es ist mehr als schade, aber Windir gibt es nun einmal nicht mehr. Punkt!

Nachfolgediskussionen helfen niemandem und schaden den darin gehandelten potentiellen Erben, da diese sich immer mit einem unerreichbaren Ideal vergleichen lassen müssen. Mit einem solchen Vergleich werden Erwartungen an die Bands herangetragen, die diese im Grunde nicht erfüllen können. Soweit das Intro zu Cor Scorpiis Album „Ruin“.

Die norwegische Extrem Metal-Band Cor Scorpii gibt es seit 2004. Stilistisch bietet sie einen Mix aus Black, Viking und Folk Metal mit allerlei anderen Einflüssen obendrauf. Trotz des relativ langen Bandbestehens ist die Zahl der Veröffentlichungen eher überschaubar. Im Jahr 2005 wurde das Demo „Altergangar“ herausgebracht und 2008 folgte das Album „Monument“. Nun steht mit „Ruin“ das aktuelle Werk bereit, mit dem sich Cor Scorpii zurückmelden. 

Auf „Ruin“ gibt es zunächst keine großen Überraschungen. Die Black Metal- Anteile der Lieder sind schnell, aggressiv und werden von einem heiseren Keifen begleitet. So weit, so bekannt. Unterbrochen, aufgelockert, oder wie man es auch immer nennen mag, werden diese von melodischen, harmonischen, epischen Parts. Dabei hört man sogar einmal eine Orgel (zumindest eine kleine Überraschung), die für etwas sakrale Stimmung sorgt. Ob sich Cor Scorpii einen Gefallen getan haben, indem sie das längste Stück, „Svart Blod“, als Opener gewählt haben, ist fraglich. Nicht, dass der Song schlecht wäre, allerdings braucht er doch zumindest mehr als einen Durchlauf, bis man mit ihm warm geworden ist. Im darauf Folgenden wird der soeben beschriebene Stil beibehalten. So weit, so bekannt. Sound passt eigentlich, somit ist auch hier nichts Besonderes zu vermelden. Bis hierher hätte man es mit einem durchschnittlichen bis ordentlichen Album zu tun, welches zwar niemandem weh tut, aber von dem auch nichts sonderlich hängen bleibt.  

Wie es aber nun einmal mit manchen Alben ist, braucht auch „Ruin“ einen zweiten oder vielleicht sogar dritten Durchlauf, bis es zündet. Denn erst nach wiederholtem Hören greifen die Songs, entfalten sich die epischen Momente und setzen sich die Melodien im Kopf fest („Skuggevandrar“). Auch fällt beim ersten, vielleicht oberflächlichen Hören, der Variantenreichtum nicht gänzlich auf: Klargesang (männlich und weiblich), Orgel, Akkordeon, Mandoline und so weiter. Es ist dann doch einiges, was es auf „Ruin“ zu hören gibt.

Was sich Cor Scorpii bei der Wahl des rollenspielartigen Covers allerdings gedacht haben, weiß man nicht. Ja, es ist auch eine Ruine drauf und das Album heißt „Ruin“ aber trotzdem…

Fazit: Hier lohnt sich definitiv das wiederholte Anhören, denn sonst ginge das mehr als durchschnittliche Album zu klanglos an einem vorüber, dabei hat es mehr zu bieten, als man nach dem ersten Hören vielleicht erahnen mag.

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