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Coppelius: To My Creator

Einzigartige Zusammensetzung bekannter Komponenten
Wertung: 7.5/10
Genre: Rockshow mit klassischen Instrumenten
Spielzeit: 19:58
Release: 22.09.2005
Label: Eigenproduktion

Ein dunkler, aber gut gefüllter Raum - ein Butler in Gewandung des frühen 19. Jahrhunderts zündet einige Kerzen an - fünf Musiker betreten die Bühne und begeben sich an ihre Instrumente (die da wären: zwei Klarinetten, Cello, Kontrabass und ein Schlagwerk) - ein Ton und die Fans toben.

So darf man sich in etwa einen Live-Auftritt der Berliner Band Coppelius vorstellen. Inspiriert von E.T.A. Hoffmann und Iron Maiden entstand diese auf die ersten Töne doch etwas merkwürdige Musik. Aber sobald man die erste Scheu überwunden hat, kann man sich den Klängen von Graf Lindorf, Max Coppella, Le Comte Caspar, Sissy Voss und Nobusama voll und ganz hingeben. Mit ihrer dritten Mini-CD, die in Eigenregie herausgebracht wurde, beweisen die Recken aus dem frühen 19. Jahrhundert, dass man für guten Metal keine E-Gitarren braucht. Hier wird deutlich, wie sehr die werten Herren Musiker ihre Instrumente beherrschen.

Eingeleitet wird der Silberling mit dem einzigen deutschen Song "Morgenstimmung". Ein äußerst interessanter Text, ein nahezu genialer Refrain, in dem selbst Diener Bastille einen Auftritt hat, und sehr schöne Wechsel innerhalb der Musik. Lied Nummer zwei ist nach Aussagen der Coppelianer selbst im Absinth-Rausch geschrieben worden. Das Lied groovt gut voran. Der Song erfährt eine deutliche Steigerung in der Mitte. Mit verzerrtem Gesang steigt man in das dritte Stück ein. Es wirkt anfangs ein wenig langweilig, aber ab der Hälfte wird Fahrt aufgenommen und die Klarinetten übernehmen den Part einer E-Gitarre und spielen ein nettes Solo. Das Titelstück, welches sich auf Position Nummer vier befindet, ist ein wahrlich genialer Song, geschrieben aus der Sicht eines Gemäldes. Dazu musikalisch perfekt umgesetzt und mit einen Mitsing-Refrain versehen. Wow! Das letzte Lied auf der CD ist ein Cover-Song der britischen Warzen-Rocker Motörhead. Nämlich "1916". Sehr ruhig, sehr viel Bass, ein passender Abschluss von "To My Creator".

Nein, Stop! Noch ist nicht Schluss, denn es gibt noch ein Video von dem auf dem letzten Mini Album erschienenem "I Get Used To It". Diese unglaubliche Kraft des Songs hat Ina Göring, ihres Zeichens Regisseurin, aber auch Geigerin bei Volkstrott, perfekt in bewegte Bilder umsetzen können. Man kann durch dieses Video sicherlich etwas Luft der Liveatmosphäre schnuppern. Wem das nicht reicht, dem sei ein Besuch von Konzerten dieser außergewöhnlichen Kapelle ans Herz gelegt.

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