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Coogans Bluff: Gettin’ Dizzy

Mit fast schon hypnotischen Eigenschaften
Wertung: 7,5/10
Genre: Sechziger/ Siebziger Rock, Pop, Psychedelic, Funk, Soul
Spielzeit: 41:04
Release: 07.03.2014
Label: Nois-O-Lution

Hier auf The-Pit.de debütieren Coogans Bluff mit ihrer „Gettin’ Dizzy“-Scheiblette, allerdings ist der neue Longplayer glatt schon der vierte Full-Length-Output aus dem Hause der Rostocker. Dabei hat sich der Sound schon seit dem Debüt „CB Funk“ geändert, wie sich nach einiger Recherche herausstellt, hatten sie doch anno 2009 noch mehr Stoner im Blut. Heutzutage trifft das allerdings nicht mehr zu, denn Coogans Bluff kredenzen eine Mischung aus Sechziger-/Siebziger-Rock, Pop, Psychedelic, Funk und Soul. Da wird nicht derbe drauflos gefetzt, sondern eher der harmoniebedürftige Ruhehaushalt ausgeglichen. Dabei sollte man den Herren allerdings zugute halten, dass sie schon längst Retro waren, als die meisten der heutigen wieder abräumenden Bands noch nicht einmal in Sicht waren – Post-Schlaghosen-Alarm lässt grüßen.

Eine Kleinigkeit gilt es jetzt schnell noch aufzudröseln, dann wird auch der Inhalt des vorliegenden Albums deutlicher: Der Bandname entspringt dem gleichnamigen 1968er Eastwood-Schinken „Coogan’s Bluff“, und schon haben wir auch eine perfekte Querverbindung zur angebotenen Musikkost. Und wenn noch Zweifel an der Vorliebe für den Retrosound bestehen sollten, so werden diese mit dem eng am Original angelehnten Coversong „Heart Full Of Soul“, damals anno 1965 von The Yardbirds in Umlauf gebracht, kurzerhand weggewischt.

Mit „Too Late“ könnten Coogans Bluff auch locker auf den Gelsenkirchener Jazz-Spieltagen punkten. Hard Rock der 70er in der Endlosschleife trifft auf ausführliche Bläserarrangements, was wiederholt eine ideale Spielwiese für endlose Jamsessions bietet, die mit dem richtigen Kraut noch ein bisschen bunter werden. Dazu passt dann auch der hier nur spärliche Gesangseinsatz mit dem emotional behafteten Chorfinale. Überhaupt scheinen die Songs für ausufernde Jam-mereien angelegt zu sein. Der Titeltrack „Gettin’Dizzy“ ist ein treibender Hard Rocker mit Bläsereinsatz und jazzigem Unterton, wo auch hier die Wiederholungen ausgereizt werden. Allerdings wechseln die Ostdeutschen später zum schweren Doom mit fetter Black Sabbath-Schlagseite und abgedrehten Vocals.

Der Opener dagegen startet mit lässig swingenden Drumbeats, das Rhythmusgerüst bleibt minimalistisch songdienlich und auch der Einsatz der Blechinstrumente ist eher als zart zu bezeichnen. Deutlich aber wird das Wechselspiel von Saxophon und Gesang in „Her Tears“, die Rhythmusabteilung ist immer wieder im Loop-Modus gefangen und sorgt so fast für Hypnose. Zum ersten Mal auf der CD taucht hier ein wirklich dominantes Gitarrensolo auf. Das ist insofern wichtig, als dass die Gitarrenarbeit insgesamt noch ein Stückchen zurückgefahren wurde, bei der instrumentalen Nummer „Ellen James Society“ wird die jamartige Minimalistik durch Bläser und Orgel  aufgebrochen, was locker einen hardrockigen Krautduft hinterlässt, der sich immer mehr in leicht psychedelische Sphären abschießt.

Mit der locker-flockig gezupften Country-Nummer „Things I Could Do“ gehen es Coogans Bluff dann an, die Toleranzgrenze vollends auszuschöpfen, und auch der Rausschmeißer „Chicago“ mit der leicht Springsteen-haften Inspiration dauerschleift sich mit einigen Soundexperimenten aufpeppt in ein ruhiges Berieselungsnirvana.

Zwar stört in den Songs das erhöhte Grundrauschen ganz sicher moderne Hörgewohnheiten, doch der allseits warme, unmoderne Sound passt hervorragend zum angebotenen Mischmasch und ist gerade für Vinyl wie geschaffen. Live ganz sicher eine Macht mit Endlosrhythmen und fast schon hypnotischen Eigenschaften, so präsentieren sich die Rostocker. Minimalistischer, erdig ohne Effekthascherei, ganz ohne pompös dicke Eier und eindeutig mehr als nur eine weitere Retro-Kapelle. Sollte man angecheckt haben.

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