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Constraint: Between War And Terror

Nicht schlecht und doch zu abwechslungsarm
Wertung: 7/10
Genre: Death Thrash Metal
Spielzeit: 47:16
Release: 01.10.2015
Label: Black Board Records

Nanu, Constraint veröffentlichten ihr Debütalbum schon am 1. Oktober 2015 und die CD trudelt dazu so spät in den Redaktionsstuben ein? Schnell mal ein bisschen recherchieren, was denn da los ist. Nun, das VÖ-Datum scheint zumindest laut den Facebook-Einträgen auf der Bandseite zu stimmen, nur seltsam, dass sie erst jetzt auch ganz frisch Anfang des Jahres in einem bekannten Printmagazin gefeatured werden, sonst aber im Netz nirgends auch nur eine Review aufzufinden ist.  Entweder ist da bisher die Promo vorab ordentlich in die Hose gegangen, die Post hat eine mehr als gehörige Pause eingelegt oder... na, egal, woran es auch immer gelegen haben mag, nun ist das zumindest mit einem schönen, dreifach faltbaren Digipak und achtseitigem Booklet ausgestattete Debütalbum „Between War And Terror“ endlich am Bestimmungsort angekommen.

Da das Gros unserer LeserInnen von Constraint auch im Vorfeld kaum etwas gehört haben dürfte, handeln wir mal schnell das bisherige Bandleben im Zeitraffer ab: Gegründet im Sommer 2008, die ersten Jam-Sessions hinter sich gebracht, sich auf Death Thrash eingeschossen, die ersten Konzerte gespielt, immer mehr den Wunsch verspürt, auch mal etwas aufzunehmen... und da ist sie halt, die Debütscheibe, nachdem im Winter 2015 unter den Fittichen von Produzent Andy Classen erfolgreich das Studio geentert wurde.

Im Grunde machen Constraint gar nicht viel falsch, wenn da aber das Wörtchen "aber" nicht wäre, denn die großen Überraschungen bleiben aus, man kann sich eben an „Between War And Terror“ nur wenig reiben und es fehlt eigentlich die alles zermalmende Übernummer, um noch mehr punkten zu können. Und so riffen sie ohne große Überraschungsmomente recht effektiv, haben wie hier bei „Help Me“ einen passenden Headbanger parat, der nach dem Intro recht griffig und durch die Leadgitarre auch schön melodisch daherkommt, wobei das manchmal dann doch zu eindimensionale Grunzen aus der Kehle von Steff arg limitiert ist. Da passt schon eher wie in „About War“ die Kombination aus trockenem Gebelle und dem thrashigerem Gekeife, wobei man glatt auf die Idee kommen könnte, hier würden zwei verschiedene Sänger agieren, spätestens dann, wenn die beiden Stile übereinander gelegt wurden – ein Hinweis aber auf eine zweite Stimme fehlt. So aber sorgen die pumpende Bassdrum und die Riffarbeit für ein angenehm eingängiges, aber eben auch spannungsarmes Feeling.

Dabei versuchen Constraint ja durchaus mit Details, der Abwechslung auf die Spur zu kommen, was sie wie in „Hail Of Bullets“ mit Intros der Marke Sirenen und Machinengewehrgeknatter oder aber wie in „1000 Years“ mit dem von Akustikgitarren geprägten Anfang umzusetzen versuchen, ansonsten aber ist es eigentlich ein Wechselspiel aus viel Groove oder eben auch mal zackigeren Ausritten wie in „Constraint“ - auch hier wirkt es zwar nicht konstruiert, aber eben auch nicht wie das große „Oha“ für die allerletzte ondulierte Begeisterung. In dem eher simpel gestrickten Thrasher „Lobotomie“ überraschen sie glatt mit einem interessanten, orientalisch geprägten Solo, das war es dann aber auch schon.

Ein bisschen schizophren ist das schon: Constraint machen wenig falsch – vielleicht das zu häufig limitierte Todesgrunzen -, aber auch eben wenig wirklich richtig. Kaum Überraschungen, live sicher immer wieder eingängig mit Headbang-Garantie. Am Ende ist das dann aber doch ein wenig zu, nun ja, wenig.

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