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Consfearacy: Consfearacy

Ein wenig mehr Abwechslung könnte nicht schaden
Wertung: 7.5/10
Genre: Power Metal/ Thrash
Spielzeit: 40:45
Release: 01.07.2011
Label: Massacre Records

Was machen Musiker, die mit ihren Stammbands anscheinend nicht ausgelastet sind? Richtig, sie gründen kurzerhand eine neue Combo und wollen sich dort künstlerisch verewigen. So auch bei der deutsch-amerikanischen Freundschaft Consfearacy, die mit etlichen szenebekannten Namen aufwarten kann. Um das kurz aufzudröseln: Die Stimme Brian O’Connor hatte seinen bisher wohl bekanntesten Sangesposten mit Unterbrechung bei Vicious Rumors von 1997 bis 2005, Gitarrist Fabian Schwarz war und Bassist Günt ist noch bei den Thrashern Abandoned aktiv (was ist eigentlich hier mal mit einer neuen Scheibe? - Die letzte Langrille „Thrash You“ ist nun auch schon vier Jahre alt), beide zusammen zocken sie aber auch bei The New Black, die gerade mit „II: Better In Black“ ihr zweites Langeisen veröffentlichten, und Gitarrist Ira Black kann schon ein paar Jährchen bei Heathen nachweisen, malträtierte dann irgendwann auch bei Lizzy Borden die Saiten und stand zusätzlich bei oben schon erwähnten Vicious Rumors in Lohn und Brot. Lediglich Schlagzeuger Timo Weis ist bisher noch nicht in Erscheinung getreten.

Und was verbindet alle zusammen? Aus einer Combo namens Prophesy wurde halt 2009 Consfearacy. Prophesy (ja, das ist so richtig geschrieben) hatten schon 2009 eine 8-Track-Demo-CD am Start, und alle Songs sind nun auch auf dem Consfearacy-Debut gelandet, wobei die ganze Scheibe um zwei Tracks aufgestockt wurde. Schade, nein Käse, dass sich das Promoschreiben über diesen Teil der Vergangenheit ausschweigt. Mit der Demo-CD konnten sie zumindest einen Deal mit Massacre Records aushandeln, und nun liegt das selbstbetitelte Werk einer größeren Käuferschicht vor.

So, Vorbehalte jetzt aber wieder gelöscht – die Musik soll doch schließlich das entscheidende Kriterium sein – und was da so aus den Boxen tönt, hört sich auf dem ersten, zweiten und auch dritten Ohr gar nicht schlecht an. Power Metal amerikanischer Prägung und teilweise einem gehörigen Schuss Thrash intus ist ja nun nicht die schlechteste Kombination. Consfearacy verzichten auf ein ausladendes Intro und kommen recht zügig zur Sache – eine Mischung aus Nevermore, Armored Saint und Vicious Rumors hämmert bei „Pain Infantry“ die Lauschlappen umschmeichelnd los, der Refrain ist genauso wie beim nachfolgenden „Ritual Sacrifice“ trotz aller Aggression extrem mitsingkompatibel – live werden sicherlich diverse Fäuste hocherhoben den Schein fetter Strahler reflektieren, während in Tateinheit mit Brian der Text lauthals und inbrünstig herausgebrüllt wird.

Nur gelegentlich lockern Consfearacy ihre Songs auf – als Beispiele müssen die kurze und ruhige Einleitung zu „Fall From Grace“ oder der Akustikklampfenzwischenpart im Opener „Pain Infantry“ herhalten. In „World Domination“ ballern sie schon fast Testament-like durch den Metalwald, doch auf Dauer geht der Reiz des Stakkato-Riffings verloren; der gesprochene Sample-Einschub bringt dann rechtzeitig noch ein wenig Abwechslung – hervorragend ebenfalls auch das aus- und einladende Solo.

Wie ein Power-Metal-Track zu klingen hat, zeigen sie dann mit „Dying To Kill“ – schleppende Parts wechseln mit vorantreibenden Double-Bass-Attacken, ein Refrain wie geschaffen für die Pommesgabel oder Powerfaust, passende Tempiwechsel und fette Gitarrenarbeit – alles nicht innovativ ohne Ende, doch genau so bereichern solche Songs den bunten Metalreigen. Dagegen kommt dann „Flesh & Bone“ als Resteverwertung Marke „ich hatte da mal ein tolles Riff, das muss ich doch irgendwie verbraten“ daher – das ist ein Songkonstrukt von der Stange für den 1-Euro-Shop.

Das hier soll auch noch kurz erwähnt werden: Keine Ahnung, wie sich das Instrument schimpft, aber dieses Ratschengeräusch in „Forever Falling“ brachte ich immer mit Rex Gildo und Konsorten in Verbindung – lustiges Detail.

Das deutsch-amerikanische Gespann weist mehr als einmal ein Gespür für harmonische Songs nach, ohne dabei auf die für Power bis Thrash Metal passende Aggression zu verzichten. Zwar müssen sich auch Consfearacy die Frage gefallen lassen, was sie denn so neues in die Szene einbringen, doch ohne dieses Album wären auch geile Songs wie „Pain Infantry“ oder „Dying To Kill“ für die Metalwelt verloren gewesen. Die Zukunft wird zeigen, ob sie denn nun wirklich eine Band oder ein bloßes Projekt sind, zumal die Stammbands ja auch ihre Zeit einfordern werden. Gespannt kann man auch sein, wann denn ein Nachfolger ansteht, denn immerhin haben acht von zehn Songs schon zwei Jahre auf dem Buckel. Fans von Nevermore, Armored Saint und auch Vicious Rumors dürften durchaus Gefallen an Consfearacy haben – der Daumen zeigt zwar noch nicht ganz nach oben, ist aber freundlich auf halb elf gehisst.

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