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Condemned: A Dying Art

Wieder birgt das Schlagzeug gewisse Schwierigkeiten
Wertung: 5/10
Genre: Death Metal, Grindcore
Spielzeit: 33:27
Release: 24.09.2010
Label: Eigenproduktion

Die Nordiren Condemned brauchen keine Einleitung – der Titel „A Dying Art“ sollte für sich sprechen, denn die Herren vermischen Death Metal und Grindcore wie schon viele Bands vor ihnen zu einem dermaßen scheppernden Gebräu, dass sich jeder Tontechniker wahrscheinlich sofort die Pulsadern aufschneiden würde. Der Albumtitel ist hier Programm, aber statt der sterbenden Kunst zuzuschauen, wie sie sich röchelnd dem Ende entgegenneigt, knüppelt das Quartett lieber noch mal drauf, um sicherzugehen, dass die arme Kunst auch wirklich nicht mehr aufstehen kann.

Nach einem Demo und drei EPs wurde es langsam Zeit, die Hörer mit einer Langrille niederzustrecken – so geschehen letztes Jahr mit oben beschriebener Scheibe. Ein bisschen erinnern die Tracks an Slipknot zu „Mate.Feed.Kill.Repeat.“-Zeiten: zwar wird ordentlich drauflos gebollert, oft genug auch völlig inhaltslos, aber in Songs wie „Almost Cannibal“ finden sich immer wieder fast jazzige Gitarreneinschübe, die überraschend gut in die Deathgrind-Stücke passen. Nun lässt sich über die Qualitäten der Musiker natürlich nicht streiten, aber wie so oft bei Bands dieses Genres mangelt es mal wieder gewaltig an der Ausführung. Direkt im Opener „The Dark Place“, übrigens erklärter Lieblingssong von Sänger Pete Clarke, mutet das Schlagzeug an, als wäre ein tollpatschiger Mensch in einem Haufen Töpfe gelandet. Da passt das eingespielte Schluchzen und Weinen, das den Song einrahmt, nur zu gut, auch wenn die Band das so wahrscheinlich nicht beabsichtigt hatte.

Mister Clarke bewegt sich durchweg in derselben Tonlage (bis auf einige sehr kurze Ausnahmen), aber sowas schockt den geeichten Grindcore-Hörer ja schon lange nicht mehr. „Everybody Died Last Night“ ist ein gutes Beispiel dafür, dass Condemned auch anders können als nur stumpf vor sich hinzukloppen – dumpfe Gitarreneinschübe und rasantes Drumming verleihen dem Track ordentlich Abwechslung und auch die Wechsel zwischen tiefen Growls und fast ungewollt wirkendem Gekreische passen wunderbar in den düsteren Track.

Nach dem eher schwachen, weil scheppernden „Here Come My Eyes“ bewegt sich der Titeltrack wieder im untersten Tieftonbereich und wartet sogar mit so etwas wie einem nachvollziehbaren Rhythmus auf. Im Refrain scheint sich dann sogar eine Melodie zu erheben, die, wenn auch düster und bedrückend, durchaus aus der Masse der Tracks hervorsticht. Richtig fies kommt dann „The Body In The Box“ mit seinem mehrsprachig skandierten Kreisch-Refrain daher – bis auf das scheppernde Schlagzeug ein wirklich guter Song, aber eben das stört hier ganz gewaltig; an ihrem Sound muss die Truppe definitiv noch mal arbeiten, das hält so ja kein Mensch aus. Solange nur die Snares zum Einsatz kommen, ist alles in Ordnung, aber da man kein Deathgrind-Album alleine mit Snares bestreiten kann, fällt der schlechte Schlagzeug-Sound tatsächlich ziemlich stark ins Gewicht.

Zum Abschluss gibt’s mit „Leave Me Alone (Or I'll Kill Again)“ noch mal einen richtig schön groovigen Track auf die Nackenmuskulatur, der zwar nicht ganz als Anspieltipp durchgeht, aber eine schöne Dynamik aufweist. Auch hier beherrscht allerdings zeitweise wieder das Sorgenkind den Sound und klappert erbarmungswürdig vor sich hin. Mehr als fünf Punkte können bei so einer unschönen Geräuschkulisse einfach nicht drin sein – wenn Condemned an ihrem Drumsound arbeiten, steht einer bessere Bewertung nichts mehr im Wege.

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