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Conan’s First Date: Effigies

Heftig groovige und brachiale Musik durchmischt mit mittelmäßigen Experimenten
Wertung: 7.5/10
Genre: Death’n’Roll
Spielzeit: 29:08
Release: 12.04.2010
Label: Eigenproduktion

Diese EP hat es in sich – und zwar in vielerlei Hinsicht. Zu erst einmal handelt es sich bei dieser EP um eine Doppel-EP, die Material von „Effigies“, wie auch von der Vorgänger-EP „The Werewolf Rising“ enthält. Zum zweiten legen die ungarischen Jungs von Conan’s First Date viel Wert auf Vielfältigkeit und Dynamik, so dass ihr aktuelles Werk genauso brachiale „Conan“-Anteile, wie auch sensiblere „First Date“-Anteile enthält. Im Groben kann man die EP aber ohne große Gewissensbisse dem Death’n’Roll zuordnen.

Ihre Musik besticht nicht nur durch die enorm brachialen Gitarren, sondern auch durch ihren ausgeprägten Groove, der Fans von Volbeat gefallen wird. Die Musik bedient von treibend über gemütlich bis verträumt fast alle Seiten. Einen roten Faden bilden dabei die dunklen Bässe, die viel Volumen vermitteln und gut zur Stimme von Sänger Márton passen. Diese ist so markant tief, dass sie den Groove, der durch die Musik vermittelt wird, weiterhin stark unterstützt. Neben gurgelnden und rauen Growlings, setzt Márton sie auch für hymnenhafte Clean-Gesänge ein, was ihm wunderbar gelingt. Wenn man genau hinhört, erinnert sie durch ihre Tiefe ein wenig an die Stimme des verstorbenen Sänger Peter Steele, der sich gerade durch seine Aktivität bei Type O Negative einen Namen machte.

Die Vielfältigkeit dieser EP ist enorm. Songs wie „Killing Machine“, „Punishment“ oder „HypoChrist“ vermitteln so viel Death Metal, dass die Wucht einem schon beim ersten Hören gegen die Wand drückt. Groovige, ausgefeilte Gitarrensoli runden die Songs ab und geben Sänger Márton die Gelegenheit, einmal durchzuatmen, bevor er seine Stimmgewalt wieder zum vollen Einsatz bringt.

Eine ganz andere Stimmung vermittelt dabei zum Beispiel das Lied „Million Miles From Home", welches mehr in den Stoner-Rock-Bereich geht. Das Lied ist eher ruhig und gleichzeitig kosmisch angehaucht. Der Clean-Gesang trifft hier auf eine sehr wabernde, elektronisch angehauchte Musik, die den anfänglichen Eindruck einer derben Death-Metal-Scheibe sehr verzerrt. Dadurch setzen sie sich zwar vom typischen Death-Metal-Klischee ab, so recht passen will der Song aber nicht. Man merkt, dass er nicht der Feder von Conan’s First Date entsprungen sein kann. Schnell lässt sich dieser Eindruck bestätigen. Bei „Million Miles From Home“ handelt es sich um eine Coverversion von Dune, die mit ihrem Rave/Techno besonders in den 90er Jahren viel Erfolg hatten. Mit diesem Wissen wundert man sich auch nicht mehr über die kurzen und in diesem Fall leider auch zusammenhangs- und einfallslosen Lyrics, die getreu dem Original auch bei Conan’s First Date vielen Wiederholungen unterworfen sind. Die Jungs aus Ungarn machen ihre Sache zwar nicht schlecht, doch scheint der Song einfach unglücklich gewählt und kommt nicht an das Niveau der anderen Lieder heran. Im Gegensatz zu dem Rest fehlt bei diesem Song einfach die Identifikationsmöglichkeit.

Ganz anders ist es bei „Will Not Remain”. Der knackige Rhythmus geht gleich in den Nacken und lädt zum zustimmenden Nicken ein. Die Gitarren übertreiben wieder megamäßig, aber genau das ist es, was man an dieser Platte so mag. Leider überzeugen hier die Vocals nicht, da sie in diesem Stück an Klangtiefe verlieren. Der stellenweise eingesetzte verzerrt- blubbernde Stil schafft zwar Abwechslung, macht es insgesamt aber auch nicht besser.

Ein weiterer interessanter Abschnitt ist „Beyond The Tomb”, der weniger ein Song als mehr ein kurzes „Hörspiel“ darstellt. Rituell angehauchte, indianische Rhythmen treffen hier auf ein sich öffnendes Grab, gefolgt von energischem Hundegebell und dem Geräusch von reißendem Fleisch. „Beyond The Tomb“ ist sehr stimmungsvoll und gut umgesetzt, steht aber für sich sehr allein und zusammenhangslos im Raum.

Zum Glück lassen Conan’s First Date den Hörer nicht mit diesem „Song“ zurück, sondern greifen mit „The Werewolf Rising“ noch einmal tief in die Death-Metal-Kiste und verabschieden sich dadurch mit einem regelrechten Knall. Dieser holt allen vorherigen Verwirrungen zum Trotz den Hörer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.

„Effigies“ ist ein sehr experimentelles, vielseitiges Album, was sich leider etwas zu sehr in den Experimenten verliert. Die reinen Death’n’Roll-Songs sind aber erste Sahne und lohnen sich wirklich. Conan’s First Date haben viel Groove und lassen dies auch deutlich spüren. Mit dieser EP sind sie aber auf Fans angewiesen, die sich auch von unkonventionellen Songs nicht die Laune verderben lassen. Aber auch Death-Metal-Besessene sollten diesem brachialen Sound einmal die Ehre erweisen, denn dies haben sich Conan’s First Date wirklich verdient.

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