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Compos Mentis: Our Kingdom Of Decay

Das besondere Etwas fehlt noch
Wertung: 6/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 54:24
Release: 08.02.2010
Label: Strange Ears / Our Distribution

Compos Mentis – zu Deutsch „seiner Sinne mächtig“ – stammen aus Dänemark und haben sich dem stark melodischen Death Metal verschrieben, der in Form von elf Songs auf ihrem neuen Album „Our Kingdom Of Decay“ festgehalten wurde. Ein interessantes Wortspiel stellt dabei der Ausdruck „Decay“ dar, der wörtlich übersetzt etwa „Ruin“ oder „Verderben“ bedeutet, ausgesprochen allerdings zusätzlich noch wie das Länderkürzel für Dänemark klingt: DK.

Generell kann man die Musik zwar grob als Melodic Death Metal kategorisieren, aber der Schwerpunkt liegt bei dieser Formation klar in der Atmosphäre, die sich manchmal sogar in Viking- oder gar Medival-Einflüssen äußert, so kann man beispielsweise als Intro des Songs „The 44th King“ Turmglocken, Schwertgeschepper und Hufe vernehmen. Dank der Gitarrenfront wissen die Dänen oftmals einen gelungenen Spannungsbogen aufzubauen, wie es bei dem Track „Arusia“ der Fall ist, und veredeln diesen mit atmosphärischen Keyboard-Einlagen und rhythmischen Passagen, die gerne mal zum Headbangen einladen. Besonders gut umgesetzt wurde das Keyboard, denn mal dient es nur als dezent im Hintergrund gehaltene, atmosphärische Ergänzung mittels Flächensounds oder kleinen Spielereien, im nächsten Moment begleitet dann jedoch ein melodischer Pianolauf die harmonischen Gitarren.

Leider tendieren die Tracks ein wenig dazu, etwas zu überladen zu wirken, auch wenn man hier nicht von Kitsch oder gar Prunk und Prahlerei sprechen kann – es klingt einfach ab und an nach etwas zu viel. Da wäre „weniger ist mehr“ angebracht gewesen, dafür jedoch mit einer besseren Produktion versehen: Natürlich klingt hier alles klar und ohne Störgeräusche, doch gerade die Gitarren hätten gut noch einiges an Druck vertragen können. Gesanglich muss man ebenfalls einige Abstriche machen, denn der klare Gesang kommt gerne mal etwas zu gequetscht daher. Tiefe Growls vermisst man dafür zwar, allerdings sind die gerne benutzten halbklaren Vocals in der Regel durchaus überzeugend. Lobenswert ist auch der Variantenreichtum der Gitarristen, die mit Chug-Riffs, Soli, klaren Lead-Passagen, Doom-Riffs, Blasts und noch einigen anderen Techniken aufwarten

Compos Mentis‘ drittes Album seit der Bandgründung 1996 zeigt definitiv eine Steigerung im Vergleich zu den Vorgängerwerken, auch wenn der Gesang noch verbesserungswürdig ist. Wer Melodic Death Metal der melodischen Machart ohne tiefe Growls und mit viel Keyboard-Einsatz gegenüber nicht abgeneigt ist, wird wohl leicht Gefallen an diesem Album finden, denn schlecht ist es nicht unbedingt. Der absolute Hit oder das Ohrwurm-Riff schlechthin fehlen allerdings leider nach wie vor.

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