Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Communic: Waves Of Visual Decay

Die pure Göttlichkeit in Tüten
Wertung: 10/10
Genre: Progressive Metal
Spielzeit: 57:51
Release: 19.05.2006
Label: Nuclear Blast

Manchmal gibt es Platten, die sind so genial, dass man schlagartig weiß, warum man Metalfan ist. Metallicas „Master of Puppets“ wäre da so ein Beispiel. Oder auch der unsterbliche „Painkiller“ von Judas Priest. Oder das unglaublich vielschichtige Debüt von Disillusion namens „Back to times of spendor“. Oder, oder, oder.... Vor ein paar Wochen war es mal wieder soweit. Der Name Communic war natürlich ein Begriff, hatte doch ihre erste CD „Conspiracy in mind“ nahezu überall Höchstnoten erhalten und auch live schien die Truppe aus Norwegen überzeugen zu können. In der Tat war der Erstling ein sehr starkes Stück Metal, aber ein Alltime-Classic war er für mich nicht. Gut, ich konnte damals auch nicht ahnen, welches Monster da in Form von „Waves of visual decay“ auf mich und den Rest der Musikwelt zurollte.

Aus einem verzerrten Beginn, so als würde man am Radio drehen, „nähern“ sich die exzellent produzierten Gitarren, die von einem facettenreichen Drumming unterstützt werden. Unglaublich, dass diese Band gerade mal aus drei Leuten besteht. Sänger Oddleif hat auch hörbar an sich gearbeitet und bemüht sich um Eigenständigkeit. Natürlich klingt sein Organ immer noch ein wenig nach Warrel Dane (Nevermore/ Ex-Sanctuary), wobei er aber nicht so leidend klingt wie sein Vorbild aus Seattle. Der Opener „Under A Luminous Sky“ ist äußerst abwechslungsreich mit vielen Variationen im Tempo und hat dennoch einen roten Faden, was der Eingängigkeit zu Gute kommt. Die Länge ist mit 8 Minuten übrigens im normalen Durchschnittsbereich für Communic Verhältnisse.

Im Prinzip passt das diese Beschreibung auf jeden der 7 Songs, die allesamt einer Achterbahnfahrt durch das Metalgenre gleichen. Aber Anspieltipps wollt ihr doch sicherlich noch haben, oder ?! Kein Problem, dann nehmt euch doch mal „Fooled By The Serpent“ vor. Die vielleicht beste Gesangsleistung des Albums, Doublebass unglaublich gekonnt mit wunderbarem Gitarrenspiel unterlegt, um plötzlich in eine nahezu entspannte Atmosphäre umzuschlagen. Ein ums andere Mal werden bei mir Erinnerungen an Disillusion wach, die diese Heiß&Kalt Duschen innerhalb eines einzigen Songs ebenfalls sehr gut beherrschen.

Und auch wenn jeder Song bis ins Detail studiert oder einfach nur genossen werden sollte, möchte ich noch den Titeltrack hervorheben. Jeder hat bestimmt schon mal die Bezeichnung „Power Ballade“ gehört. Meistens ist dann damit ein entsetzlich schwülstiges Stück gemeint, was das Wort „Power“ mit spärlichen Gitarren oder kitschigem Pathos rechtfertigt. Nicht so „Waves Of Visual Decay“, denn trotz seinem zweifellos balladenhaften Atmosphäre wird es hier nicht zu kuschelig, so dass auch gestandene Metalheads die Nummer guten Gewissens klasse finden können. Es ist schwer zu beschreiben, das ist eine dieser Nummern, die man einfach hören muss.

Nuclear Blast taten gut daran, dieser Band eine Chance zu geben, denn sie haben das Zeug eine feste Größe zu werden. Leider ist das Digipack nicht sonderlich schön geworden, da es einfach nur aus einem Pappschuber besteht, aus dem man das normale Jewel Case herausholt. Das Cover wirkt auf Pappe aber zugegebenermaßen noch besser, da die Farben stärker betont werden. Bonustracks gibt es auch noch und zwar Demoversionen von „Conspiracy in mind“ und „Ocean bed“ (beide vom Debüt).

Ich würde mal sagen ,dass Jahr hat seine erste wirklich perfekt zusammengeschraubte Metalscheibe bekommen. „Waves Of Visual Decay“ hat alles, was es hierzu benötigt. Starke Songs, sehr gute Musiker, ein talentierter Sänger und keine Durchhänger. Abgerundet wird das „All killer, no filler“ Paket durch ein sehr gelungenes Cover und, nicht zu vergessen, einen markanten Titel (was aber kein Bewertungskriterium ist). Die neue Disillusion dürfte nur schwer dagegen anstinken können. Eine Tour dieser beiden Bands wäre ein Traum!

comments powered by Disqus

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging