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Commander: The Enemies We Create

Deutschland wird immer mehr zur Thrashhochburg
Wertung: 9.5/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 39:58
Release: 23.03.2008
Label: Bad Land Records

Todesmetall aus Bayerns Hauptstadt liefern Commander auf ihrem neuen Silberling. Nun ja, Death Metal ist für mich immer ein recht zweischneidiges Schwert. Meist kann man eigentlich nicht mehr verstehen, was der Sänger von sich gibt, da er sich eigentlich eher im Gegrunze aufhält anstatt in Growls, so zeigt meine Freudenkurve bei so etwas doch recht stark nach unten.

Fast schon in bester Thrash Manier startet „Trust In Man“ richtig heftig durch. Ein schon genial zu nennender, druckvoller und tieftonlastiger Sound wird hier aus den Speakern getreten. Der Bass von Tobias Brandl brabbelt da zwischen den Gitarren daher, bei dem sofort klar wird, dass kein Herzschrittmacher der Welt mehr von Nöten ist, wenn man dieser Combo lauscht. Die Schädeldecke kreist ohne Unterbrechung, zu stark fordert hier die Musik nach der körperlichen Bewegung, welche so gerne Nackenschmerzen verursacht.

„Vengeful Angel“ rückt keinen Zentimeter von der eingeschlagenen Richtung der Dampfwalzenmucke der Jungs ab. Nick Kolar`s heftiger, irgendwie schon ein wenig erhaben wirkender Gesang, welcher trotzdem genug Hass und negative Stimmung transportiert, setzt dem Song so richtig die Krone auf. Nee, dieser Combo möchte sich sicher niemand in den Weg stellen. Man dosiert gekonnt das Tempo in den verschiedenen Parts und schnürt hier gerade auch wegen der fulminanten Drumaction von Willy Kraut ein Gesamtpaket zusammen, welches durch seine Dynamik und Power schon in die Champions League des Death Metals gehört.

„The Enemies We Create“ beginnt mit bedrohlichen Trommeln und ein wenig orientalischen Klängen, bevor die Gitarren Laut geben und ein leicht einlullendes Trommeln einsetzt. Das werden doch wohl keine Ermüdungserscheinungen sein? Nein, natürlich nicht, es ist nur die Einleitung für den Song, welcher zwar eher im Midtempo gehalten ist, dem Hörer aber dennoch heftig auf die Beißerleiste gibt. Dazu dann die melodischen Backgroundvocals im Refrain, die dann Death Metal-typisch von Nick Kolar niedergesungen werden. Ein tolles Klangbild, was sich da ergibt.

„My Worst Enemy“ geht danach schon wieder deutlich zügiger von der Hand und entpuppt sich als schneller Brecher. Jawohl, ein gelungenes, wenn auch mit 2:12 Minuten zu kurz geratenes Stück, welches aber nie so schnell wird, dass es Gefahr läuft, die Bodenhaftung zu verlieren.

Brabbelnde Basslaute strömen den Hören dann beim ersten Teil von „New Age Of Treason“ neben zaghaften Gitarrenlauten ans Ohr, bevor die Powerkeule gezückt wird. Mit gehöriger Spielfreude brutzeln die beiden Gitarren von Steffen Augstein und Nick Kolar ein dichtes Soundgeflecht, welches an Dominanz nur schwer zu übertreffen ist. Hier wird einfach das volle Brett abgeliefert und das ist zudem noch sehr hart und richtig heftig. Der unweigerlich produzierte Adrenalinschub sorgt dafür, dass die Scheibe sicherlich nicht als kleine Gute-Nacht-Musik eingesetzt werden kann.

Auch im zweiten Teil wird nicht mit Brutalität gegeizt und die immer wieder aufkommenden Doublebassattacken sorgen für mächtig Nackenmuskulaturantrieb. Trotzdem versteht es die Band, die gelungenen Melodien mit einzuarbeiten, die der Musik ein zusätzliches Flair einhauchen.

„Ira“ sorgt dann wieder für ein wenig mehr Tempo und gesteigerte unbarmherzige Brutalität. Ein toller Cocktail aus melodischem Death Metal, gekreuzt mit Thrash Metal Zitaten und einem brutalen Überguss. Bisher hat es die Band auf diesem Album geschafft, keinen einzigen Lückenfüller zu präsentieren. Hoffentlich geht das noch lange weiter so.

„Still Alive“ vermag es dann tatsächlich, den schon sehr hohen Qualitätslevel noch etwas zu steigern. In bestem Melodic Death Gewand kommt der Song daher, das weitestgehend im Midtempo gehaltene Gitarreninferno wird bestens variiert. Ein richtiges Riffmonster ist der Band da gelungen. Dass dies natürlich nicht die einzige Paradedisziplin der Band ist, haben die Jungs ja schon bei den vorangegangenen Songs bewiesen. Somit wird auch der nächste Song wieder schön abwechslungsreich.

„At Any Costs“ weist eigentlich fast alle Attribute der harten Musik auf, die man sich wünscht: Riffs, Blastparts, heftige Melodien, Aggressivität und jede Menge Power mit richtigem Dampfwalzencharakter. Jawohl, die Vielfältigkeit ist das Geheimrezept der Band, sie variiert verschiedene Parts zu einer Einheit, so dass man teilweise schon fast progressive Elemente wahrzunehmen glaubt. Und dies speziell dann, wenn man mal auf die Breaks achtet.

Eigentlich unglaublich, aber es folgt nur noch ein Meisterwerk zum Abschluss, nämlich: „Valley Of Fallen Stars“. Die Symbiose aus den gesprochenen Vocalparts und den Growls offeriert ein tolles Klangerlebnis, welches durch die nicht immer Death Metal-typischen Gitarren noch deutlich an Dynamik gewinnt.

Zumindest als kleine Zugabe gibt es dann noch eine Liveperformance vom 14.Juli 2006 der Band beim Dong Open Air als Video. Die Bildqualität ist sehr gut, wenngleich der Sound natürlich im Vergleich zu dem dargebotenen ebensolchen auf der CD doch einiges an Power vermissen lässt. Ein willkommenes Schmankerl, auch wenn ich auf Grund der doch eher dürftigen Spielzeit eher lieber noch drei, vier weitere Songs auf der CD gefunden hätte.

Fazit: Ein unheimlich dichtes Werk hat die Band hier erschaffen. Leider gibt es nur knapp 40 Minuten Musik. Immer wieder erinnert mich das eigenständige Werk durch seine Dynamik und die ungezügelte Power an das One Man Army And The Undead Quartet-Debut „21st Century Killing Machine“. Während die Band um Herrn Lindstrand aber beim zweiten Album kräftig nachließ, so sind Commander beim zweiten Album nun dort gelandet, wo die Schweden begannen. Rein musikalisch wäre der Hinweis zwar falsch, da Commander vielschichtiger sind und auch mal melodischere Parts mit in ihre Songs eingebaut haben.

Wenn dieser CD eine Gebrauchsanweisung beiliegen würde, stünden da nur vier Worte: PLAY IT LOUD MOTHERFUCKER !!!

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