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Combichrist: Never Surrender

Wenn das Album sich der Single anpasst – Hut ab!
keine Wertung
Genre: EBM, Industrial
Spielzeit: 19:56
Release: 06.08.2010
Label: Out Of Line

Combichrist sind aus der weltweiten Dancefloor-Szene nicht mehr wegzudenken. Schwarzgekleidete Armeen von Fans finden sich zu jedem Konzert ein, tanzen jegliche Clubs in Grund und Boden und zerfetzen sich die Trommelfelle bei der Dauerrotation der Alben. Mastermind Andy LaPlegua hat mit seiner Band eine Art Kult erschaffen, vermutlich ohne es zu wollen – jedenfalls gehören die Norweger mittlerweile zu den Exportschlagern schlechthin.

„Making Monsters“ ist das kommende fünfte Studioalbum der Combo betitelt, die vor allem für ihre harschen, aggressiven Industrialstampfer bekannt ist – und davon wird es auch auf dem nächsten Album mehr als genug geben. Zusätzlich stehen allerhand Überraschungen ins Haus, zum Beispiel die „Follow The Trail Of Blood“ benannte Kooperation mit Bleeding Through-Sänger Brendan Schiepatti, die auch auf „Making Monsters“ zu hören sein wird.

Vorab kann man die Platte auf der Homepage der Band komplett anhören und wenn man mehr auf’s Physische steht, gibt es den Jetzt-Schon-Hit „Never Surrender“ als Single-CD zu kaufen. Was kaum möglich zu sein schien, ist eingetreten – Andy LaPlegua hat ein noch stampfenderes, raues Monster geschaffen (jetzt wissen wir auch, wie der Mann zu dem neuen Albumtitel kam), das in den Clubs vermutlich rauf und runter laufen dürfte, bevor die eigentliche Scheibe überhaupt auf dem Markt ist.

Dabei geht es aber längst nicht so kompromisslos und sich ewig wiederholend zu, wie man es bei solchen Projekten gemeinhin gewöhnt ist. Die Single-CD ist mit drei zusätzlichen Remixen ausgestattet, die erstaunlicherweise allesamt ihre Daseinsberechtigung haben und schon die Album Version von „Never Surrender“ kann überzeugen: Spacig anmutende Beats untermalen die mehr gesprochenen denn gesungenen Texte in den Strophen, der Refrain wird geshoutet, und es klingt – Achtung, Psychotrick – als wäre Mr. La Plegua in der Anlage gefangen und würde verzweifelt versuchen, auszubrechen. Man kann sich förmlich vorstellen, wie er von innen mit den Fäusten gegen das CD-Deck trommelt. Das findet ihr merkwürdig? Klar, aber das muss es vermutlich auch sein.

Obwohl ich kein großer Fan von Remixen bin, muss ich eingestehen, dass die Briten IamX ziemlich großartige Arbeit beim Recycling geleistet haben. Zwar ist der Remix um einiges langsamer ausgefallen als das Original, seine Wirkung verfehlt das Stück aber trotzdem nicht, auch wenn es etwas schwieriger sein dürfte, dazu zu tanzen. Der „Melt“-Remix startet noch eine ganze Runde schleppender, erinnert aber mit dem Indutrial-Rhythmus an ältere Rammstein-Stücke. Faszinierend ist, wie sich aus „Never Surrender“ vier relativ eigenständige Songs entwickeln konnten, obwohl drei davon nur Abgüsse des Songs sind.

Wenn Combichrist mit ihrer ersten Single wirklich einen Ausblick auf ihr Album liefern, können sich die Fans entspannt zurücklehnen und sich auf ein großartiges Werk freuen. Scheinbar hat Mr. LaPlegue neue Einflussquellen aufgetan, denn allein dieser eine Song wirkt völlig anders als die alten Combichrist-Stücke, zugleich merkt man aber sofort, dass man es mit derselben Band zu tun hat. Eine Wertung gibt’s hierfür nicht, da es sich nur um eine Single handelt, aber gespannt sein darf man allemal. 

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