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Columns: Please Explode

Man sollte sich Zeit nehmen
Wertung: 6,5/10
Genre: Grindcore, Death Metal
Spielzeit: 34:53
Release: 01.08.2014
Label: Relapse Records

Was gibt es besseres, um einen Morgen einzuleiten, als eine gute Portion Deathgrind? Wenig, möchte man ausrufen, und schiebt direkt das Debütalbum der Truppe Columns aus North Carolina in den Player. Der bereits seit 2008 agierende Vierer hat sich mittlerweile mit dem Zustoßen von Glass Casket-Sänger Adam Cody von einer Instrumental- zu einer klassisch aufgestellten Band gemausert; bereits anno 2006 kam dessen Erstprojekt Glass Casket mit 8,5 Punkten wunderbar bei uns weg, und auch auf der hier vorliegenden „Please Explode“-Scheibe macht der gute Mann am Mikro wieder eine sehr beeindruckende Figur.

Wer hier jetzt dank der Bezeichnung „Grindcore, Death Metal“ schnödes Gekloppe erwartet und sich gelangweilt gähnend (bei der Uhrzeit zu entschuldigen) der nächsten Empfehlung zuwendet, dem ist tatsächlich nicht zu helfen. Zu Beginn der Platte mag der Sound der Amis zwar noch recht gewöhnlich anmuten, schon bei genauerem Hinhören entpuppen sich die vier Musiker aber als absolute Könner und auch die erstaunlich abwechslungsreichen Songarrangements beugen der Monotonie vor.

Mit ganzen 16 Tracks schaffen es die Herren im Sinne des Grind gerade mal auf knapp 35 Minuten Spielzeit – Songs wie das nicht mal eine Minute lange „Rattlesnake Steps“ oder der Unter-Zwei-Minüter „Bottom Feeders“ zeigen sowohl, dass in der Kürze die Würze liegt, als auch, dass Columns nicht nur mit dem üblichen Grindgewäsch zu überzeugen wissen. Gerade letztgenannter Song wechselt in der kurzen Zeit oft, aber nachvollziehbar das Tempo und geht richtig in die Beine.

Auch sehr düstere Gitarrenparts werden hier platzsparend eingebaut, beispielsweise beim verhältnismäßig langen „No One’s Fucking Waiting“, bei „What You’ve Done Is Gone“ werden dann auch mal hintergründig gerufene Passagen eingebaut, um ein bisschen mehr Schwung in die Sache zu bringen. Der Track ist auch ein echter Dampfhammer und einer der besten Tracks der Scheibe. Gerade in solchen Songs, in denen nicht die ganze Zeit geknüppelt wird, entfalten die Jungs trotz der recht starren Genrezugehörigkeit ihr volles Potenzial – und hier macht Zuhören dann auch auf Dauer richtig Spaß.

„Harmless Escape“ drückt dann nochmal ordentlich und begibt sich in gruseligere Gefilde, hier wird stimmlich sehr ordentlich zwischen abgrundtief dumpfen, fließend eingesetzten und dadurch sehr wirkungsvollen Growls und heiserem Geschrei geswitcht – diesen Schachzug hätten die Amis schon ein paar Songs früher machen können, schließlich finden sich auf der ersten Albumhälfte noch einige mittelprächtige Lückenfüller.

Mit „Bear Molester“ geht’s dann auf die Zielgerade. Warum die armen Bärchen von der Truppe belästigt werden, bleibt aufgrund der eher schlecht verständlichen Lyrics ein Geheimnis, in jedem Fall wird hier aber wieder das Tempo angezogen, Kreissägen-ähnliche Gitarren untermalen den akustischen Atomkrieg passend, nur die Polizeisirenen irritieren; gibt es ein „Bären-Belästigungs-Sondereinsatzkommando“? Wenn nicht, sollte vermutlich dringend eins ins Leben gerufen werden.

Für „Please Explode“ muss man sich ein bisschen Zeit nehmen, dann finden sich allerdings einige Perlen im kruden Grindcoregeprügel. Insgesamt sind aber noch zu viele Längen zu vermelden, speziell auf der ersten Albumhälfte passiert zwar einiges, aber kaum wirklich Spektakuläres. Eine Weiterentwicklung kann man sich bei der technisch versierten Truppe allerdings gut vorstellen, deswegen sollte man die Jungs mal im Auge behalten.

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