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Coldwar: Christus Deathshead

Leider nur Durchschnitt
Wertung: 5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 32:49
Release: 01.07.2011
Label: Eigenproduktion

Es ist immer wieder löblich, wenn sich eine Band kritisch gegenüber (fanatischer) Religion, der Institution Kirche oder Fundamentalisten äußert, im Metal allerdings seit langem nichts Ungewöhnliches mehr. Wo White Metal und Unblack Metal (wobei beide Stilbezeichnungen schon heftigste Lachkrämpfe in der The-Pit.de-Redaktion auslösten) sich Gott zuwenden, gilt Black Metal von jeher als Antidoton und auch Todesmetaller lassen eher selten ein gutes Jahr an Religion im Allgemeinen. Auch die Iren von Coldwar hegen nicht gerade Sympathien für das Christentum und hauen mit „Christus Deathshead“ ein Album raus, dessen bloßer Titel klarmacht, dass die Songtexte niemals in einer Kirche zitiert werden.

Hierbei richtet sich der Groll der Combo vornehmlich gegen die Offenbarung des Johannes und diejenigen, die dessen Inhalt allzu wörtlich nehmen. Die Antichristen von Coldwar haben sich also ein unerschöpfliches Thema ausgesucht, um ihre mittlerweile dritte Studioplatte zu befüllen – nur an der Umsetzung hapert’s ganz gewaltig. Fast 33 Minuten heiseres Geschrei, Geknüppel und der fast unverschämte Einsatz von Snares machen „Christus Deathshead“ nicht gerade zu einem Death Metal-Album, das in meinen Top Ten stehen könnte.

Dabei lassen wohlklingende Titel wie „Babylon The Star Spangled Whore“, „Cast Into The Lake Of Fire“ oder „Apocalyptic Christian Sect“ einem echten Death Metaller schon das Wasser im Mund zusammenlaufen und wenn man dann erstmal vor sich hinsabbert wie der Pawlow’sche Köter, will man natürlich auch entsprechend bedient werden. Das schaffen Coldwar aber nur bedingt. Nehmen wir beispielsweise die Gitarren – das einzige Instrument auf der Platte (vielleicht abgesehen vom Bass, von dem man allerdings herzlich wenig mitbekommt), das ohne Probleme durch den TÜV kommt. Die beiden Saitenhexer Paul Nash und Eoin Brod legen sich ordentlich ins Zeug, verpassen Songs wie „Enslaved“ hysterische Soli, unterlegen den letzten Track „Year Zero“ mit wunderbar countrylastigen, aber dennoch düsteren Melodien und geben Durchschnittstracks wie dem Opener „Babylon The Star Spangled Whore“ die nötige Würze – die aber trotzdem nicht ausreicht, um die Platte in die Höhen des Metalolymp zu hieven.

Was zum allgemeinen Unmut beiträgt, ist die durchweg monotone Stimme von Sänger Trevor McIave. Der Mann scheint zwar verstanden zu haben, dass man im Death Metal möglichst fies und angepisst zu klingen hat, von Abwechslung hat der Ire aber anscheinend noch nie was gehört und so röhrt er sich Song für Song durch die Texte. „In Rapture“ ist so ein Song, der eigentlich alles hat, was einen guten Death-Metal-Track ausmacht, aber irgendwie so gar nicht zünden will und nur belanglos an einem vorbeiplätschert. Schade ist das vor allem deswegen, weil hier samt und sonders talentierte Musiker am Werke sind – auch Sänger Trevor versteht sein Handwerk in technischer Hinsicht durchaus, nur fehlt es eben an der Leidenschaft und dem Arschtritt-Faktor, der Death Metal nun mal ausmacht.

„Church Of Laodicea“ ist ein Track, bei dem man zuerst die Hoffnung hat, dass er aus der Masse heraussticht: Fünf Sekunden lang wird dem Hörer mithilfe eines schönen Gitarrenintros vorgegaukelt, dass der Song vielleicht in eine andere Richtung gehen könnte als der Rest der Platte, doch schon bald wird der Hoffnungsschimmer von Trevors heiserem Organ zunichtegemacht, obwohl der instrumentale Teil hier mit zeitweise fast hypnotischen Gitarren durchaus seinen Reiz hat.

Ein Fazit lässt sich hier trotz leisem Bedauern leicht ziehen: „Christus Deathshead“ fehlt der nötige Biss und die Abwechslung, um sich auch über die Spielzeit hinweg im Gedächtnis festzusetzen, dazu kommt, dass man beinahe sämtliche Arrangements der Platte schon mal gehört hat – meist sogar wesentlich kraftvoller und schlichtweg besser. Für Coldwar bleibt so nur der Durchschnitt.

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