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Cokie The Clown: You´re Welcome

Überraschendes und intensives Album
Wertung: 7,5/10
Genre: Rock
Spielzeit: 37:14
Release: 26.04.2019
Label: Fat Wreck Chords

Trotz einer nicht unerheblichen Liste an geglückten Solo-Alben von Künstlern, die sich jahrelang nur als Rudel fortbewegten, schaut man hin und wieder recht verunsichert auf derlei Versuche. Manchmal ist die Nähe zum Hauptbrötchengeber so hoch, dass man kaum einen Sinn der Veröffentlichung erkennt; anderswo entfernt man sich hingegen so weit, dass man zwar den Zweck des Ganzen erkennt, aber sich mit dem Dargebrachten trotzdem nicht anfreunden will. Insofern überwiegt auch beim Output von Mike Burkett, seines Zeichens spleeniger Frontmann bei NOFX, letztendlich die Skepsis.

Sein Alter Ego Cokie The Clown wird schon auf dem Cover von „You’re Welcome“ stilisiert, und dass dieser am Seil baumelnde Clown wohl nicht viel mit dem schrägen Vogel der Punk-Band zu tun hat, wird schon anhand des äußeren Scheins recht klar. Die Vermutung, dass es sich eher um ein traurig bis hin zu bedrückendem Werk handeln könnte, wird im vollsten Maß bestätigt. Hier geht es vom Tod des Vaters, über die Selbsttötungsbeihilfe bei der Mutter hin zu eigenen Irrungen und Wirrungen. Begonnen wird der gnadenlose Seelenstriptease allerdings mit „Bathtub“, bei dem Burkett seine Frau nach Drogenkonsum bewusstlos in der Badewanne findet. Dies klingt, als würde Cokie The Clown in ein Glas Whisky hinein heulen, welches sich bereits zum dritten Mal halbleer vor ihm präsentiert. Zugleich erlebt man hier schon den größten Widerstand gegen das Album, kommt doch die stimmliche Leistung nicht über das Niveau eines mittelprächtigen Udo Lindenberg-Imitators hinaus.

Letztendlich reibt man sich allerdings gar nicht so sehr am Dauergenöle auf, zumal es durchaus oft recht passend wirkt, zum anderen gibt es eine adäquate musikalische Umsetzung der Geschichten. Die Bilder von Verzweiflung und Trauer werden oft in ein schlichtes Gewand gehüllt, welches mit wenig Instrumentierung auskommt. Oft reicht schon der Einsatz einer Akustikgitarre, Percussion oder einzelner Streicher, um den Songs ihren intensiven Charakter zu verschaffen. So zählt beispielsweise „Down With The Ship“ mit seinem Cello-Beginn und dem punktgenauen Violine-Einsatz zu einem der intensivsten und authentischsten Momente des Albums. Auch das Piano-getragene „That Time I Killed My Mom“ oder „The Queen Is Dead“, welches man schon in das Songwriter-Genre schieben kann, verfehlen ihre Wirkung nicht und lassen den NOFX-Frontmann mit anderen Augen sehen.

Wenngleich sich auf „You’re Welcome“ die ruhigen Titel in der Oberhand befinden, muss man nicht ganz auf härtere Klänge verzichten. So bringt „Fuck You All“ doch noch eine Schippe Punk auf die Platte und das abschließende „Punk Rock Saved My Life“ steppt ebenfalls nochmal ordentlich los. Trotzdem ändert sich nicht viel am Grundtenor der Scheibe, die wohl zu einer der intimsten Veröffentlichungen von Musikern zählt. Burkett legt hier ein sehr intensives und eindringliches Album vor, das man hin und wieder als Selbsttherapie einstufen möchte, das definitiv aber einen emotionalen Lebensrückblick bietet. Irgendwie hätte man die Platte wohl nicht so erwartet, gelungen ist sie aber allemal.

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