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Coins As Portraits: Form And Structure. Storm And Fracture.

Für Nervenschwache ungeeignet
Wertung: 6/10
Genre: Grindcore, Mathcore
Spielzeit: 15:51
Release: 01.10.2011
Label: Fading Halo Records

Das bis dato recht unbekannte Label Fading Halo Records züchtet sich scheinbar eine Armada an extremen Core-Bands heran. Der Grundstein ist zumindest schon mal gelegt: Neben den Noisecore-Kollegen I Stared Into The Forest haben auch die ebenfalls rumänischen Coins As Portraits ihren Weg über die kleine Plattenfirma zu uns gefunden und präsentieren auf ihrem ersten Album mit dem sinnigen Titel „Form And Structure. Storm And Fracture.“ nicht nur Grind-, sondern auch Mathcore der chaotischsten Art.

Wie bei den Waldstarrern begnügt man sich auch hier mit einer Viertelstunde Spielzeit, diesmal verteilt auf sieben Songs, die fast alle unter der Drei-Minuten-Grenze bleiben. Ebenfalls wie bei ISITF teilen sich zwei Sänger das Mikro: Einer grunzt sich in bester Grind-Manier durch die Songs, der andere setzt auf hysterisches Geschrei. Nach dem x-ten Durchlauf lässt sich auch ungefähr sagen, wie die Band klingt: Als hätte man War From A Harlots Mouth durch den Grind-Schredder gedreht. Besonders irritierend wirken da die jazzigen Einsprengsel in Form von kurzen Gitarrenlicks, die nicht nur oft völlig unverhofft kommen, sondern auch nicht so recht ins Gesamtbild passen wollen.

Dass nur ein Song überhaupt über drei Minuten Laufzeit hat, überrascht wahrscheinlich niemanden. Faszinierend ist aber, wie es die Combo in dieser Zeit schafft, das Trommelfell dem Erdboden gleichzumachen. Das fängt schon beim Opener „Great Numbers“ an: Dissonante Gitarren kämpfen gegen ein Schlagzeug, das sich allem Anschein nach besonders raschen Tempowechseln verschrieben hat. Zusätzlich kauen einem die beiden Sänger auch noch ein Ohr ab – hier muss man wirklich einigermaßen stressresistent sein, sonst wirft man die CD direkt an die Wand.

Und besser im Sinne von gelassener wird es definitiv nicht: „The Plot“ besticht durch derbes Riffing, sehr einprägsame, wenn nicht gar nervige Melodieführung im Hintergrund und – wieder einmal – das Wechselspiel der beiden Sänger, die ihr Handwerk beziehungsweise Mundwerk wirklich gut beherrschen - dennoch wird man das Gefühl nicht los, dass hier alles irgendwie zuviel des Guten ist. Gegen das, was Coins As Portraits hier teilweise abziehen (siehe zum Beispiel „The Human Predicament: Part II“), ist Brutal Death Metal ein Herbstspaziergang. Der Track ist wie ätzende Säure, die man ins Gesicht geschüttet bekommt: Man windet sich und schreit, aber irgendwie frisst er sich ganz tief ins Bewusstsein. Das haben übrigens einige der Tracks auf „Form And Structure. Storm And Fracture.“ so an sich, ohne dass man den Grund dafür genau benennen könnte. Was umso merkwürdiger ist, da es keine richtigen Strukturen oder Melodien gibt, an denen die Songs auf Anhieb wiedererkennbar wären.

Dazu gibt’s übrigens noch eine Anleitung, wie man in einer Minute und zwei Sekunden die komplette Wohnungseinrichtung zerlegt. Unter dem Titel „Overcome By Assumption“ wüten die Rumänen im Schnelldurchlauf, verprügeln die Felle, malträtieren die Stimmbänder und spielen sich die Finger blutig, als ob es kein Morgen gäbe.

Schließlich ist man am Ende angelangt und weiß noch immer nicht so recht, was man von der Scheibe halten soll. Da helfen auch die nächsten 15 Durchgänge nichts (und glaubt mir, so oft habe ich mir die CD mindestens angehört): Man weiß nicht, ob man sich Wattebällchen in die Ohren stopfen oder wild mit sich selbst moshen soll. Ob Coins As Portraits das beabsichtigt hatten, darf bezweifelt werden – technisch sind die Jungs einwandfrei, dafür gibt es auf jeden Fall schon mal fünf Punkte. Ein Pluspunkt wird für den wirklich coolen Albumtitel eingeheimst, viel mehr ist aber auch nach erneutem Durchhören nicht zu holen.

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