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Code: Resplendent Grotesque

Ein Meisterwerk des modernen Black Metals
Wertung: 9/10
Genre: Avantgarde Black Metal
Spielzeit: 34:56
Release: 26.06.2009
Label: Tabu Records

Schon mit ihrem ersten Album „Nouveau Gloaming“ ließen die englisch-norwegischen Avantgarde-Black-Metaller Code aufhorchen und fuhren beeindruckende Kritiken ein. Dieser Trend wird nun mit der neuen Platte „Resplendent Grotesque“ ziemlich sicher fortgesetzt, denn das ursprüngliche Konzept wurde noch erweitert und führt zu einem äußerst überzeugendem Ergebnis.

Nachdem Sänger Kvohst zeitweise die Band verließ und zudem auch noch der Drummer sich entschied, auszusteigen, sind Code mit dem zurückgekehrten Kvohst und At The Gates-Drummer Adrian Erlandsson wieder komplett. Dies stellt sich als sehr glückliche Fügung heraus, denn der vielseitige Vokalist trägt sehr zur Einzigartigkeit der Band bei und dass Adrian Erlandsson ein großartiger Schlagzeuger ist, muss wohl nicht weiter erwähnt werden.

Klangen Code auf dem Debut noch enorm experimentell und stellenweise regelrecht chaotisch, so zeigen sie sich im Songwriting nun deutlich gereift und schaffen es, ihre Experimentierfreudigkeit zu behalten, ohne die Kontrolle zu verlieren. Noch immer geht es der Band nicht darum, möglichst extrem zu klingen, auch wenn einige Songs stark auf die schwarzmetallischen Wurzeln der Band hinweisen. Die sehr düstere und bedrückende Atmosphäre des Vorgängers ist erhalten geblieben und lässt „Resplendent Grotesque“ auch ohne allzu viel Brutalität unheimlich boshaft wirken. Rasante Riff-Folgen wechseln sich mit ruhigen, atmosphärischen Passagen und dem genialen Bass-Spiel von Vicotnik ab, so dass vom ersten Moment an klar ist, dass man es hier mit enorm fähigen Musikern zu tun hat.

Beeindruckend ist auch der abwechslungsreiche Gesang Kvohsts, bei dem seine klare Stimme gleichberechtigt neben den Kreisch- und Schrei-Vocals steht. Anders jedoch als viele andere Sänger im Black Metal, die sich am Klargesang versuchen, weiß er damit vollkommen zu überzeugen und überrascht mit einem beeindruckendem Tonumfang, der dem Hörer so manches Mal eine Gänsehaut verursacht. Doch genug der langen Vorrede, kommen wir zum eigentlichen Album.

Schon das eröffnende Meisterstück „Smother The Crones“ offenbart eindrucksvoll das Können der Band: Perfekt aufeinander abgestimmte Riff-Folgen werden von dem komplexen Drumming Adrian Erlandssons und dem Bass-Spiel Vicotniks unterstützt, das man in solch variabler Form selten im Metal hört. Kvohst kreischt und brüllt sich gekonnt durch die heftigen Strophen, bevor im Refrain sein geisterhafter Gesang erklingt. Beim nachfolgenden „In The Privacy Of Your Own Bones“ erklingt dann zu Beginn der einzige Blastbeat des Albums, bevor ein abrupter Tempowechsel die Geschwindigkeit drosselt und erneut Platz für melodiösen Gesang macht.

Der Song „The Rattle Of Black Teeth“ führt dann mit seinen düsteren Sprech-Passagen zum ersten atmosphärischen Höhepunkt des Albums und begeistert mit einer Menge Abwechslung, bevor Code mit „Possession Is The Medicine“ ihren Wurzeln huldigen und ein lupenreines Black-Metal-Feuerwerk abbrennen. Mit dem folgenden Track „Jesus Fever“ folgt dann eine vollkommene Umkehrung dieses Prinzips: Hochmelodiös, ja, fast schon eingängig kommt dieser daher und bietet einen hoch gesungenen Ohrwurm-Refrain. Bei „I Hold Your Light“ wird es dann verhältnismäßig ruhig und auf extreme Vocals wird vollständig verzichtet, bevor mit dem Stück „A Sutra Of Wounds“ eindrucksvoll demonstriert wird, wie man Dramatik aufbauen kann. Abgeschlossen wird das Album mit dem heftigen Song „The Ascendant Grotesque“, bei dem eindeutig die Screams überwiegen, ein würdiger Abschluss für diesen Meilenstein des modernen Black Metal.

Mit „Resplendent Grotesque“ haben Code einen würdigen Nachfolger zu „Nouveau Gloaming“ erschaffen, um den kein Anhänger des anspruchsvollen Schwarzmetalls herumkommt. Komplex und zugleich eingängig, hart und doch melodiös, dieses Kunststück gelingt nur den wenigsten Extreme Metal-Bands, doch Code gelingt dies anscheinend mit Leichtigkeit, denn hier wird ein technisch perfektes, abwechslungsreiches Zweitwerk abgeliefert.

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