Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Clutch: Strange Cousins From The West

Guter Stoner Rock aus Maryland
Wertung: 7/10
Genre: Stoner Rock
Spielzeit: 45:03
Release: 10.07.2009
Label: Weathermaker Music

Mit dem mittlerweile neunten Album melden sich Clutch im Jahre 2009 an der Veröffentlichungsfront. Man hat sich diesmal dem etwas rifforientierteren Stoner Rock gewidmet. Auch wenn die Band aus Maryland stetig gute Qualität abgeliefert hat, so kann man nicht gerade behaupten, dass sie in good old Germany schon den großen Durchbruch geschafft hat. Vielleicht ändert sich das ja nun mit Versuch Nummer neun.

„Motherless Child“ dröhnt direkt so dreckig und drückend aus den Lautsprechern, dass man die Gesamtstimmung des Albums schon innerhalb weniger Sekunden verinnerlicht hat. Leider kann sich der Song nicht so recht im Gedächtnis festsetzen, auch wenn der Refrain ein wenig hervorsticht. Wirklich nicht schlecht, gerade der gelungen leidende bluesartige Gesang im Refrain weiß Punkte zu sammeln, aber dennoch als Komplettkunstwerk leider zu wenig, um richtig einzuschlagen.

„Struck Down“ macht irgendwie mehr Spaß, etwas beschwingter mit gelungener Gitarrenmelodie, trotz des insgesamt eher schleppenden Tempos kommt er zwar recht strange rüber, aber trotzdem, oder gerade deshalb richtig gut. Das Haupthaar lässt sich gut schütteln.
Noch besser weiß dann aber „50,000 Unstoppable Watts“ zu gefallen. Irgendwie trifft hier böser Südstaaten Stoner Rock auf Audioslave. Coole Mischung, starker Song, was will man mehr? Wer bei dem Titel aber meint, dass nun die große Gitarrenfront aufgebaut ist, der irrt, Tim Sult zockt wie gewohnt seinen Stiefel runter. Aber das ist auch gut so, denn dieser rockige Stoner Blues-Sound weiß zu gefallen. Kein Wunder, dass man sich für diesen Song als erste Auskopplung entschieden hat.

Mit Jean-Paul Gasters Schlagzeug wird dann „Abraham Lincoln“ bedacht. Sehr gefühlsbetont donnert der dreckige Sound aus den Boxen. Dazu unheilschwangere Gitarre, vereint mit pulsierendem Bass, fertig ist der nächste Hammersong. Dreckig und genau ins 18. Jahrhundert passend, wird hier kräftig gestonert. Da wundert es nur, dass der extrem schleppende Song nicht direkt auf neun Minuten ausgedehnt wurde, hätte sicher nicht geschadet, so ist aber schon nach kurzweiligen sechs Minuten Schluss. 

„Minotaur“ ist quasi der Titeltrack, denn hier findet sich die Textzeile „Strange Cousins From The West“ einige Male wieder. Leider kann er nicht mit den beiden vorangegangenen Stücken mithalten. Groove und Melodie stimmen zwar, aber man hätte ruhig den Powerregler nach oben drücken dürfen, zumindest für meinen Geschmack.
Ähnlich verhält es sich mit „The Amazing Kreskin“, der Song gefällt zwar, aber man vermisst ihn nicht, wenn er nicht läuft, obwohl hier schon ein paar mehr als gelungene Melodiewechsel und Quasi-Breaks vorhanden sind. 

„Witchdoctor“ ist erstmal ein wenig verspielt, bevor der eigentliche Rhythmus aufgenommen wird. Nicht mein Ding, zumal trotz der guten musikalischen Leistung der Refrain (?) ein wenig zu häufig von Sänger Neil Fallon intoniert wird. 
Das ändert sich dann aber recht deutlich bei „Let A Poor Man Be“, denn dieses Stück beherbergt eine sehr starke Melodie mit tollen Vocals. Immer wieder mal ein verspieltes kleines Gitarrenintermezzo von Neil oder Tim, dazu authentisch wirkender Blues-angehauchter Gesang, da schnalzt man schon mal mit der Zunge.

„Freakonomics“ legt dann erstmal ein ganz anderes Tempo vor. Zügig und verspielt meint man, fast schon ein breites Grinsen bei den Musikern ausmachen zu können, und das lediglich beim Hören des Songs. Da passt der Titel dann ja wie die Faust aufs Auge… Coole Nummer, die man so sicher nicht auf diesem Album erwartet hätte. 
Zum Abschluss gibt es dann mit „Algo Ha Cambiado“ ein Cover von der spanischen Band Poppo`s Blues Band. Hört sich dennoch immer noch wie Clutch an. Strange und mutig, aber gelungen.

Fazit: Die Band ist sich treu geblieben, aber den großen Erfolg wird man wohl weiterhin nur in den USA einfahren. Schade, denn schlecht ist das Dargebotene zu keiner Zeit. Etwas Überraschendes gibt es erst zum Ende des Albums. Jeder, der auf Stoner Rock steht, sollte mal ein Ohr riskieren.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna