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Clutch: Psychic Warfare

Ein staubiger Brocken
Wertung: 8/10
Genre: Stoner Rock, Psychedelic Rock, Funk Rock
Spielzeit: 39:55
Release: 02.10.2015
Label: Weathermaker Music

Clutch sind eine Band, die oberflächlich leicht einzuordnen ist, die aber unter der staubtrockenen Stoner-Kruste diverse andere Einflüsse vereint, die es zu entdecken gibt. Bereits seit 1991 präsentieren die Amis aus Maryland in mehr oder minder derselben Formation (!) eine kunterbunt-dramatische Mischung aus Rock, Funk, Blues, Stoner, Psychedelic und Punk. Irgendwie in dem ganzen Chaos verstecken sich sicherlich noch andere Stile, diese zu finden dürfte aber einiges an Arbeit bedeuten.

Nach 14 Jahren als Band kann ja schon mal die Luft raus sein, somit wird jedes neue Album der Truppe mit einiger Skepsis beäugt – völlig zu Unrecht, zeigt sich doch zumindest die aktuelle und elfte Studilangrille „Psychic Warfare“ nicht nur mit einem wunderbaren Titel, sondern auch insgesamt in einem derben Gewand; die Herren sind deutlich auf Krawall gebürstet und legen nach dem kurzen Sprech-Intro „The Affidavit“ direkt mit dem inoffiziellen Titelsong „X Ray Visions“ in bester Garagenrock-Manier los. Im Vordergrund stehen neben den knackigen Gitarrensoli natürlich die Stimmeinlagen von Sänger Neil Fallon, der mit mittlerweile knapp über 40 Lenzen immer noch zu den variabelsten Vokalisten gehören dürfte, die der amerikanischen Crossover-Rock-Szene entsprungen sind.

Hier in Sachen Backkatalog der Truppe ein wenig unbeleckt zu sein, schadet vielleicht nicht, kann man „Psychic Warfare“ so doch immerhin als eigenständige Platte wahrnehmen und muss sie nicht beispielsweise mit dem Vorgänger „Earth Rocker“ vergleichen, der bei Kritikern einen immensen Stein im Brett hat. Auch ohne große Vergleiche zu ziehen, kann man aber unbestritten einwenden, dass „Psychic Warfare“ einen ordentlichen Arschtrittfaktor hat; da spielt sich auf knapp 40 Minuten mehr ab als bei längeren Platten manch anderer Bands, es wird wild zwischen den Stilen hin- und hergesprungen, wobei als Grundlage immer der Stoner Rock hervorscheint. Etwas dumpf produzierte Stücke wie „Firebirds“ haben hier genauso einen festen Platz in der Tracklist wie das leicht psychedelische „Sucker For The Witch“ mit seinem Ohrwurm-Refrain.

„Doom Saloon“ wird dann als eigenständiges Instrumental aufgeführt, findet sich aber etwas abgewandelt im folgenden, großartig schwebenden „Our Lady Of Electric Light“ wieder und hätte ergo durchaus nicht separat aufgelistet werden müssen. Bewiesen wird die stilistische Vielfalt der US-Amerikaner einmal mehr durch das nachfolgende „Noble Savage“, das sich am anderen Ende der Clutch-Skala befindet und straight noch vorne galoppiert. Auch der feine Sinn für Humor geht hier nicht verloren, mutet doch ein Titel wie „Decapitation Blues“ eher skurril an und zeigt einmal mehr, dass man sich bei Clutch neben den treibenden Rhythmen und der fetzenden Dynamik auch aus den Songtexten einige Perlen herausziehen kann.

Wer Clutch bisher wohlwollend gesonnen war, wird sicherlich auch auf „Psychic Warfare“ einige Highlights finden. Die Herren sind allerdings ein wenig straighter geworden, das künstlerische Chaos wurde eingedämmt, was sich sowohl positiv als auch negativ niederschlagen kann. Kein Vergleich natürlich zum 1995er „Clutch“-Album, aber in den letzten zehn Jahren sind die Herren ja schließlich auch nicht jünger geworden. Erfreuen wir uns also an der Alt-Werdung der Clutch-Mitglieder und dem druckvollen Sound des „Psychic Warfare“-Albums.

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