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Closer: A Darker Kind Of Salvation

Gelingt der Griff nach den Sternen?
Wertung: 8.5/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 38:00
Release: 31.10.2008
Label: Pulverised Records

Aus Schweden haben Musikfans ja schon eh und je Klänge serviert bekommen, die den Ohren der geneigten Hörer zu schmeicheln wissen. Eins der zeitlich gesehen jüngsten Beispiele liefert die junge Band Closer.

Die Bandgründung erfolgte im Jahr 2005 und seitdem konnten sich die Jungs bereits in der europäischen Szene beweisen, denn sowohl die Presse als auch die Fans konnten die Musiker von sich überzeugen.

Doch lesen kann mal vieles, lasst uns deshalb lieber zum Kern all dieser Aussagen kommen, zum Wesentlichen könnte man auch sagen, nämlich zu Closers erster Full Length-Scheibe „A Darker Kind Of Salvation“ nach deren EP „Nothing is Everything“.

Von einem simplen Songaufbau kann bei Closer nun gar nicht die Rede sein, das hört man schon eingangs des Openers „Chaos Internal“, wo jede der beiden Gitarren und auch der Bass sein kleines Intro zugestanden bekommt. Die allgegenwärtige Härte wird durch melodische Einsprengsel seitens der Gitarrenfraktion aufgelockert und verleiht dem Ganzen so noch mehr Dynamik, ganz abgesehen von dem Gitarrensolo, das einem jeden Melodiefanatiker erste Wonnemomente nahe bringt.

Recht gezügelt startet der Titeltrack „A Darker Kind Of Salvation“, bei dem neben den Growls auch gekonnt durch Clean-Vocals Kontraste gesetzt werden. Insgesamt gesehen ist dieser Track dann aber auch auf seine komplette Länge ein wenig zu sehr mit angehaltener Handbremse gespielt.

Was ganz besonders charakteristisch für das folgende, erfreulicherweise wieder flotter in die Ohren gehende „What Am I“ ist,  ist dieses genial inszenierte Stakkato-Riffing. Erste Schädelbewegungen werden den Hörer übermannen, so viel sei verraten. Und dieses pfeilschnelle Gitarrensolo setzt dem Ganzen noch einen drauf und macht diesen Song zu einem der ganz starken dieses Werkes.

Was sich unweigerlich in das Hirn des Hörers einbrennen wird, das ist die Hauptmelodie von „Places Of Pain“. Wenn nicht schon vorher geschehen, dann wird es einem hier wie Schuppen von den Augen bzw. Schmalz aus den Ohren fallen, dass diese fauchigen Growls allerbestens zu dem Rest der Musik passen. Schön klingt auch, wie der Bass hier durch die Melodie heraus zu hören ist.

Der Song mit dem heimelig anmutenden Titel „Hell Is Where The Heart Is“ bringt etwas ziemlich Groovendes im Refrain mit sich.

Zunächst startend wie entfesselt, entwickelt sich „It Dwells In Darkness“ gerade in Sachen Tempo zu einem vielseitigen Stück, in dem man neben Core-typischen Gitarren auch den ein oder anderen atmosphärischen Moment erhaschen kann. Auch hier möchte ich das sehr gelungene Gitarrensolo wieder explizit erwähnen.

Ein weiteres vielseitiges und abwechslungsreiches Stück ist „Open Your Eyes“, denn schon fast progressive Parts bilden mit Passagen rasender Geschwindigkeit eine perfekte Einheit.

Einen bedrohlichen Einstand bekommt der Hörer in „Caressing The Insane“ geboten, bevor Closer auch hier wieder ihre Asse aus dem Ärmel holen. Gegen diesen Song können In Flames locker einpacken, denn hier hört man modernes Material, das aber keineswegs einen seichten oder langweiligen Anstrich hat. Sehr gut gemacht, Jungs!

Eine ganz leichte Thrash-Schlagseite hört man in „This Hate“ heraus. Man möchte fast sagen, dass das Gitarrensolo so nicht in den Gesamtkontext des Songs passt, denn dieses wunderschöne Teil ist eingebettet in das melodisch eher spärlich gestaltete Teil.

„Shelter From It“ zeigt neben der Vorliebe der Jungs für Thrash-Klänge auch ihr gutes Gespür für Melodien. Und wie fast immer auf diesem Album zeigen die Jungs hier ein weiteres Mal, dass sie mal ganz gepflegt auf Genre-Grenzen pfeifen, denn es gibt hier einen Part, in dem Black Metal-typisch die Drums vor sich hin blasten und im Anschluss folgt dann wieder ein verteufelt melodisches Gitarrensolo. Das gelingt so nur den wenigsten Bands und umso mehr Spaß macht es, bei Closer dieser Symbiose der Genres zu lauschen wie dies aktuell bei kaum einer anderen Band gegeben ist.

Letztlich lässt die Spielzeit doch noch die ein oder anderen Wünsche offen, denn lediglich 38 Minütchen im Zeitalter der CD sind dann doch eine magere Ausbeute für eine Full Length-Veröffentlichung.

Der Sound dieser Scheibe hätte nicht besser abgemischt werden können: Herrlich fett und druckvoll kommen die Drums und der Bass aus den Boxen und gleichzeitig kommt der Rest klar aus dem Äther.

Die Jungs sagen von sich, dass sie wissen, dass sie mit den meisten Metalacts mithalten können. Spätestens seit der „A Darker Kind Of Salvation“ denke ich, dass dieses Statement kein hohles Phrasen-Gekloppe der Schweden ist, sondern dass es einfach Fakt ist, dass die Jungs mit ihrer Musik wirklich nach den Sternen greifen können.

Fazit: Diese Scheibe voll mit modernem Metal schafft es, der Band ein eigenes Gesicht zu geben. Diese Eigenständigkeit plus gutes Songwriting könnte den Jungs aus Mittelschweden den Weg bis ganz oben ebnen.

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