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Close Your Eyes: Empty Hands And Heavy Hearts

Packende Songs, wie man sie länger nicht mehr gehört hat
Wertung: 8.5/10
Genre: Melodic Hardcore, Hardcore Punk
Spielzeit: 45:28
Release: 25.10.2011
Label: Victory Records

Close Your Eyes aus Texas taten das, was Tausende und Abertausende amerikanische Kids auch tun: Sie gründeten eine Band. 2005 war das bereits, man traf sich auf der Uni und suchte Leute für die Truppe. Recht unspektakulär also. Sechs Jahre später steht bereits das zweite Full-Length-Album in den Regalen und die Combo ist in der globalen Melodic Hardcore-Szene ein nicht mehr ganz so unbeschriebenes Blatt.

„Empty Hands And Heavy Hearts“ weist vom Titel her schon ganz klar in eine bestimmte musikalische Richtung und tatsächlich haben sich CYE dem Melodic Hardcore und Hardcore Punk verschrieben. Spitznamen wie „BooBoo“, „DayDay“ oder „Goofy“ tragen zwar nicht unbedingt dazu bei, die einzelnen Bandmitglieder besonders ernst zu nehmen, hört man sich die Platte aber zum ersten Mal an (ohne den 200er Vorgänger „We Will Overcome“ explizit zu kennen), zeigt sich direkt die Qualität der Truppe. Gekonnt werden hier Melodien und Hardcore vermischt, ohne sich großartig mit Klischees oder Kitsch aufzuhalten. Glück gehabt, die Mischung geht nämlich des Öfteren ordentlich ins Auge.

Nach dem Weggang ihres letzten Drummers haben Close Your Eyes jetzt mit Tim Friesen aufgestockt, der in bester Hardcore-Punk-Manier durch die Songs galoppiert. Richtig positiv fällt hier der Gesamtsound auf, weil kein Instrument zu sehr in den Vordergrund gespielt wird; alles bleibt auf einer Ebene, ohne an Tiefgang zu verlieren, und sowohl Sänger Shane („BooBoo“ für die Bravo-Leser unter uns) als auch die beiden Backing-Sänger, Gitarrist Brett und Basser Sonny, sind wirklich gut zu hören. Eigentlich ist „Empty Hands And Heavy Hearts“ sogar um Längen besser als die Befürchtungen der Schreiberin dieser Zeilen hätten vermuten lassen.

Schon beim Opener „Hope Slips Away (The World Is Ours To Change)“ legen die Amis gehörig los, schaukeln sich zu einem hymnenhaften Refrain hoch, nur um im nächsten Moment einen ordentlichen Breakdown zu entfesseln – schöne Sache, hätte man so gar nicht erwartet von einer Band, die noch relativ jung klingt. Ähnlich geil geht es weiter: „Erie“ besticht nicht nur durch einen großen Ohrwurmfaktor, sondern erinnert auch ganz nebenbei ein wenig an die sehr geschätzten Kollegen von A Day To Remember.

Ein Anspieltipp jagt hier wortwörtlich den nächsten: Immer mit einer leicht hektischen Grundmelodie versehen, folgt „Valleys“ dem ohnehin schon überzeugenden „Erie“ auf dem Fuße. Die beiden Songs markieren ein derart starkes Doppelpack am Anfang der Platte, dass man sie sich einzeln nach dem dritten oder vierten Durchgang schon fast nicht mehr vorstellen kann.

Alle guten Songs hier aufzuzählen würde tatsächlich den Rahmen sprengen. Nach einigen zunehmenden begeisterten Durchgängen ertappt man sich dann auch schon mal dabei, wie man die Melodien mitsummt oder doch noch mal die Platte in den Player packt, obwohl man eigentlich Wichtigeres zu tun hätte. Für „Wolves“ haben sich Close Your Eyes dann sogar noch einen richtigen Hochkaräter als Gast an Land gezogen: Jon Vigil von den großartigen The Ghost Inside bildet hier den leicht heiseren Gegenpart zu Shanes doch recht klarem Organ. Im Gegensatz zu vielen anderen Bands haben es CYE zwar nicht nötig, sich Gastsänger ins Boot zu holen, der Song ist aber nichtsdestoweniger ein Highlight des Albums. Mit dem zweiten Titeltrack „Heavy Hearts“ gibt es dann zum Schluss noch mal einen richtigen Kracher auf die Ohren, der zwischen den wahrscheinlich brachialsten und ruhigstens Passagen des Albums hin und her pendelt.

Fazit: Close Your Eyes können einem die Tränen der Freude in die Augen treiben. So ausgewogen hat schon lange keine Melodic Hardcore/Punk-Band mehr agiert und schon gar nicht auf Albumlänge. Wer sich mit Skatermucke und Combos wie den erwähnten ADTR anfreunden kann, dürfte hier einen Alltime-Favourite gefunden haben.

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